Blattläuse an Zierpflanzen und Gemüse

Blattlaus an Peperoni

Blattlaus an Peperoni

Blattlaus-Kolonie an Kapuzinerkresse

Blattlaus-Kolonie an Kapuzinerkresse

Defomation der Blätter an Roter Johannisbeere durch Johannisbeer-Blasenlaus

Defomation der Blätter an Roter Johannisbeere durch Johannisbeer-Blasenlaus

Geflügelte Blattläuse an Kornblume

Geflügelte Blattläuse an Kornblume

Johannisbeer-Blasenlaus auf Blattunterseite Rote Johannisbeere

Johannisbeer-Blasenlaus auf Blattunterseite der Roten Johannisbeere

Getreideblattlaus

Getreideblattlaus

Typische Folgen Befall Apfelfaltenlaus

Typische Folgen bein Befall durch Apfelfaltenlaus

Es gibt sehr viele verschiedenen Arten von Blattläusen. Sie saugen an Blättern, Stängeln, Knospen und zum Teil auch an den Wurzeln (Wurzelläuse) von krautigen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen.

Kommt eine Blattlaus geflogen

Blattläuse durchlaufen einen komplizierten Entwicklungszyklus mit Wirtswechseln und Veränderungen im Aussehen. Die meisten Blattläuse vermehren sich vivi-ovipar. Das bedeutet, dass sie überwiegend lebendgebärend sind und nur im Herbst nach einer Paarung Eier legen. Aus diesen Eiern, die auf einem Winterwirt abgelegt werden, schlüpfen Stammmütter. Sie gebären ohne sich zu paaren Töchter, die sich auch über einige Generationen durch Jungfernzeugung vermehren.

Irgendwann bilden sich geflügelte Formen, die auf den Sommerwirt abwandern. Dort vermehren sich die Tiere weiter durch Jungfernzeugung. Es treten im Sommer immer wieder geflügelte Blattläuse auf, die abwandern und neue Pflanzen besiedeln. Selber fliegen können die kleinen Insekten nicht sehr gut. Sie werden nach dem Start von Luftströmungen in die Höhe getragen und dann hauptsächlich als Aeroplankton vom Wind verdriftet. Auf diese Weise gelangen sie leicht in Luftschichten in zwei Kilometer Höhe oder darüber. So können sie Strecken von mehreren hundert Kilometern zurücklegen und sogar über Gebirge gelangen.

Im Herbst kommt es durch Veränderungen in der Tageslänge und durch sinkende Temperaturen zur Entwicklung von geflügelten Männchen und Weibchenmüttern, die zusammen auf den Winterwirt wandern. Die Weibchenmütter gebären dort eierlegende Weibchen, die begattet werden und die Wintereier legen. Im nächsten Frühjahr beginnt der Zyklus dann von vorn. Von diesem vollständigen Zyklus gibt es Abweichungen bei den verschiedenen Arten.

Schäden durch Blattläuse

Blattläuse saugen Pflanzensaft aus den Leitbahnen (Phloem) und entziehen so den Pflanzen wichtige Reservestoffe. Durch die Beschädigung der Pflanzenteile und durch Reaktionen der Pflanze auf den Speichel der Läuse kommt es zu Veränderungen im Pflanzengewebe. Die Folgen sind Verkrüppelungen an den Blättern, Bildung von Gallen, Verfärbungen und teilweise das Absterben von Knospen und Triebspitzen. Blattläuse können auch Pflanzenviren übertragen.

Zusätzlich scheiden die Läuse überschüssigen Zucker als Honigtau aus. Er verklebt die Blätter der Pflanzen und den Boden unter ihnen. Auf den Ausscheidungen siedeln sich Schwärzepilze an. Ameisen „melken“ die Läuse und sammeln Honigtautropfen. Sie schützen die Läuse vor ihren Fressfeinden. Bienen sammeln Honigtau an Nadelgehölzen und produzieren daraus Waldhonig.

Pflanzen schützen

Blattläuse sind für viele kleine Räuber eine ideale Beute. Sie werden von Marienkäfern und den Larven von Florfliegen und Schwebfliegen gefressen. Laufkäfer, Kurzflügelkäfer, Spinnen und Wanzen machen Jagd auf sie. Schlupfwespen legen Ihre Eier in Blattläusen ab, damit ihre Larven sich darin entwickeln können. Es gibt sogar Pilze, die Blattläuse befallen. Die Förderung von Nützlingen ist darum sehr hilfreich um extreme Massenvermehrungen zu vermeiden.

Pflanzen, die besonders üppig mit Stickstoff gedüngt sind, haben dünne Zellwände und enthalten besonders viel Zucker. Das macht sie für Blattläuse besonders anfällig und attraktiv. Eine ausgewogene Düngung erhöht die Widerstandskraft der Pflanzen. Mit Hilfe von Lockpflanzen kann man Blattläuse von anderen Kulturen ablenken.

Blattlausarten und ihre Wirte

Einige Blattläuse haben mehrere hundert Wirtspflanzen, andere wechseln zwischen zwei Arten hin und her. Manche Arten findet man nur auf einer einzigen Pflanzenart. Geschädigt werden sowohl Winter- als auch Sommerwirte. Durch die Massenvermehrungen im Sommer und die Wanderungen der Tiere von einer Pflanze zur nächsten sind die Schäden an den Sommerwirten meist schwerwiegender. Vor allem dann, wenn die Arten Pflanzenviren übertragen können.

BlattlausWinterwirtGeschädigte Kulturen
Schwarze Bohnenlaus
Aphis fabae
Überträgt etwa 45 verschiedene Viren
Pfaffenhütchen, Schneeball, Hirtentäschel, Kratzdistel und andereAckerbohne, Gartenbohnen, Rote Bete, Kartoffeln, Zuckerrübe, Karotten, Artischocken, Tabak und andere
Grüne Pfirsichblattlaus
Mycus persicae
Überträgt mehr als 150 verschiedene Virus-Typen
Schlehen, Pfirsich und andere Prunus-Arten
Über 400 Sommerwirte: unter anderem Kartoffeln, Zuckerrübe, Raps, Gemüse
Grüne Erbsenlaus
Acyrthosiphon pisum
Überträgt Viren
Kein WirtswechselErbse, Ackerbohne
Grünstreifige Kartoffellaus
Macrosiphon euphorbiae
Überträgt Viren
z. B. Kreuzkraut, HirtentäschelKartoffeln, Rüben, Ackerbohnen
Mehlige Kohlblattlaus
Brevicoryne brassicae
Überträgt Viren
Überwinternde Kohlarten, RapsRotkohl, Weißkohl, Wirsing
Apfelfaltenlaus
Dysaphis devecta
ApfelApfel
Salatwurzellaus
Pemphigius bursarius
PappelSalat, Endivien, Chicorée
Reblaus
Viteus vitifolius
RebenReben
Johannisbeer Blasenlaus
Cryptomyzus ribis
JohannisbeereTaubnesseln, Herzgespann

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