Falscher Mehltau ist eine gefährliche Pflanzenkrankheit

Falscher Mehltau ist eine Pilzerkrankung, bei der sich auf den Blattunterseiten ein weißer, mehlartiger Belag bildet. Auf der Blattoberseite sind gelbliche bis braune Flecken. Das befallene Gewebe stirbt ab und die Pflanzen können nicht mehr verwertet werden.

Die Symptome werden durch verschiedene Pilze verursacht, die sich auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben.

Falscher MehltauWirtspflanzen
Basidiophora entosporaAster, Sommeraster, Berufskraut, Goldrute
Bremia lactucaeKopfsalat, Endivie, Chicorée, Artischocke, Kornblume, Strohblume
Peronospora destructorZwiebeln, Lauch und Zierlauch
Peronospora farinosaRote Rübe
Peronospora farinosa f. sp. spinaciaeSpinat und Neuseeländer Spinat
Peronospora parasiticaKohl, Kohlrabi, Brunnenkresse, Radieschen, Rettich, Hirtentäschel
Peronospora pisiErbsen
Peronospora sparsaRose, Brombeeren, Himbeeren
Plasmopara crustosaPetersilie
Plasmopara halstediiMädchenauge, Sonnenblume, Salat, Rudbeckien, Verbenen, Veronika
Plasmopara viticolaWein, Zimmerrebe
Pseudoperonospora cubensisGurke, Kürbis, Wassermelone
Pseudoperonospora urticaeBrennnesseln
Sclerospora graminicolaRutenhirse, Borstenhirse, Mais, Mohrenhirse

Vermehrung Falscher Mehltaupilze

Einige Falsche Mehltaupilze (z. B. Plasmopara viticola) infizieren ihre Wirte mit aktiv schwimmenden Zoosporen durch die Spaltöffnungen der Blätter. Dazu muss das Blatt einen Wasserfilm aufweisen. Andere Arten wie der Falsche Mehltau an Salat (Bremia lactucae) dringen direkt durch die Zellwand ein.

Der Pilz entzieht Nährstoffe und Wasser aus dem Pflanzengewebe und bildet Sporenträger, die aus den Spaltöffnungen auf der Blattunterseite herauswachsen und dort als weiße oder graue Flecken sichtbar sind. Durch den Nährstoffentzug werden die befallenen Pflanzenbereiche gelb und sterben dann ab. Im Pflanzengewebe werden Dauersporen (Oosporen) gebildet, die bis zu 15 Jahre lang im Boden ruhen können.

Typische Blattflecken durch Falschen Mehltau

Typische Blattflecken durch Falschen Mehltau

Bekämpfung von Falschem Mehltau

Um einen Befall zu verhindern, dürfen die Blätter nie lange nass sein. Weite Pflanzabstände und Luftbewegung lassen die Pflanzen leichter abtrocknen. Bei Kulturen unter Glas oder Folie lässt sich durch gezieltes Lüften die Luftfeuchtigkeit senken und nächtliche Taubildung vermeiden.

Der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln wie Brennnesselbrühe steigert die Widerstandskraft der Pflanzen. Für die Brühe werden 1 kg frische Brennnessel oder 150 – 200 g getrocknetes Kraut zerkleinert und in 2 l Wasser 24 Stunden eingeweicht. Dann wird die Brühe 30 Minuten gekocht. Für die Anwendung werden die Pflanzenreste entfernt und die Brühe 1:10 verdünnt wöchentlich über Boden und Pflanze gespritzt.

Rassenbildung gegen Resistenzbildung

Pilze spezialisieren sich und bilden ständig neue Rassen aus. Vom Salatmehltau Bremia lactucae sind heute 28 Rassen klassifiziert. Es wurden Salatsorten gezüchtet, die gegen einige oder sogar alle dieser Rassen resistent sind. Je umfangreicher die Resistenz einer Sorte ist, desto unwahrscheinlicher ist eine Infektion mit Falschem Mehltau.

Um die Bildung neuer Rassen und die Durchbrechung von Resistenzen zu vermeiden, ist es wichtig auch bei der Kultur von resistenten Sorten auf die Kulturfolgen, geeignete Mischkulturpartner und optimale Kulturbedingungen zu achten.

GemüseartSorten mit Resistenzen gegen Falschen Mehltau
BataviasalatLeny, Teide
EichblattsalatNavara, Smile
EissalatBarcelona, Fortunas
FeldsalatVit, Gala, Favor
KopfsalatEstelle, Dynamite, Larissa, John
Lollo BiondaOnyx
Lollo RossaSolmar
RomanasalatOvired, Attico
SpinatLazio, Emilia

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