Chicorée selber treiben

Chicoree Treibchicoree Cichorium intybusChicorée ist eine Zuchtform der Wilden Wegwarte (Cichorium intybus). Die Blätter der Pflanzen sind sehr bitter und darum fand früher vor allem die geröstete Wurzel als Kaffeeersatz Verwendung. Um 1870 entdeckten belgische Bauern, dass die im Dunkeln getriebenen Sprosse ihrer Kaffeezichorien milder schmeckten und bekömmlicher waren. Heute gibt es spezielle Sorten für die Treiberei. Wir bieten im Kiepenkerl-Profi-Line-Programm den Treibchicorée ´Zoom´ (F1) an. Diese Sorte benötigt in der Treiberei keine Deckschicht aus Erde.

Ansprüche an den Boden

Der Boden sollte tiefgründig sein, weil die Pflanzen eine kräftige, lange Pfahlwurzel (Rübe) ausbilden sollen. Steine oder Bodenverdichtungen führen zu Beinigkeit. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit ohne Staunässe ist wichtig für ein gutes Wachstum der Rüben. Die Erde darf nicht zu nährstoffreich sein. Ein zu starkes Stickstoffangebot mindert die Qualität der Rüben und führt in der Treiberei zu Problemen.

Chicorée sollte nur alle 3 bis 4 Jahre auf einer Fläche angebaut werden. Bei der Fruchtfolge sind auch Zichorien, Radicchio und Endivien zu berücksichtigen, weil sie zur selben Pflanzenart gehören bzw. nahe verwandt sind. Als Vorkultur eignen sich Kohlrabi, frühe Schnitt-, Pflück- und Kopfsalate. Gute Mischkulturpartner sind Bohnen, Dicke Bohnen, Erbsen, Tomaten, Kopfsalat, Möhren, Pastinaken und Fenchel.

Aussaat von Treibchicorée

Anfang bis Ende Mai wird direkt auf dem Beet ausgesät. Die Samen werden in 2 – 3 cm tiefe Rillen mit einem Abstand von 30 cm ausgesät und mit Erde abgedeckt. Sobald die Pflanzen etwa 5 cm hoch sind, werden sie auf einen Abstand von 10 – 15 cm in der Reihe vereinzelt.

Im September werden die Wurzeln mit einer Grabegabel vorsichtig geerntet. Man lässt sie zwei bis drei Tage an einem luftigen Ort abtrocknen und schneidet danach die Blätter 5 cm über der Rübe ab. Dann werden die Wurzeln in Sand eingeschlagen und bei 0 bis 3 °C gelagert. So sind sie bis zu 8 Monate lang haltbar.

Treiben von Chicorée

Es sind nur Rüben mit einem Durchmesser von 3 – 6 cm und einer Länge von 15 cm für die Treiberei geeignet. Zum Treiben werden die vorgekühlten Rüben satzweise in Kisten oder Eimer mit Abzugslöchern gesetzt. Dazu stellt man sie dicht an dicht auf eine etwa 10 cm hohe Schicht aus Erde, Torf und Sand. Ist das Gefäß voll, wird etwas Erde zwischen die Wurzeln geschlemmt, ohne dass die Sprosstriebe dabei nass werden.

Bei vielen Sorten müssen die Rüben nun mit einer etwa 10 cm hohen Deckschicht aus Erde oder Sand bedeckt werden in die die Sprosse hineinwachsen. Bei ´Zoom´ ist das nicht nötig. Bei der Sorte werden die Gefäße nur mit lichtundurchlässiger Folie oder einem Deckel abgedeckt. Bei 12 – 18 °C bilden sich dann innerhalb von 21 bis 26 Tagen die begehrten kegelförmigen Knospen. Von jeder Rübe kann nur ein Spross geerntet werden.

Probleme bei der Chicorée-Treiberei

Das Ziel der Treiberei sind dicht geschlossene, helle Sprosse. Bei einer zu starken oder zu späten Stickstoffdüngung auf dem Feld werden beim Treiben kleine, lockere Köpfe gebildet. Aus zu großen Rüben und aus solchen, die nicht kühl genug gelagert wurden, bilden sich offene Rosetten.

Kultur kompakt

  Anmerkungen
AussaatzeitAnfang bis Ende MaiDirektsaat auf tiefgründigen Boden.
Keimtemperatur12 - 20 °C
Keimdauer6 - 18 Tagegleichmäßig feucht halten
Aussaattiefe2 - 3 cm
StandortSonnig, tiefgründig, feucht und mäßig nährstoffreichZuviel Stickstoff schadet der Qualität.
Abstand10 - 15 x 30 cm
KulturAuf 10 - 15 cm in der Reihe vereinzeln.Bei Trockenheit gleichmäßig wässern.
ErntezeitWurzel September / Oktober
Knospe von Oktober bis Februar
Wurzeln einschlagen und kühl lagern. In Sätzen antreiben.

Pin It on Pinterest

Share This