Wurzelläuse

Als Wurzelläuse werden Pflanzenläuse bezeichnet, die in der Erde an den Wurzeln von Pflanzen saugen. Es handelt sich um Blattläuse (Überfamilie Aphioidea) oder Schildläuse (Überfamilie Coccoidea). Die Läuse wechseln während des Jahres in verschiedenen Entwicklungsstadien ihre Position auf der Pflanze oder wandern sogar von einer Wirtspflanzenart auf eine andere. Die Läuse scheiden Honigtau aus, der Ameisen anlockt.

Bekämpfung von Wurzelläusen

Die direkte Bekämpfung ist bei Gemüse nicht möglich, weil die Läuse geschützt im Boden sitzen. Man kann die Pflanzen im Sommer vorbeugend mit Kulturschutznetzen schützen. Auf einem gut gelockerten und immer ausreichend feuchten Boden sind die Pflanzen weniger anfällig. Die Läuse mögen trockene, verdichtete Böden. Räuber wie Kurzflügelkäfer, Laufkäfer und Hundertfüßler fressen Wurzelläuse. Mischkulturen und naturnahe Rückzugsräume fördern die Artenvielfalt im Garten und reduzieren das Risiko von Massenvermehrung bei Schädlingen.

Bei Salaten gibt es Sorten, die gegen die Salatwurzellaus resistent sind. Dazu gehört zum Beispiel der Kopfsalat ´Dynamite´ und der rote Eichblattsalat ´Sirmai´.

Winterwirte wie die Schwarzpappel oder Weißdorn sollten nicht in unmittelbarer Nähe der Beete gepflanzt werden.
Wird ein Befall bemerkt, sollten die betroffenen Pflanzen sofort entfernt und entsorgt werden. Wurzelreste und Strünke sollten nicht im Boden bleiben, da eine Überwinterung der Läuse auf dem Beet sonst möglich ist.

Bei kurzlebigen Zierpflanzen lohnt die Bekämpfung nicht. Seltene Kakteen, Palmen oder andere wertvolle Einzelpflanzen können mit chemischen Mitteln gegossen werden. Welche Mittel wirksam sind, hängt von der Art der Wurzelläuse ab. Bitte lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten.

Wurzelläuse an Salat, Endivien und Chicorée

Im Gemüsebau ist vor allem die Salatwurzellaus (Pemphigus bursarius) von Bedeutung. Sie überwintert auf der Schwarzpappel (Populus nigra) und vermehrt sich dort in Gallen an den Blattstielen bis sie im Juni und Juli zu ihren Sommerwirten fliegt. Dann siedeln sie sich an den Wurzeln von Salat, Endivien, Chicorée, Möhren und anderen Pflanzen an. Diese Läuse sind grau, etwa 2,4 mm groß und mit feinen Wachsfäden bedeckt.

Bei befallenen Pflanzen stockt das Wachstum. Sie welken und werden von unten her gelb. Es bilden sich keine Köpfe aus.

ÜberfamilieAphioideaBlattläuse
FamiliePempgigidaeBlasenläuse
GattungPemphigus
ArtPemphigus bursariusSalatwurzellaus oder
Pappelblattstielgallenlaus

Wurzelläuse an Möhren, Petersilie und Sellerie

An Möhren kommen zwei Arten von Wurzelläusen vor. Die eine ist die Möhrenwurzellaus (Pemphigus phenax), die andere die Möhrenwurzelhalslaus (Dysaphis crataegi), die auch andere Doldenblütler wie Petersilie und Sellerie befällt.

Die Möhrenwurzellaus überwintert an Schwarzpappeln (Populus nigra) im Frühjahr vermehren sich die Tiere in Gallen an den Blattmittelrippen auf dem Baum. Im Sommer wandern sie auf die Möhre und bilden dort an den Wurzeln dichte Kolonien, die mit großen Mengen weißer Wachsflocken bedeckt sind.

ÜberfamilieAphioideaBlattläuse
FamiliePempgigidaeBlasenläuse
GattungPemphigus
ArtPemphigus phenaxMöhrenwurzelhalslaus oder
Weißdornblattlaus

Die Möhrenwurzelhalslaus wechselt im Sommer vom Weißdorn (Crataegus monogyna) ins Gemüsebeet. Sie befällt dort Doldenblütler wie die Möhre, Petersilie und Sellerie. Sie verursacht durch Saugen am Wurzelhals Wachstumsstockungen. Die befallenen Bestände haben einen geringeren Ertrag. Bei Petersilie kommt es zu Blattvergilbungen. Neue Blätter sind verkümmert. Die Läuse sind gelblich grau bis grau und 1,5 – 2,5 mm groß.

ÜberfamilieAphioideaBlattläuse
FamilieAphididaeRöhrenläuse
GattungDysaphis
ArtDysaphis crataegiMöhrenwurzelhalslaus oder
Weißdornblattlaus

Wurzelläuse an Johannisbeere und Stachelbeere

An den Wurzeln von Johannisbeeren und Stachelbeeren kann man im Sommer rosa-graue bis graue Wurzelläuse mit weißen Wachsflocken auf dem Rücken finden. Hierbei handelt es sich um die Johannisbeerwurzellaus (Eriosoma ulmi). Sie überwintert an der Ulme und verursacht dort im Frühjahr durch ihre Saugtätigkeit Kräuselungen der Blätter. Befallene junge Johannisbeeren oder Stachelbeeren können im Wachstum zurück bleiben, behalten aber keine bleibenden Schäden.

ÜberfamilieAphioideaBlattläuse
FamiliePempgigidaeBlasenläuse
GattungEriosoma
ArtEriosoma ulmiJohannisbeerwurzellaus oder
Ulmenblattrollenlaus

Wurzelläuse an Wein

Rebläuse (Viteus vitifoliae) können auf den Blättern und an den Wurzeln von Wein auftreten. Sie wandern zwischen Sommer und Winter vom Blatt auf die Wurzel. In Europa findet man sie fast ausschließlich an den Wurzeln. Durch das Saugen bilden sich kleine Knoten an den Feinwurzeln. Durch die Saugstellen können Pilze in das Pflanzengewebe eindringen und zu Wurzelfäule führen. Die Reben sterben ab.

ÜberfamilieAphioideaBlattläuse
FamiliePhylloxeridaeZwergläuse
GattungViteus
ArtViteus vitifoliaeReblaus

Wurzelläuse an Zimmerpflanzen

Auch an Zimmerpflanzen kommen Wurzelläuse vor. Meist handelt es sich dabei um Arten aus den Gattung Rhizoecus und Pemphigus. Sie befallen unter anderem Kakteen, Palmen, Wolfsmilchgewächse, Nelken, Geranien, Gummibäume und Dieffenbachien.

Rhizoecus hibisci ist eine asiatische Art, die man an importierten Bonsai finden kann. Heimisch ist sie bei uns nicht. Diese Laus besiedelt viele verschiedene Pflanzenarten und wurde in Asien unter anderem an Hibiskus, Oleander, Gummibäumen, Liguster, Ulmen, Granatapfel und Rhododendron gefunden.

ÜberfamilieCoccoideaSchildläuse
FamilieEriococcidaeWollschildläuse
GattungRhizoecus
ArtRhizoecus hibisciHibiskuswurzellaus

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