Kulturanleitung Pastinaken

Pastinaken

Pastinaken sind ein frosthartes Wintergemüse.

Pastinaken (Pastinaca sativa) sind in Europa und Asien beheimatet. Sie gehören zu den Doldenblütlern und sind nahe mit Dill, Fenchel, Petersilie und Sellerie verwandt. Auch die Möhre gehört zum Verwandtschaftskreis. Der nächste Verwandte der Pastinake sind die Bärenklau-Arten (Heracleum).

Eine alte europäische Kulturpflanze

Pastinaken wurden schon vor rund 3000 Jahren als Nahrungspflanzen genutzt. Die Kulturform stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und wurde vermutlich von den Römern mit zu uns gebracht. Lange Zeit war die nährstoffreiche Rübe ein wichtiges Nahrungsmittel. Ab dem 18. Jahrhundert wurde sie in bei uns von der Kartoffeln verdrängt. Inzwischen wird die Pastinake in der deutschen Küche wiederentdeckt. Während sie in England und in Frankreich zu den traditionellen Gemüsearten gehört, findet sie bei uns erst nach und nach den Weg wieder auf die Teller. Spitzenköche schwören auf das feine Aroma, dass die Rübe Pürees und Suppen verleiht.

Ideal für Hausgarten und Bio-Anbau

Pastinaken sind anspruchslos und nicht anfällig für Krankheiten. Nur Wühlmäuse richten Schäden an. Ganz selten werden die Pflanzen von Möhrenfliegen befallen. Dadurch lassen sie sich ganz leicht im Hausgarten heranziehen. Voraussetzung ist ein tiefgründiger, lockerer, feuchter und nährstoffreicher Boden. Ab März bis Mitte April werden die Samen direkt ins Beet gesät. Dazu werden sie dünn in 2 cm tiefe Furchen mit 40 cm Reihenabstand gestreut und mit Erde abgedeckt. In der Folge sollte der Boden immer gut feucht gehalten werden. Innerhalb von zwei bis drei Wochen gehen die Samen auf. Die Sämlinge werden auf einen Abstand von 5 bis 15 cm vereinzelt.

Pastinaken wachsen langsam und bilden erst im Juni reichlich Laub. Schnellwachsende Kulturen wie frühe Möhren, Batavia-Salat, Pflücksalat können darum gut neben den Pastinaken ausgesät werden. Sie sind erntereif bevor die Pastinaken sie bedrängen. Der Platz im Beet kann so optimal genutzt werden. Der Boden muss immer ausreichend feucht sein. Während der warmen Sommermonate muss darum notfalls bewässert werden.

Pastinaken-Laub

Das Laub wird etwa 40 bis 60 cm hoch.

Vom Beet in die Küche

Nach 5 bis 7 Monaten ab Mitte September können die Pastinaken geerntet werden. Dazu sticht man nahe der Pflanzenbasis mit einer Grabegabel und lockert den Boden. Dann können die Rüben leicht herausgezogen werden. Die gelblich-weißen Rüben sind 20 – 30 cm lang, 6 cm dick und bis zu 1,5 kg schwer. Wenn keine Gefahr durch Wühlmäuse droht, können die Pastinaken den ganzen Winter über im Beet verbleiben und es wird nur bei Bedarf geerntet. Damit der Boden nicht zu stark gefriert, wird er mit einer Schicht Stroh abgedeckt und Vlies über die Pflanzen gebreitet. Aus hart gefrorenem Boden kann das Gemüse nicht geerntet werden.

Sollen die Pastinaken bereits im Herbst aus der Erde geholt werden, können diese wie Karotten gelagert werden. Sie können in Sand einschlagen oder in Scheiben oder Würfel geschnitten, blanchiert und eingefroren werden.

Erntet man sie im Herbst vor dem Frost, schmecken Pastinaken wie eine Mischung aus Kartoffeln und Möhren mit einem milden Aroma von Sellerie. Durch Frost werden sie süßer, da ein Teil der Stärke, bei Kälte in Zucker umgewandelt wird.

Pastinaken werden verwendet wie Möhren. Man kann aus Ihnen Eintöpfe, Suppen und Pürees zubereiten. Sie eigenen sich für Pfannengemüse, Gratins, für Kuchen und Desserts. In Streifen geschnitten und mit Öl bestrichen, können diese im Ofen wie Pommes gebacken werden. Auch als panierte Scheiben in der Pfanne frittiert sind sie lecker. Sie dürfen jedoch nicht zu stark angebraten werden, weil sie dann bitter werden.

Kalorienarm und nährstoffreich

Die Pastinake enthält viel Kalium, Eisen, Zink und Folsäure. Ihr Gehalt an leicht verdauliche Stärke ist gering, dafür enthält sie aber viel Inulin. Dieser Ballaststoff wird bei der Verdauung nicht in Zucker zerlegt, liefert keine Energie und beeinflusst auch den Blutzuckerspiegel nicht. Darum eignen sich Pastinaken gut für Diabetiker. Inulin wirkt sich positiv auf die Darmflora aus und reguliert die Verdauung. Da sie außerdem auch noch wenig Nitrat einlagern, sind sie als erste Beikost für Babys gut geeignet.

Vergleich der Nährstoff- und Vitamingehalte zwischen Pastinake, Möhre und Petersilienwurzel (jeweils pro 100 g, roh)

 PastinakeMöhrePetersilienwurzel
Brennwert kcal22,22656,3
Eiweiß g1,310,982,88
Fett g0,40,20,47
mehrfach ungesättigte Fettsäuren g0,3
0,120,3
Kohlenhydrate g2,14,86
Ballaststoffe g4,33,634
Natrium mg86112
Kalium mg523321399
Kalzium mg513739
Phosphor mg733557
Magnesium mg261326
Eisen mg0,710,380,85
Zink mg0,850,570,14
Vitamin A, Retinol µg3,315005
Vitamin E, Tocopherol mg0,8940,46k. A.
Vitamin B1, Thiamin mg0,080,0690,1
Vitamin B2, Riboflavin mg0,130,0530,86
Vitamin B3, Niacin mg0,940,582
Vitamin B6, Pyridoxin mg0,110,270,23
Vitamin C, Ascorbinsäure mg18741
Folsäure59812

Pastinake oder Wurzelpetersilie?

Petersilienwurzel und Pastinake

Bei der Pastinake ist der Laubansatz eingesenkt, bei der Wurzelpetersilie wölbt er sich vor.

Die gelblich-weiße Rübe ähnelt der von Wurzelpetersilie. Die zwei Arten lassen sich aber am Ansatz der Blätter gut unterscheiden.

  • Bei Pastinaken ist der Blattansatz in die Rübe eingesenkt und bei Petersilienwurzeln steht er hervor.
  • Das Laub der Pastinake ist viel grober. Die Blätter sind siebenzählig gefiedert und haben kantige, gefurchte, hohle Stiele.

Im ersten Jahr werden die Pflanzen rund 50 bis 60 cm hoch. Der Blütenstand, der sich im zweiten Jahr bildet kann eine Höhe von bis zu 120 cm erreichen.

Kultur kompakt

  Anmerkungen
AussaatzeitAussaat ab Mitte März bis Ende AprilKältereiz bei zu früher Aussaat kann zum Schießen führen. Späte Aussaaten sind weniger ertragreich.
Keimtemperatur15 –20 °C
Keimdauer15 – 20 Tagegleichmäßig feucht halten
Aussaattiefe2 cmnach dem Auflaufen vereinzeln
StandortSonnig – halbschattig, nährstoffreich, feucht, ohne StaunässeMuss als Doldenblütler in der Kulturfolge von Möhren, Fenchel und Co. berücksichtigt werden.
Abstand5 – 15 x 30 - 40 cmDas Laub ist im Sommer sehr üppig.
ErntezeitEtwa nach 5 bis 7 Monaten, ab Mitte September bis ins Frühjahr
Bei der Überwinterung den Boden durch Stroh und Vlies vor dem Durchfrieren schützen.

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