Kulturanleitung Kohl

Kulturanleitung Kohl

Rotkohl, Weißkohl, Grünkohl und Wirsing sind hierzulande bekannte Kohlarten. Es handelt sich dabei um zweijährige Pflanzen, die im ersten Jahr einen geschlossenen Kopf bilden und im zweiten Jahr eine Blüte ansetzen. Worauf es während dieser Zeit ankommt, um eine ergiebige Ernte einzufahren, können Sie in dieser Kulturanleitung für Kohl nachlesen.

Der Kohl als Kulturpflanze mit langer Tradition

Man geht bei Kohl davon aus, dass die Wildform Brassica oleracea var. silvestris des heutigen Kulturkohls vom Mittelmeer und der Westküste Europas stammt. Schon vor über tausend Jahren wurden die Blätter des Kohls verzehrt und die Samen für den regelmäßigen Anbau genutzt. Verschiedene Kopfkohlarten waren bereits im 8. Jahrhundert in Europa bekannt. Seit dem 11. Jahrhundert unterscheidet man Rot- und Weißkohl.

Aus der Wildform haben sich viele verschiedene Formen des Kohls entwickelt. Dazu zählen, neben Rot-, Weiß- und Grünkohl sowie Wirsing, auch Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli und nicht zuletzt Rosenkohl. Auch in Asien gibt es zahlreiche Kulturformen, die sich aber aus anderen botanischen Arten ableiten lassen. So zählt der Chinakohl zur Art Brassica pekensis und der Pak Choi zur Art Brassica chinensis.

Kohl erfolgreich anbauen

Rotkohl, Weißkohl, Grünkohl und Wirsing sind zweijährige Pflanzen. Damit sie im zweiten Jahr eine Blüte ansetzen, nachdem sie im ersten Jahr einen geschlossenen Kopf ausgebildet haben, müssen die Pflanzen eine ca. vierwöchige Ruhephase durchlaufen. Während dieser Zeit müssen Temperaturen nahe der 0 °C herrschen. Vor allem der Grünkohl sollte vor der Ernte ein gewisses Maß an kalten Temperaturen erfahren haben, um seinen Geschmack voll entfalten zu können. Bei Frühsorten kann es indessen passieren, dass Jungpflanzen, die zu kalten Temperaturen ausgesetzt werden, auch direkt eine Blüte ansetzen.

Schon gewusst?

Der Wirsing ist die einzige Art, die keine festen Köpfe ausbildet. Er verträgt allerdings tiefere Temperaturen. Barfröste bei gleichzeitig hoher Einstrahlung übersteht jedoch auch der Wirsing nicht.

Vorkultur statt Direktsaat

In der Regel wird Kohl vorkultiviert und dann als Jungpflanze ausgepflanzt. Eine Direktsaat erfolgt nur in wenigen Fällen. Die Jungpflanzen werden am besten in einem Gewächshaus herangezogen. Bei der Anzucht im Zeitraum von Januar bis März sind Temperaturen von 16 bis 20 °C nötig, bis das Saatgut gekeimt ist, danach reichen den Kohlpflanzen auch niedrigere Temperaturen. Allerdings sollten die Temperaturen nicht unter 12 °C fallen, da es sonst zum Schossen der Pflanzen kommen kann.

Auspflanzen der Kohljungpflanzen am richtigen Standort

Vor dem Auspflanzen sollten die Jungpflanzen durch langsames Absenken der Temperatur abgehärtet werden. Die Zeit für das Auspflanzen ist erreicht, wenn die Jungpflanzen jeweils 3 bis 5 gut ausgebildete Laubblätter besitzen.

Kohlpflanzen sollten an einem hellen und luftigen Standort stehen. Da sie zu den Starkzehrern gehören, sollte der Standort gut mit Dünger versorgt sein. Hier empfiehlt mineralischer Dünger oder Stallmist. Bei sehr leichten Böden ist zudem eine Beregnung sinnvoll.

Grünkohl im Beet

Grünkohl im Anbau

Rotkohl im Beet

Rotkohl auf dem Gemüseacker

Den Kohl vor Schädlingen und Krankheiten schützen

Zum Schutz gegen die Kohlfliege und Schadschmetterlinge bzw. deren Raupen können Kohlpflanzen mit Netzen abgedeckt werden. Sind Pflanzen von der Kohlfliege befallen, hat es keinen Sinn mehr, diese chemisch zu bekämpfen, sondern sie sollten besser komplett aus dem Bestand entfernt werden.

Um Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen, ist es außerdem wichtig, dass beim Anbau von Kohl eine vierjährige Pause zwischen den einzelnen Kulturen eingehalten wird. Auf diese Weise können sich im Boden keine Krankheitserreger ansammeln, beispielsweise Kohlhernie, die zu Ertragsminderungen oder gar Komplettausfällen führen können.

Reifezeit, Ernte und Lagerung des Kohls

Je nach Sorte und äußeren Bedingungen braucht Weißkohl 50 bis 150 Tage bis zur Reife. Bei Rotkohl dauert es 80 bis 160 Tage und Wirsing benötigt 60 bis 210 Tage bei einer späten Ernte im Winter. Mit 260 bis 300 Tagen ist der Zeitraum von der Aussaat bis zur Ernte bei Grünkohl am längsten. Zur Verfrühung kann der Kohl mit einer Folie oder einem Vlies abgedeckt werden.

Frühsorten können bereits ab Mai geerntet werden. Die Lager- und Herbstsorten sollten hingegen erst geerntet werden, wenn sie vollständig reif sind. Dies ist meist im Oktober der Fall. Beschädigte Blätter sollten bei der Ernte entfernt werden.

Kohlarten sind generell gut lagerfähig. Die Lagerung muss jedoch trocken, kalt und mit reichlicher Belüftung erfolgen. Eine späte Ernte hat übrigens den Vorteil, dass die Kohlköpfe bereits etwas abgekühlt sind und nicht warm eingelagert werden.

Alle wichtigen Infos für den Kohlanbau im Überblick

Standortsonnig
Aussaatzeit
  • Sommer-/Herbstkopfkohl: Mitte März bis Mitte Mai
  • Lagerkopfkohl: Mitte Mai bis Anfang Juni
  • Herbst-/Winterwirsing: Anfang Juli
Aussaattiefe2 cm
Pflanzabstandje nach Sorte sehr unterschiedlich, generell aber:

  • Sommerkohl: 50 x 50 cm
  • Lagerkohl und Wirsing : 60 x 50 cm
Keimtemperatur16 bis 20 °C
Keimdauerje nach Sorte 6 bis 14 Tage
Erntezeit
  • Sommer-/Herbstkopfkohl: Mitte bis Ende Mai
  • Lagerkopfkohl: Ende September bis Mitte Oktober
  • Herbst-/Winterwirsing: Anfang November bis Mitte Februar

Kohl in der Küche

Weißkohl 'Dunma'

Lange Tradition: Kohl in der Küche

Gegessen werden vom Kohl sowohl die Blätter als auch die Blüte und der Spross. Zwar hat Kohl hierzulande längst nicht mehr den Stellenwert in der Küche wie in den vergangenen Jahrhunderten, doch nach wie vor gibt es noch zahlreiche Kohlgerichte, welche die Küche bereichern und einen wahren Gaumenschmaus bieten. In anderen Ländern ist Kohl allerdings im Aufwind, da er durch seine Inhaltsstoffe wie Calcium, Eisen, Vitamin C und zahlreiche wertvolle Biostoffe ein echtes Superfood ist. Dort sind sogar getrocknete Kohlblätter als Snacks erhältlich.

Einen Einblick, wofür die hier vorgestellten Kohlarten Rotkohl, Weißkohl, Grünkohl und Wirsing in der Küche verwendet werden können, gibt die folgende Auflistung.

  • Rotkohl: Rotkohl hat eine traditionsreiche Geschichte als Beilage zu Wild-, Enten- und Gänsegerichten. Je nach Zubereitung und Säuregehalt färbt sich der Rotkohl eher rot oder bekommt einen violetten Farbton, weshalb er dann Blaukraut genannt wird.
  • Weißkohl: Weißkohl lässt sich nach dem Entfernen der Außenblätter und zu dicker Strünke hervorragend zu Sauerkraut weiterverarbeiten und in dieser Form auch lange lagern.
  • Grünkohl: Der Grünkohl hat nicht zuletzt wegen der einst in Oldenburg begonnen Kohltouren eine hohe Popularität als Wintergemüse im Norden. Er wird dort gemeinsam mit Pinkel oder Bregenwurst oder auch einem Stück Kassler verzehrt.
  • Wirsing: Auch der Wirsing eignet sich hervorragend als schmackhaftes Begleitgemüse, beispielsweise mit Speck zu Fleischgerichten. Sowohl Wirsing als auch Weißkohl sind bei der Verarbeitung zu Kohlrouladen ein wichtiger Bestandteil.

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