Kulturanleitung Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich

Der Hirschhornwegerich Plantago coronopus ist in den Küstenregionen Europas verbreitet und wächst dort in Salzwiesen. Er lässt sich aber leicht in Beeten oder auch in Töpfen kultivieren. In Italien kennt man ihn als Agretti oder Barba die Frati, was Mönchsbart bedeutet.

Ertragreiche Pflanzen

Der Hirschhornwegerich hat schmale, am Rand gezahnte Blätter. Sie stehen in einer dichten Rosette und werden bis 25 cm lang. Junge Blätter sind zart und weich, ältere sind fester und manchmal behaart. Die Pflanzen können wie Schnittsalat mehrfach beerntet werden. Bleibt das Herz unbeschädigt, wachsen schnell wieder Blätter nach.

Der Wegerich ist winterhart. Es kann das ganze Jahr über von ihm ernten. Dauerhafte Nässe führt zum Faulen der Herzblätter, darum sollten die Pflanzen ab Herbst an einem geschützten Platz überwintert werden. Die Pflanzen lassen sich gut in Beeten mit feuchtem, humosen Boden, Töpfen, Balkonkästen oder Kübeln kultivieren.

Hirschhornwegerich ist in der „Italienischen Salatwiese“ von Kiepenkerl enthalten und wird wie die andere Saatbänder in 1 cm tiefe Rillen ausgelegt, abgedeckt und gut gewässert. Die Samen keimen dann innerhalb von rund 2 Wochen. Nach etwa 8 Wochen können die ersten Blätter geerntet werden. Die Blätter welken leicht, darum sollte man sie möglichst schnell in der Küche verarbeiten.

Verwendung in der Küche

Im Tessin und in Norditalien ist der Hirschhornwegerich eine traditionelle Gemüsepflanze. Bei uns wurde er von anderen Salatarten weitgehend verdrängt. In letzter Zeit erlebt diese Pflanze eine Renaissance ist wird ab und zu auf Wochenmärkten angeboten. Die Blätter sind aromatisch und von salzhaltigen Böden manchmal auch etwas salzig.

Verglichen mit Kopfsalat und Feldsalat enthalten die Blätter vom Hirschhornwegerich mehr Calcium, Vitamin A und Vitamin B2. Der Gehalt an Vitamin C entspricht etwa dem von Feldsalat.
Nährwert pro 100 g

Energie
17 kcal
Eiweiß
1,8 g
Fett
0,2 g
Zucker
2,2 g
Ballaststoffe
2,2 g
Eisen
1,2 mg
Calcium
131 mg
Phosphor
34 mg
Vitamin C
24 mg
Vitamin A
392 µg
Thiamin (Vitamin B1)
0,03 mg
Riboflavin (Vitamin B2)

0,19 mg

Niacin (Vitamin B3)0,8 mg

Die jungen Blätter verwendet man wie andere Blattgemüse in gemischten Salaten. Man kann sie auch für die Zubereitung grüner Smoothies nehmen. Die älteren Blätter kann man dünsten oder 2 Minuten in siedendem Salzwasser blanchieren und als Gemüsebeilage verwenden.

Serviert wird der Mönchsbart zum Beispiel zusammen mit Spaghetti. 250 g Nudeln werden in Salzwasser gekocht. Nach etwa 6 bis 7 Minuten gibt man 300 g gewaschenen Hirschhornwegerich dazu und gart ihn 2 bis 3 Minuten mit bis die Spaghetti al dente sind. Dazu gibt es eine Soße aus Olivenöl, gedünsteten Zwiebeln und Knoblauch mit Sardellen und Kapern. Oder man brät die Mischung zwei bis drei Minuten mit Knoblauch und Zwiebeln in Öl an. Abgeschmeckt wird mit Salz und Pfeffer.

Die Blätter können auch mit Grünem Spargel und Kochschinken oder zusammen mit Kürbis und Blauschimmelkäse als Füllung in einer Tarte verwendet werden. Zudem kann man diese in ein Omelett hineingeben.

Kultur kompakt

  Anmerkungen
AussaatzeitAnfang Mai bis Mitte AugustDirektsaat im Freiland
Keimtemperatur12 –18 °C
Keimdauer8 – 14 Tage
gleichmäßig feucht halten
Aussaattiefe0,5 – 1 cm
Abstand15 x 15 cm
StandortSonnige Stelle auf humosem, feuchten Boden, Salz wird vertragen
Kultur im Balkonkasten und Töpfen ist möglich
KulturBlütenstände entfernen um versamen zu vermeiden
ErntezeitJuni bis Oktober, im geschützte Anbau ganzjährig


Blütenstände entfernen um versamen zu vermeiden
Juni bis Oktober, im geschützte Anbau ganzjährig

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