Kulturanleitung Rote Bete

Rote Bete, Mangold, Futter- und auch Zuckerrüben stellen alle Zuchtformen der Gemeinen Rübe Beta vulgaris dar. Die Blätter und die Wurzeln werden als Nahrung und Viehfutter genutzt.

Kulturgeschichte

Die Blätter wild wachsender Pflanzen wurden schon während der Jungsteinzeit in Mitteleuropa als Nahrung gesammelt. Bereits in schriftlichen Aufzeichnungen von etwa 800 vor Christus wird die Kultur von Mangold erwähnt. Um 300 vor Christus waren im römischen Reich schon verschiedene Mangoldsorten mit unterschiedlich gefärbten Blattstielen bekannt. Diese frühen Sorten hatten nur eine dünne Pfahlwurzel. Erst ab dem 16. Jahrhundert wurde begonnen, Sorten mit dicken fleischigen Rüben zu züchten, die sich als Nahrung eignen. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden spezielle Rübensorten als Zuckerrüben für die Produktion von Haushaltszucker angebaut. Im Laufe der Zeit wurden von der Beta-Rübe immer intensiver gefärbte Varianten in rot und gelb gezüchtet. Besonders die roten Sorten setzten sich durch, so dass heute fast nur noch von Roter Bete gesprochen wird. Der Saft diente früher unter anderem zum Färben von Stoff. Heute wird der Farbstoff der Roten Rübe vor allem als Lebensmittelfarbe verwendet. Man findet ihn als Betanin, Beterot oder E162 auf den Zutatenlisten.

Sortenvielfalt

Die meisten Bete-Sorten sind intensiv rot gefärbt. Es gibt aber auch gelbe Bete, weiße Bete und „Ringelbete“, bei der sich weiße und rosa-rote Ringe im Fleisch abwechseln. Die Rüben können kugelförmig sein, flachrund, zylindrisch, spindelförmig oder kegelig. Sorten mit runden Rüben werden schneller reif, aber längliche sind oft ertragreicher und es lassen sich mehr gleichmäßig große Scheiben daraus schneiden. Das ist von Vorteil, wenn die Rüben eingemacht werden sollen. Im Fachhandel wird Saatgut von zahlreichen, verschiedenen Sorten für den Hobbyanbau angeboten.

Rote Beete Sortenvielfalt

Es gibt Sorten in verschiedenen Farben.

Rote Kugel Rote Beete

´Rote Kugel´ gehört zu den alten Rote Bete-Sorten.

Boldor Rote Beete

´Boldor´ ist eine neue, gelbe Sorte.

Die ´Rote Kugel´ ist eine sehr bekannte Traditionssorte. Typisch sind eine zarte Schale und eine gleichmäßig rot durchgefärbte Rübe mit süß-aromatischen Geschmack. Sie eignen sich zum Kochen, Einlegen und für die Saftgewinnung und lassen sich lange lagern.

Aus dieser Sorte ist die „Rote Kugel 2“ selektiert worden. Sie hat eine glattere Schale und kräftigeres Laub. Die Sorte schmeckt besonders angenehm süß und kann auch für Rohkost verwendet werden. Seit 1961 gibt es diese Sorte, die bei uns auch als ´Detroit 2´ bekannt ist. Auch ´Storuman´ und ´Bolivar´ gehören zu dieser Gruppe. Sorten vom Rote-Kugel-Typ sind schoßfest und können schon früh für die Sommerente ausgesät werden. Wegen ihrer guten Lagerfähigkeit sind sie aber auch für die Herbsternte sehr interessant. Die Rüben lassen sich in Sand eingeschlagen lange lagern.

Die ´Ägyptische Plattrunde´ ist eine schmackhafte, rote Sorte mit abgeflachten Rüben und leichter Ringelung. Sie wird bereits seit 1868 vertrieben und ist wegen ihrer Schnellwüchsigkeit, Schoßfestigkeit und den guten Lagereigenschaften bis heute sehr beliebt.

´Forono´ und ´Rocket´ haben mit zylindrische Rüben mit stumpfer Spitze. Sie können dichter gesät werden als runde Sorten und ergeben viele gleich große Scheiben. Dadurch sind sie ideal zum Einmachen geeignet.

´Crapaudine´ weist sehr lange, spitz zulaufende, kegelförmige Rüben auf, die bis zu 500 g schwer werden können. Diese alte französische Sorte wird bereits seit über 150 Jahren kultiviert. Die Rüben sind roh recht herb und werden erst beim Kochen süß. Darum eigene sie sich nicht Rohkost.

´Tonda di Chioggia´ ist eine historische, italienische Sorte mit rosa und weiß geringeltem Fleisch. Diese „Ringelbete“ zeigt sich angenehm zart, schmeckt saftig-süß. Sie ist bevorzugt für Rohkost zu verwenden, da die dekorative Färbung beim Kochen verloren geht. Der Geschmack ist auch gekocht, gebacken und in der Pfanne gebraten hervorragend.

Gelbe Bete ist in Großbritannien eine beliebte Spezialität. ´Burpees Golden´ und ´Boldor´ haben orange, kugelförmige Rüben mit leuchtend gelbem Fleisch. Sie schmecken sehr süß und aromatisch.

Wissenswertes über die Kultur

Rote Bete mag tiefgründige, humose und nährstoffreiche Böden. Der pH-Wer sollte nicht zu niedrig sei (pH 6,8 bis 7,5). Die Aussaat erfolgt im Freiland in 2-3 cm tiefe Rillen mit 25 bis 30 cm Reihenabstand. Die Samen von Rote Bete bilden von Natur aus polygerme (mehrsamige) Knäule. Aus jedem Korn gehen darum mehrere Sämlinge auf. Um die Pflanzen auf den richtigen Abstand zu bringen, müssen die Jungpflanzen nach dem Keimen auf einen Abstand von 10 bis 15 cm vereinzelt werden. Bei der Saatgutgewinnung wird manchmal durch gezieltes Brechen der Knäule „technisch monogermes“ Saatgut erzeugt. Hierbei bleibt nur noch eine Samenanlage pro Korn übrig, so dass bei gezielt dünner Aussaat auf das Vereinzeln verzichtet werden kann.

Die ersten Saaten können bereits ab Mitte April getätigt werden. Dann sind die Rüben ab August erntereif. Sie sollten nicht zu lange auf dem Beet bleiben, da sie sonst zu groß werden, was zum Platzen und Faulen führen kann. Große Rüben bekommen helle Ringe im Fleisch und sind auch nicht mehr so schmackhaft.

Um Nachbauprobleme durch Bodenpilze zu vermeiden sollten immer 3-4 Jahre Anbaupause eingehalten werden. Dabei sind Spinat und Mangold in der Kulturfolge zu berücksichtigen. Gute Vorkulturen sind Buschbohnen, Erbsen, Kohlrabi, Kartoffeln, Gurken oder Kürbis.

Ernten und Lagern

Die Entwicklungsdauer von der Aussaat bis zur Ernte beträgt 120 bis 150 Tage. Dann haben die Rüben der kugeligen Sorten einen Durchmesser von etwa 7 bis 12 cm. Babybeets mit rund 4 cm Durchmesser können bereits nach etwa 70 bis 90 Tagen geerntet werden. Dafür eignen sich zum Beispiel die Sorten ´Pablo´ und ´Boldor´, die bereits früh süß werden. Wie süß Rote Bete wird hängt vor allem von der Sonne ab. Der Ertrag liegt bei 4 bis 6 kg pro Quadratmeter, abhängig von der Sorte, dem Boden und der Witterung.

Sollen die Rüben im Herbst geernetet und über Wintern einlagern werden, dann sollte nicht vor Anfang Juni ausgesät werden. Dann können diese im Oktober oder November vor dem Frost aus dem Boden genommen werden, ohne dass sie bis dahin zu groß werden. Die besten Lagereigenschaften haben die Rüben, wenn ihr Laub bei der Ernte bereits altert und welkt. Für die Lagerung wird das Laub etwa 3 cm über der Rübe abgeschnitten. In Sand eingeschlagen oder an einem kühlen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit können sie bis in den Frühling gelagert werden. Im Kühlschrank bleiben sie bis zu 4 Wochen frisch, wenn sie in Tücher eingewickelt werden.

Kultur kompakt

  Anmerkungen
AussaatzeitMitte April bis Mitte JuniFür die Lagerung über Winter ab Anfang Juni säen.
Keimtemperatur8 –20 °C
Keimdauer12 – 20 Tagegleichmäßig feucht halten
Aussaattiefe2 – 3 cmnach dem Auflaufen vereinzeln
StandortSonnig, tiefgründige, humose und nährstoffreiche BödenAnbaupausen von 3 bis 4 Jahren einhalten.
Abstand10 - 15 x 25 - 30 cm
Erntezeitje nach Aussaattermin von Juli bis November

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