Lavendel: Aromatisches Kraut mit heilsamen Eigenschaften

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist bekannt für seine intensive Farbe und seinen aromatischen Duft. Zwar findet er in der Küche weniger Verwendung, doch besonders im Kosmetikbereich ist das Kraut nach wie vor gefragt.

Viele farbenfrohe Lavendel-Sorten

Lavendel ist nicht nur sehr pflegeleicht, sondern auch überaus dekorativ. Seine Schattierung schwankt zwischen violett und dunkelblau. Darüber hinaus gibt es auch weiße und rosafarbene Exemplare, die jedoch farblich weniger intensiv sind. Hier einige der gängigsten Sorten:

  • Lavandula angustifolia 'Hidcote': blauviolett
  • Lavandula angustifolia 'Munstead': lavendelblau
  • Lavandula x. intermedia 'Twickel Purple': violette Blüten
  • Lavandula stoechas: dunkle, purpurne Blüten in einer Endblüte

Lavendel kultivieren

Standortvoraussetzungen

Lavendel gehört zu den Stauden und ist eine typische Pflanze des Mittelmeerraums. Dementsprechend ist sie optimal an trockenes Klima angepasst. Ihre graugrün bis silbern erscheinenden, leicht filzigen Blätter schützen sie vor starker Sonneneinstrahlung und reduzieren die Verdunstung. Aus diesem Grund ist Lavendel vergleichsweise anspruchslos und wächst am besten an einem mageren, trockenen und sandig-steinigen Platz mit viel Sonne. Er kann sowohl im Beet als auch in Kübeln, Rabatten oder als Hecke kultiviert werden.

Tipp

Lavendel lässt sich sehr gut neben Rosen anpflanzen, da er ihre Resistenz gegen Mehltau erhöht. Es ist allerdings zu beachten, dass er Schmetterlinge und Bienen anzieht.

Aussaat

Lavendel kann zwar aus Samen gezogen werden, doch ist es einfacher, Stecklinge zu schneiden, die im Frühjahr oder Spätsommer leicht Wurzeln schlagen. Auch der Kauf von kräftigen Jungpflanzen ist empfehlenswert.

Keimung

Die graugrünen aromatischen Blätter und die duftend blauen und malvenfarbigen Blüten wachsen vom Hochsommer bis in den Frühherbst. Da Lavendelstauden zum Verholzen neigen, sollten die neuen Triebe nach der Blüte im August zurückgeschnitten werden.

Auch im Herbst und Frühjahr ist es sinnvoll, die Staude mit einer Schere zurückzuschneiden, um sie gepflegt und buschig zu halten. Aber selbst beschnittene Pflanzen wachsen nach einigen Jahren aus und müssen ersetzt werden.

Überwinterung

Lavendel ist in der Regel ein winterharter Strauch. Allerdings sind nicht alle Sorten gleich winterhart, weshalb es ratsam ist, die Pflanze im Winter zu schützen.

 

Lavendel ernten und Verwendung in der Küche

Die Ernte erfolgt kurz nach dem Aufbrechen der Blüten. Hierfür werden die Triebspitzen, die Blüten und die jungen Blätter abgezwickt.

Sowohl die Blüten als auch die Blätter sind essbar und passen hervorragend zu Salaten, Braten sowie Lamm- und Fischgerichten. Auch Zucker lässt sich mit dem aromatischen Kraut verfeinern. Besonders beliebt ist Lavendel in der Kräutermischung „Kräuter der Provence“.

Lavendel als Heilmittel

Tinkturen

Lavendel ist als Heilmittel vielseitig einsetzbar und vor allem für seine entspannende Wirkung bekannt. Eine Tinktur aus Lavendelblüten ist durchblutungsfördernd und hilft bei Rheuma und Hautjucken. Der Duft wirkt beruhigend, krampflösend und schlaffördernd.

Rezept: Tinktur aus Lavendel

Frische Blätter mit über 40 %-igem Alkohol übergießen und 14 Tage in einem geschlossenen Gefäß an einem warmen und sonnigen Platz aufbewahren. Danach filtern und das Kraut gründlich ausdrücken. 2- bis 3-mal täglich 15 bis 25 Tropfen vor den Mahlzeiten einnehmen.

Badezusätze

Gerade als Badezusatz macht sich das stark süßlich duftende Kraut gut. 2 bis 3 Tropfen im Badewasser reichen bereits aus, um die Anspannungen des Alltags zu lösen. Zudem wirkt ein Aufguss aus Blättern im Badewasser nicht nur reinigend, sondern auch desodorierend.

Öle/Aufgüsse

Lavendelöl hilft bei Insektenbissen und -stichen, auf die Schläfen massiert kann es zudem Kopfschmerzen lindern. Gegen Nervosität kann ein Aufguss aus Lavendelblüten wahre Wunder bewirken, und auch Ohrenschmerzen sind mit Lavendelöl behandelbar, indem das äußere Ohr damit massiert wird. Verdünntes Lavendelöl kann außerdem auf einer Kompresse bei Verbrennungen eingesetzt werden.

Haut- und Haarpflegemittel

Auch in der Haut- und Haarpflege hat sich Lavendel als nützlich erwiesen. Aus Lavendelblütenwasser lassen sich Gesichtslotionen, Gesichtswasser und Handcremes herstellen. Eine Haarspülung aus einem Lavendelblütenaufguss wirkt gut gegen fettiges Haar.

Rezept: Lavendel-Reinigungsmilch

Reichhaltig, erfrischend und rückfettend. Für trockene Haut.

6 EL Mandelöl und 10 EL geraspeltes weißes Wachs schmelzen, leicht abkühlen lassen. 3 EL Lavendelwasser, ½ TL Apfelessig und 1 Tropfen Lavendelöl unterrühren. Creme in ein verschließbares Glas füllen und außerhalb des Kühlschranks lagern.

Möbelpolituren

Nicht zuletzt ist auch im Haushalt die Verwendung von Lavendel vorteilhaft. Vermischt mit Bienenwachs und Terpentinöl ergibt es eine ideale Möbelpolitur. Zudem kann der Duft der Blüten und Stiele genutzt werden, um beispielsweise Motten aus dem Kleiderschrank fernzuhalten. Darüber hinaus können die Blüten als duftende Kissenfüllung oder als Teil eines Potpourris den Raumduft verbessern.

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