Kulturanleitung Rettich

Kulturanleitung Rettich

Rettich (Raphanus sativus) ist seit vielen Jahrhunderten ein altbekanntes Gemüse. Er ist sehr nah mit dem Radieschen verwandt. Dementsprechend entsteht auch beim Rettich die Knolle aus verdickten Teilen der Wurzel und des Hypokotyl. Diese Kulturanleitung für Rettich zeigt auf, was beim Anbau alles zu beachten ist, um später eine sichere Ernte einzufahren.

Viele Sorten mit den verschiedensten Formen und Farben

Rettich ist nicht gleich Rettich. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich teils sehr stark voneinander. Hinsichtlich der Knollenform gibt es beispielsweise rundliche, konische oder zylindrische Rettiche. Die Länge der Knollen variiert zwischen 25 und 40 cm. Sehr lang sind asiatische Rettiche, die als Minowase-Typen bezeichnet werden. Sie sind im Geschmack sehr viel milder als die europäischen Sorten. Außerdem ist ihr Laub deutlich von unseren Sorten unterscheidbar.

Die Farbe der Knollen des Rettichs reichen von Schwarz und Braun über Gelb und Rosa bis hin zu Violett und sogar Weiß. Der weiße Rettich ist bei uns wohl am weitesten verbreitet. In Asien gibt es aber auch exotische Sorten mit grünen Knollen, deren Fleisch rot ist.

Bunter Rettich-Mix

Rettich gibt es in vielen Farben und Formen.

Rettich erfolgreich kultivieren

Rettich ist eine sogenannte Langtagpflanze. Er blüht folglich erst, wenn eine bestimmte Tageslänge überschritten wird. Je nach Sorte fallen die Anbaueignung für die jeweilige Jahreszeit und die Entwicklungsdauer unterschiedlich aus. Rettich eignet sich als Vorfrucht, Zwischenfrucht und Nachfrucht. Allerdings sollten in der Kulturfolge vor und nach ihm keine Kreuzblütler angebaut werden.

Aussaat des Rettichs

Rettich kann direkt ins Beet gesät werden. In 2 bis 3 cm Tiefe fühlen sich die Samen am wohlsten. Eine Aussaat in einen vorher gezogenen Damm erleichtert die Kultur und spätere Ernte. Temperaturen von ca. 14 °C sind erforderlich, damit die Samen zuverlässig keimen.

Wählt man einen frühen Aussaattermin, sollte man die Aussaat bis Mai mit einer Folie abdecken. Danach sollte sie aber entfernt werden, um das Laub abzuhärten und die Gefahr eines Sonnenbrandes zu minimieren.

Besonderheiten bei asiatischen Rettichsorten

Asiatische Sorten sollten nicht vor Anfang April ausgesät werden, da sie sonst zum Schossen neigen. Zudem empfiehlt es sich, die Pflanzen nach dem Auflaufen zu vereinzeln.

Der richtige Boden und die richtige Temperatur für den Rettichanbau

Generell lässt sich Rettich in ganz Deutschland gut anbauen. Er sollte aber weder auf zu leichten noch auf zu schweren Böden kultiviert werden. Sind die Böden zu leicht, wird der Rettich schnell pelzig und scharf. Auf schweren Böden wiederum bildet sich meist nicht die sortenspezifische Knollenform aus. Ferner sollte der Boden eine gleichmäßige Wasserverfügbarkeit aufweisen und nicht verdichtet sein, denn nur so vermeidet man die Rettichschwärze.

Durch Trockenheit und große Hitze wird der Rettich sehr scharf oder pelzig, während zu niedrige Temperaturen von etwa 5 bis 8 °C über 2 Wochen hinweg zum Schossen der Pflanzen führen können. Ausgewachsene Herbstrettiche können aber sogar etwas Frost vertragen.

Schädlingsbefall effektiv vorbeugen

Auf kleineren Flächen ist die Abdeckung des Pflanzenbestandes mit Kulturschutznetzen zum Schutz gegen die Kohl- und Rettichfliege sinnvoll. Im Sommer beugt diese Maßnahme zusätzlich dem Turnip-Mosaik-Virus vor. Der Virus wird in der Regel durch Blattläuse übertragen und führt zu Verformungen und Verfärbungen der Blätter. Eine Woche vor der Ernte sollte das Netz abgenommen werden.

Rettich ernten und lagern

Je nach Anbauart (geschützt oder auf dem Feld, mit oder ohne Folie) und Aussaatzeitpunkt kann Rettich von Ende April bis Ende Oktober geerntet werden. Zu trocken sollte es dabei nicht sein, da sich sonst die Rettiche nur schwer aus dem Erdreich ziehen lassen. Nach der Ernte kann man die Blätter der Rettiche zur besseren Lagerfähigkeit entfernen. Zum Vergleich: Sommerrettiche lassen sich mit Blättern bei 0 bis 0,5 °C ca. 5 bis 6 Tage lagern, falls gleichzeitig für eine hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt wird. Winterrettiche ohne Blätter können bei den gleichen Bedingungen bis zu 5 Monate eingelagert werden.

Alle wichtigen Anbauhinweise für Rettich im Überblick

Standortsonnig
AussaatzeitMärz bis August (je nach Sorte)
Aussaattiefe2 bis 3 cm
Pflanzabstand3 bis 5 cm x 15 bis 25 cm
Keimtemperaturmindestens 14 °C
Keimdauer8 bis 10 Tage
ErntezeitEnde April bis Ende Oktober (je nach Anbauart und Aussaatzeitpunkt)

Rettich in der Küche

Wie Radieschen ist Rettich reich an Vitamin C und liefert zahlreiche Mineralstoffe und wertvolle Enzyme. Das schwefelhaltige Senfglykosid Raphanol sowie andere Senfglykoside und Bitterstoffe sorgen für den charakteristischen, scharfen Geschmack des Rettichs. Sie haben darüber hinaus eine antibiotische Wirkung. Zusammen mit Zucker und Honig kann Rettich außerdem zu einem schleimlösenden Hustensaft verarbeitet werden.

Während Rettich früher hauptsächlich in Süddeutschland verzehrt wurde, steht er heute überall in Deutschland auf der Speisekarte. Er kann geputzt und in Stücke geschnitten problemlos in Salaten verwendet werden. Im Ganzen ist er als Naschgemüse sehr beliebt. In Bayern wird Rettich oft zum Bier oder bei einer Brotzeit mit Salz gereicht.

Ein Blick lohnt sich außerdem in die asiatische Küche. Dort wird der milde Daikon-Rettich in einer Pfanne mit Butter gegart und anschließend mit etwas Rahm abgelöscht, aber zum Teil auch milchsauervergoren. Sogar die Blätter werden in Asien zubereitet und verzehrt, ähnlich wie hierzulande Spinat.

Daikon-Rettich als Keimsprossen

Ein echter Genuss: Rettich-Keimsprossen zum Sandwich.

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