Basilikum: Klassiker unter den Würzkräutern mit heilsamen Eigenschaften

Basilikum (Ocimum basilicum) ist ein Klassiker der mediterranen Küche und besonders in Form von „Pesto à la Genovese“ überaus beliebt. Genauso vielseitig wie seine Verwendung sind auch die verschiedenen Arten des Krauts.

Varianten und Sorten des Basilikums

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: Zum einen gibt es das robuste, großblättrige Basilikum, zum anderen das kleinere, feinblättrige Basilikum, welches ein intensives Aroma besitzt und zu einem dichten Busch von bis zu 30 cm mit kleinen spitzen Blättern heranwächst.

Darüber hinaus existieren viele Sorten und Züchtungen, die hinsichtlich ihrer Blattformen und -farben sowie ihres Duftes und Geschmacks variieren. Je nach Sorte können die Blätter rot, grün oder panaschiert, die Blüten weiß, violett oder rötlich sein. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Zitronen-Basilikum: Das Zitronenaroma der spitzen Blätter passt sehr gut zu Süßspeisen oder frischen Salaten.
  • Zimt-Basilikum: große, spitze Blätter mit weiß-rosa Blüten und Zimtaroma
  • Riesenblättriges Basilikum: stark wüchsig mit typischstrong Basilikumgeschmack
  • Griechisches Basilikum: kompakt und kleinblättrig, intensives Aroma
  • ‚Ararat‘: grün-rot marmorierte Blätter, weiß-rosa Blütenrispen
  • ‚Palla compatto‘: sehr kleine Blätter, stark verzweigt
  • ‚Chianti‘: rote Blätter, kräftige Pflanze mit einstrong ebenso kräftigen Geschmack
  • ‚Purple Delight‘: schmale, rot geaderte Blätter, sehr dekorativ

Basilikum kultivieren

Standortvoraussetzungen

Basilikum benötigt einen warmen, humus- und nährstoffreichen Boden sowie einen hellen Standort. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht in der prallen Sonne steht. Optimal ist ein halbschattiger Platz. Im Sommer ist es wichtig, den Boden feucht zu halten, um ein Welken der Blätter zu vermeiden.

Hinweis

Basilikum soll Fliegen abwehren und dafür Schmetterlinge und Bienen anziehen. Es ist ratsam, dies bei der Wahl des Standortes zu beachten.

Aussaat

Basilikum kann ab Ende März in Anzuchtschalen ausgesät werden. Hierbei ist sicherzustellen, dass die Samen nicht oder nur wenig mit Erde bedeckt werden, da es sich bei Basilikum um einen Lichtkeimer handelt. Für genügend Helligkeit sorgt bei der Anzucht ein Platz am Fenster.

Erst nach den Eisheiligen im Mai sollte das Kraut ins Freiland gesetzt werden. Die Pflanzen müssen sich zu diesem Zeitpunkt bereits akklimatisiert haben, denn Vorsicht: Basilikum kann sogar lediglich aufgrund von plötzlicher Kälter oder Wind absterben, ohne dass es zu Frost gekommen ist.

Tipp

Rotblättrige Sorten bilden einen hübschen Kontrast zu grünem Basilikum. Besonders dekorativ ist es, wenn sie gemeinsam in einen Blumenkübel gepflanzt werden, beispielsweise auf der Terrasse.

Keimung

Sobald sich zwei Blattpaare entwickelt haben, können die Pflanzen pikiert werden. Die weißen Blüten sind für Basilikum nicht charakteristisch und lassen sich daher bedenkenlos abknipsen. Dadurch wird die Blattentwicklung gefördert.

Überwinterung

Basilikum wächst in der Regel einjährig. Allerdings gibt es auch einige mehrjährige Sorten, wie zum Beispiel ‚Magic Blue‘. Doch trotz ihrer Mehrjährigkeit ist die Pflanze nicht winterhart. Daher sollte sie frostfrei in einem hellen Wintergarten oder auf der Fensterbank überwintern.

Basilikum ernten und Verwendung in der Küche

Basilikum gehört zur Familie der Lippenblütler, welche erst kurz vor der Blüte das intensivste Aroma entwickeln. Der Zeitraum der Blatternte lässt sich durch das Ausknipsen der Triebspitzen verlängern. Zudem kann bis in den Winter hinein geerntet werden, wenn die Pflanze rechtzeitig ins Haus geholt wird.

Wer Basilikum trocknen möchte, sollte am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung ernten, wenn die Pflanze noch nicht blüht. Zu diesen Zeitpunkten besitzen die Blätter das stärkste Aroma, welches übrigens auf ätherischen Ölen, Zuckerverbindungen und Gerbstoffen beruht.

Zerkleinert, mit Olivenöl vermischt und in einem gut schließenden Gefäß aufbewahrt, halten sich die Blätter im Kühlschrank 4 bis 5 Monate. Sie können auch blanchiert und danach eingefroren werden.

Basilikum passt allgemein sehr gut zu Fleisch-, Gemüse-, Pilz- und Eiergerichten sowie Eintöpfen und speziell italienischen Gerichten. Je nach Sorte ergänzt es verschiedene Menüs ideal:

  • Zitronenbasilikum harmoniert mit Fisch und Meeresfrüchten.
  • Manche Arten, wie Ocimum tenuiflorum, Tulsi genannt, haben einen Hauch von Minze im Geschmack und aromatisieren Gemüse wie Pilze, Kürbis oder Möhren.
  • Herbe und scharfe Sorten wie ‚African Blue‘ passen sehr gut zu Mittelmeergemüse, beispielsweise Zucchini oder Auberginen, zu Ratatouille, Fischeintöpfen oder Suppen. Sie werden kurz vor dem Servieren über die Speise gestreut.
  • Thai-Basilikum-Sorten schmecken scharf und anisartig.

Darüber hinaus lässt sich Basilikum hervorragend mit anderen Kräutern wie Bärlauch kombinieren.

Basilikum als Heilmittel

Im Ayurveda gilt Basilikum als wichtige Heilpflanze, die Herz und Geist öffnet. Ihr Duft soll die Gehirntätigkeit anregen. Die Art Ocimum tenuiflorum (auch Tulsi genannt) besitzt in Indien eine kultische Bedeutung. Sie soll gegen jedes Leiden wirken und beispielsweise Malaria heilen oder die Blutreinigung fördern.

Zerkleinertes Basilikum wurde früher gegen Schlangenbisse und Mückenstiche verwendet. Heute gilt Basilikumtee als Mittel gegen Magen- und Darmbeschwerden. Besonders Mütter und ihre Neugeborenen sollten sich die Wirkung des Krauts zunutze machen, denn Basilikum wird nachgesagt, dass das Kauen der Blätter nach der Entbindung die Milchproduktion anregt.

Des Weiteren hilft ein Basilikumaufguss gegen Mundgeruch. Hierfür eine Handvoll Basilikum mit ¼ Liter kochendem Wasser überbrühen, nach 15 Minuten filtern und den Mund damit ausspülen.

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