Milben – winzige Räuber, Parasiten und Pflanzenschädlinge

Milbenschaden an Efeu

Milbenschaden an Efeu

Lindengallmilbe Eriophyes tiliae

Lindengallmilbe Eriophyes tiliae

Ahorngallmilbe Artacris macrorhynchus

Ahorngallmilbe Artacris macrorhynchus

Milben von Efeu Bryobia kissophylla

Milben von Efeu Bryobia kissophylla

Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind meist winzig klein und oft nur unter dem Mikroskop erkennbar. Die kleinste bisher bekannte Milbenart wird nur 0,1 mm lang. Die größten Milben sind die Zecken.

Vielfältige Lebensweisen

Es gibt Milben, die sich von abgestorbenem Material ernähren. Dazu gehört zum Beispiel die Hausstaubmilbe. Andere saugen als Parasiten Körpersäfte von Insekten, Spinnen, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Fischen oder Säugetieren. Zu diesen parasitischen Arten gehören außer Zecken zum Beispiel die Varroa-Milben bei Bienen. Solche Parasiten können Viren und Bakteriosen auf den Wirt übertragen.

Andere Milbenarten leben räuberisch. Sie jagen aktiv und töten ihre Beute. Die Raubmilbe Amblyseius swirskii erbeutet Larven der Weißen Fliege, Thripse und Spinnmilben. Amblyseius californicus jagt unter anderem Thripse und verschiedene pflanzenschädigende Milbenarten. Solche Raubmilben werden im biologischen Pflanzenschutz als Nützlinge eingesetzt.

Die Pflanzenschädlinge unter den Milben saugen einzelne Pflanzenzellen aus, spinnen Pflanzenteile ein und können durch Substanzen in ihrem Speichel die Bildung von Gallen und anderen Wucherungen verursachen.

Milbenschäden an Pflanzen

Bei Milbenbefall sind die Schäden an den Pflanzen deutlicher sichtbar als die kleinen Verursacher. Es gibt zwei Gruppen von Milben an Pflanzen: Spinnmilben und Gallmilben.

Spinnmilben sind etwa 0,5 bis 1 mm groß. Die erwachsenen Tiere haben acht Beine, die Larven zum Teil nur sechs. Einige Arten wie die Gemeine Spinne (Tetranychus urticae) weben die Triebe der Pflanzen mit Gespinnsten ein. Dadurch schützen sie sich vor Räubern. Die Efeuspinnmilbe (Bryobia kissophylla) lebt an Efeu. Diese Art bildet keine Gespinnste. Spinnmilben leben auf Pflanzen und saugen einzelne Zellen der Blätter aus. Die geschädigten Blätter werden blass und silbrig weiß.

Gallmilben sind nur 0,1 bis 0,2 mm groß. Sie haben sich mit ihrem Körperbau an ein Leben im Inneren von Pflanzen angepasst. Ihr Körper ist wurmförmig und sie haben nur noch vier Beine. Der Speichel von Gallmilben verursacht Wucherungen im Pflanzengewebe. Es kommt zur Bildung von Gallen, Pocken oder filzigen Belägen auf den Blättern oder Deformation von Knospen. Gallmilben leben in den von ihnen verursachten Wucherungen an den Pflanzen.

Bekämpfung von Milben

Gallmilben treten meist an Gehölzen auf. Sie beeinträchtigen die Pflanzen in der Regel nicht und brauchen selten bekämpft zu werden.

Spinnmilben verursachen mit ihrer Saugtätigkeit schwere Schäden an den Blättern bis hin zu deren Absterben. Sie vermehren sich besonders gut bei trockener, warmer Witterung. An Zierpflanzen im Haus führen sie vor allem im Winter zu Problemen. Der Befall lässt sich oft schon durch wiederholtes Abbrausen verringern. Im Gemüsebau bereiten Milben manchmal Schwierigkeiten an Bohnen und Gurken. Eine chemische Bekämpfung ist mit Akariziden möglich. Bei der Anwendung der Spitzmittel an Gemüse sind unbedingt die Wartezeiten bis zur Ernte einzuhalten.

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