Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer

Der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) frisst an den Blättern von Nachtschattengewächsen. Er verursacht vor allem an Kartoffeln großen Schaden. Vereinzelt werden aber auch Auberginen und Tomaten befallen.

Gestreifter Schädling

Der erwachsene Kartoffelkäfer ist etwa 1 cm groß. Er hat gelbe Flügeldecken mit zehn schwarzen Linien und einen orangen Halsschild mit schwarzen Flecken. Er überdauert den Winter im Boden und kann über zwei Jahre alt werden. Sobald das Kartoffellaub austreibt, legen die Weibchen ihre Eier in Gruppen von 20 bis 30 Stück auf der Blattunterseite ab. Bis zu 1200 Eier legt ein Weibchen im Jahr.

Nach 3 bis 12 Tagen schlüpfen die Larven. Sie sind zunächst bräunlich-schwarz, später orange mit schwarzen Flecken. Sie wachsen schnell und häuten sich dreimal innerhalb von 2 bis 4 Wochen, bevor sie sich in der Erde verpuppen. Schon nach drei weiteren Wochen kommt der fertige Käfer aus dem Boden. Käfer und Larven fressen Kartoffelblätter bis auf die Blattrippen ab. Durch den Blattverlust ist die Pflanze nicht in der Lage ausreichend Speicherstoffe zu bilden, sodass die Kartoffelknollen klein bleiben.

Herkunft und Ausbreitung

Der Kartoffelkäfer stammt ursprünglich aus Colorado in den USA. Bei seiner Entdeckung im Jahr 1824 war er recht selten, weil die Büffelklette (Solanum rostratum), seine Hauptnahrungspflanze, nur vereinzelt vorkam. Als dann die Kartoffel aus Südamerika eingeführt und großflächig angebaut wurde, vergrößerte sich das Nahrungsangebot der Käfer und sie begannen, sich massiv zu vermehren. Zusammen mit der Kartoffel breitete sich das Tier erst über ganz Nordamerika aus und gelangte dann mit Kartoffelimporten 1877 nach Mitteleuropa.

Kartoffelkäfer Larve

Kartoffelkäfer Larve

Er wurde bekämpft indem man ihn mit der Hand sorgfältig absammelte. Während der Weltkriege fehlten die notwendigen Leute für diese Arbeit und der Käfer breiteten sich von Frankreich nach Norden aus. 1936 erreichte er Deutschland und breitet sich bis 1948 im ganzen Land aus. Das massive Auftreten des Kartoffelkäfers verschärfte die Nahrungsmittelknappheit während der Kriegsjahre zusätzlich.

Bekämpfungsmaßnahmen

Um einen Befall zu verhindern, kann man die Pflanzen mit Netzen abdecken. Die Weibchen können dann die Pflanzen nicht erreichen und keine Eier ablegen. Kümmel als Mischkulturpartner und Pfefferminze als Mulch am Boden sollen die Käfer abschrecken.

Sind die Käfer schon da ist wiederholtes Absammeln die sicherste und einfachste Bekämpfungsmethode. Bei jungen Larven sind Bacillus-thuringiensis-Präperate (Bt) wirksam. Kaffeesatz auf den Kartoffelblättern soll die Käfer am Fressen hindern.

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