Kulturanleitung Spinat

Kulturanleitung Spinat

Spinat (Spinacia oleracea) stammt ursprünglich aus dem persisch-arabischen Raum, von wo er wahrscheinlich über Spanien nach Europa gelangt ist. Dort nahm die Popularität des Spinats vor allem im 20. Jahrhundert stark zu, begünstigt auch durch die Möglichkeit, ihn triefgefroren lange haltbar machen zu können. Dadurch verliert er deutlich weniger Vitamin C im Vergleich zur Lagerung bei Zimmertemperatur. Wer Spinat aber erntefrisch genießen möchte, kann diesen auch im eigenen Garten kultivieren. Hinweise und Tipps dazu stellen wir Ihnen in dieser Kulturanleitung für Spinat zur Verfügung.

Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Spinatsorten

Spinat gehört zur Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) und ist eine einjährige Langtagpflanze. Das bedeutet, dass er ab einer kritischen Tageslänge von über 12 Stunden eine Blüte bildet. Diese Tageslänge herrscht in Deutschland zwischen Mai und August. Durch jahrelange Züchtung entstanden verschiedene Sorten mit unterschiedlichen kritischen Tageslängen. Sie werden in Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterspinate eingeteilt, die ihrem Namen entsprechend angebaut und geerntet werden.

Das Blühen des Spinats kann durch hohe Temperaturen und Trockenheit verstärkt auftreten. Die weiblichen Pflanzen, bei denen die Blüten kaum auffallen, sind für den Anbau besser geeignet, da ihre Blüten die Pflanzen nicht so schnell unbrauchbar machen, wie es bei den männlichen und zwittrigen Pflanzen der Fall ist. Entsprechend sorgt auch das Geschlecht der Spinatpflanzen für sortenspezifische Eigenschaften.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal für Spinatsorten sind bestimmte Resistenzen bzw. Anfälligkeiten, so zum Beispiel gegenüber Falschem Mehltau und dem Gurkenmosaikvirus. Nicht zuletzt wird Spinat auch danach unterschieden, welche Teile der Pflanze geerntet werden. Bei Wurzelspinat ist dies die gesamte Pflanze, bei Blattspinat hingegen sind es nur die Blätter.

Nützliche Hinweise für den Anbau von Spinat

Was beim Anbau von Spinat beachtet werden muss, hängt von der jeweiligen Sorte ab, die angebaut werden soll. Das betrifft vor allem den Aussaattermin.

Spinat richtig aussäen

Die Aussaat für den Garten kann von Februar bis März und von August bis September erfolgen. Hierbei ist es wichtig, sich die passenden Spinatsorten zu besorgen, damit die Pflanzen nicht frühzeitig zum Schossen neigen und so die Ernte in Gefahr gerät. Gesät werden die Spinatsamen in eine Tiefe von 2 cm. Der Pflanzabstand sollte 5 x 25 cm betragen, damit die Pflanzen genügend Licht bekommen, gleichzeitig aber auch nicht zu dicht beieinander wachsen. Wenn die Temperatur im Bereich von 12 bis 22 °C liegt, keimt der Spinat in 7 bis 14 Tagen. Gelegentliche Bewässerungsgänge bei Bedarf beugen dem Schossen der Pflanzen vor.

Beachtenswertes zwischen Aussaat und Ernte des Spinats

  • Von Bedeutung ist generell, dass viel Licht an die Spinatpflanzen kommt, da dadurch der Nitratgehalt sinkt. Dies kann durch eine geringere Bestandsdichte bzw. einen höheren Pflanzabstand erreicht werden.
  • Eine Düngung kann ab dem vierten Blattpaar erfolgen. Dabei ist Vorsicht geboten: Zu viel Stickstoff darf nicht gedüngt werden. Die Pflanzen reichern dann Nitrat in sich an, was beim Verzehr für die menschliche Gesundheit nicht förderlich ist.
  • Beim Spinat ist die Unkrautbekämpfung sehr wichtig, da es innerhalb der Familie der Gänsefußgewächse zahlreiche Wildkräuter gibt, die dann mit den Spinatpflanzen um Licht und Nährstoffe konkurrieren.
  • An Orten ohne gute Durchlüftung oder Windbewegung kann Falscher Mehltau ein Problem werden. Hier sollte man beim Anbau also besser auf resistente Sorten zurückgreifen. Ferner können Virosen problematisch sein. Diese werden durch Blattläuse übertragen.
Spinat im Beet

Grüner Spinat in Reihenkultur

Spinatblätter in einem Korb

Nach der Ernte sollten die Spinatblätter schnell gekühlt werden.

Spinat ernten und lagern

Die Ernte der Spinatblätter erfolgt entweder durch spezielle Sensen bzw. Scheren oder durch schlichtes Pflücken. Vor der Verwendung sollte in jedem Fall so viel wie möglich vom Stiel entfernt werden, um den Nitratgehalt niedrig zu halten.

Frisch geernteter Blattspinat eignet sich nur schlecht für die Lagerung. Er welkt schnell, wodurch der Spinat die wertvollen Nährstoffe verliert. Bei einer Temperatur von ca. 0 °C und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 97 % ist es allerdings möglich, den Spinat 14 Tage zu lagern. Von Vorteil für eine lange Lagerfähigkeit ist eine Ernte in den frühen Morgenstunden, da die Temperaturen zu dieser Zeit noch nicht so hoch sind. Im professionellen Anbau kommen eine Vakuumkühlung, optimale Kälteanlagen und eine Verpackung mit Folie zum Einsatz.

Alle wichtigen Kulturtipps für Spinat im Überblick

StandortsonnigAn weniger luftigen Standorten ist Vorsicht vor Falschem Mehltau geboten.
Aussaatzeit
  • Februar bis März
  • August bis September
Aussaat- und Erntezeit hängen eng mit der Tageslänge zusammen, welche die jeweilige Spinatsorte benötigt, um Blüten zu bilden.
Aussaattiefe2 cm
Pflanzabstand5 x 25 cmDie Pflanzen sollten nicht zu dicht stehen, da sie ausreichend Licht benötigen.
Keimtemperatur12 bis 22 °C
Keimdauer7 bis 14 TageWährend der Keimphase ist der Boden gelegentlich zu wässern, um einem späteren Schossen der Pflanzen vorzubeugen.
Erntezeit
  • April bis Mai
  • September bis Oktober
Frisch geerntete Spinatblätter verwelken schnell, weshalb sie zur Lagerung umgehend eingefroren werden sollten.

Spinat in der Küche

Herzhafter Strudel mit Spinat

Es geht auch mal anders: Spinat im herzhaften Strudel

Die Behauptung, dass Spinat enorm viel Eisen enthält ist leider der Tatsache geschuldet, dass bei einer Abschrift eine Kommastelle verrutschte und seitdem in Veröffentlichungen oftmals ein zehnmal höherer Eisengehalt angegeben wird. Korrigiert man diesen Fehler, erhält man zwar einen Eisenwert, der immer noch vergleichsweise hoch ist. Bedeutsamer als dieser ist aber der Folsäuregehalt im Spinat, der die Blutbildung begünstigt. Auch das Verhältnis zwischen Mineralstoffen wie Calcium oder Phosphor sind im Spinat nahezu optimal. Dadurch hat er eine wachstumsfördernde Wirkung und stärkt die Knochen.

Besonders in der italienischen Küche findet der Spinat in Nudelgerichten, Ravioli, Suppen, Salaten und Aufläufen häufig Verwendung. Gemeinsam mit Lachs, Zwiebeln, Knoblauch, etwas Zitronensaft und Thymian lassen sich ganz vorzügliche Gerichte zubereiten. Auch frischer Spinat kommt dabei immer wieder zum Einsatz. Vielleicht ist man nach dem Blanchieren frischer Blätter zunächst enttäuscht, da von der großen Blattmasse viel verloren geht, aber entschädigt wird man dafür durch einen hervorragenden Geschmack. Durch den hohen Gehalt an Oxalsäure im Spinat empfiehlt es sich, ihn stets mit Calcium zu sich zu nehmen. Hierfür eignen sich Milchprodukte sehr gut, beispielsweise Käse beim Auflauf. Auch in Gebäck kann Spinat verarbeitet und genossen werden. Ein herzhafter Strudel oder türkischer Börek sind hierfür Beispiele.

Schon gewusst?

Dass Spinat so gern in der Küche verwendet wird, hängt vor allem mit seiner guten Lagerfähigkeit im gefrorenen Zustand zusammen. Leider sind durch die hohe Popularität des Spinats viele andere Pflanzenarten, die früher wie Spinat verwendet wurden, in Vergessenheit geraten. Dazu zählen Baumspinat, Mangold, Guter Heinrich oder die Gartenmelde.

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