Mottenschildläuse – Lästige Schädlinge an Pflanzen

Weiße Fliege Aleyrodes proletella Puparien

Weiße Fliege Aleyrodes proletella Puparien

Kohl-Mottenschildlaus

Kohl-Mottenschildlaus

Weiße Fliege Trialeurodes

Weiße Fliege Trialeurodes

Mottenschildläuse sind 1 bis 1,5 mm lange geflügelte Insekten. Sie sehen aus wie winzig kleine Motten. Sie gehören aber nicht zu den Schmetterlingen, sondern sind mit den Blattläusen und Schildläusen verwandt. Die Larven sehen auch aus wie kleine grüne Schildläuse. Die Tiere saugen Saft aus den Leitbahnen der Pflanzen und scheiden überschüssigen Zucker als Honigtau aus. Auf dem klebrigen Belag auf den Blättern siedeln sich Schwärzepilze an.

Was fliegt denn da?

Die meisten Probleme machen uns Mottenschildläuse an Zierpflanzen und an Gemüse im Haus und im Gewächshaus. Meistens handelt es sich um die Gewächshaus-Mottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum), die als „Weiße Fliege“ bekannt ist. Dieses 1 mm große Tier ist gelb und hat weiß bepuderte Flügel. Diese werden flach (horizontal) über dem Rücken zusammengelegt. Die Art stammt ursprünglich aus den Tropen und Subtropen. Sie wurde um 1848 nach Europa eingeschleppt und hat sich bei uns inszwischen eingebürgert. Sie befällt zahlreiche Zierpflanzen wie Begonien, Christusdorn, Weihnachtsstern, Fuchsien, Gerbera, Ziertabak und Geranien. Außerdem findet man sie an Tomaten, Gurken, Auberginen und selten auch an Paprika. Die Gewächshaus-Mottenschildlaus überträgt verschiedene Pflanzenviren wie den Pseudo-Yellows Virus und Tomato Chlorosis Virus.

Die Tabak-Mottenschildlaus (Bemisia tabaci) faltet ihre Flügel steil, dachartig über dem Rücken zusammen und ist etwas kleiner, ähnelt aber sonst der Gewächshaus-Mottenschildlaus. Diese Art ist erst seit 1987 in Deutschland als Schädling bekannt. Man findet sie unter anderem an Christusdorn, Gerbera und Hibiskus. Die Larven geben beim Saugen Enzyme in das Gewebe der Pflanzen ab. Dadurch kommt es zu physiologischen Störungen, die zum Beispiel zu einem unregelmäßigem Abreifen von Früchten bei Tomaten und Paprika, zum Gelbwerden der Blätter bei Buschbohnen, zu Mißbildungen von Früchten, sowie zu Frucht- und Blattfall führen können. Zusätzlich überträgt die Tabak-Mottenschildlaus mehr als 25 Virusarten.

Im Freiland ist nur die Kohl-Mottenschildlaus (Aleyrodes prolatella) von Bedeutung. Sie lebt auf allen Arten Kohl. Durch die Honigtauausscheidung und deren Besiedelung mit Schwärzepilzen werden die Blätter unansehnlich und ungenießbar.

Biologische Bekämpfung

Mit Gelbtafeln kann man einen Teil der erwachsenen Tiere fangen. Den Hauptschaden verursachen aber die zahlreichen Larven. Die Schlupfwespen Encarsia formosa und Eretmocerus erimicus parasitieren die Larven der Weißen Fliege. Die befallenen Kokons werden schwarz und es schlüpfen junge Wespen daraus. Die Raubwanzen Macrolophus caliginosus, Macrolophus pygmaeus und Amlyseius swirskii jagen unter anderem auch die Larven von Mottenschildläusen. Eine chemische Bekämpfung ist schwierig. Bereits seit den 1980ern sind Resistenzen der Weißen Fliegen gegen Pyrethrum bekannt. Auch andere Wirkstoffe helfen nicht immer.

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