Platzen von Früchten, Rüben und Knollen

Manchmal passiert es, dass kurz vor der Ernte der schöne Kohlrabi oder die Radieschen aufreißen oder die reifen Tomaten und Kirschen plötzlich platzen. Der Grund dafür ist eine schwankende Versorgung mit Wasser.

Kohlrabi platzen

Geplatzter Kohlrabi

Was passiert in der Pflanze?

Pflanzen benötigen Wasser. Alle Stoffwechselvorgänge der Zelle finden in der wässrigen Lösung des Zellinneren statt. Alle chemischen Reaktionen werden von der Konzentration von Nährsalzen, Eiweißen und Zuckern im Zellsaft gesteuert. Der Verlust von Wasser aus den Zellen führt zu einer Erhöhung der Konzentration und damit zu erheblichen Problemen für die Pflanze. Darum versuchen Pflanzen immer den Verlust von Wasser zu vermeiden.

Bei längerer Trockenheit beginnen Pflanzen Lignin in die Zellwände einzulagern. Dadurch werden diese fest, steif und weniger durchlässig. Bekommen die Pflanzen dann plötzlich wieder viel Wasser, dehnt sich das Zellinnere wie ein Ballon aus. Die Zellwände können sich aber durch das Lignin nicht mehr dehnen, halten dem Druck nicht stand und zerreißen. Dadurch platzen Tomaten, Kirschen, Kohlrabi, Radieschen und Möhren auf.

Tomate platzen Pilzbefall

Platzen von Tomate, Pilzbefall

Wie kann man das verhindern?

Um das Platzen zu verhindern, muss immer auf eine gleichmäßige Wasserversorgung geachtet werden. Der Boden muss immer ausreichend feucht sein, damit der Wasserstrom durch die Pflanze nie zum Erliegen kommt.

Bei Tomaten im Gewächshaus ist an heißen Tagen das Lüften sehr wichtig. Große Hitze fördert die Verdunstung und steigert den Wasserbedarf der Pflanzen. Manchmal wird dann nicht genug Wasser in der Pflanze nach oben transportiert. Folgt eine kühlere Periode mit besserer Wasserversorgung, platzen die Früchte.

Beim Ausgeizen oder Rückschnitt dürfen nicht zu viele Blätter entfernt werden. Fehlt plötzlich viel Verdunstungsfläche, kann das zu erhöhtem Wasserdruck in den Früchten und zu ihrem Platzen führen.

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