Powergemüse – Grünkohl anbauen und ernten

Powergemüse – Grünkohl anbauen und ernten

Kaum ein Gemüse strotzt so vor Vitamin C wie das Superfood Grünkohl. Im Garten ist das Wintergemüse gut aufgehoben, niedrigere Sorten wachsen sogar im Topf.

Aus Großmutters Garten

 Unser landwirtschaftlicher Betrieb liegt in Nordhessen. Grünkohl baute schon meine Großmutter an. Nicht alle Gemüsearten, die in unserem Garten wuchsen, mochte ich, aber der deftige Grünkohl, der zählte schon immer zu meinen Lieblingen.

Grünkohl, das ist ja auch eher so ein „nordisches Gemüse“, jedenfalls war es das mal. Heutzutage – man könnte fast sagen: zum Glück – ist das Wintergemüse im ganzen Land beliebt und darüber hinaus… Sogar in der Metropole New York hat es seinen Siegeszug gehalten; die Amerikaner lieben ihren „Kale“, und während wir noch in deftigen Grünkohleintöpfen schwelgen, schmecken den Nachbarn „über den großen Teich“ schon Grünkohl Smoothies und Salate.

Wie auch immer Grünkohl zubereitet wird, seine positive Wirkung auf die Gesundheit ist nicht von der Hand zu weisen. Vitamin C, sekundäre Pflanzenstoffe, jede Menge Eisen, Betacarotin und viel mehr enthalten die grünen bis violetten, gekräuselten Blätter. Der Grünkohl soll nicht nur den Cholesterinspiegel senken, sondern auch entzündungshemmend und antithrombotisch wirken. Und weil er auch noch viele Ballaststoffe enthält und satt macht, ist er auch gut für die Figur. Grund genug, sich das Wintergemüse in den Garten zu holen oder auf den Balkon.

Her mit dem Superfood

 Grünkohl war früher ein beliebtes Gemüse in Bauerngärten. Alte Sorten wie der ‛Altmärker Braunkohl’, ‛Diepholzer Dickstrunk’ und die ‛Lerchenzungen’ sind noch heute bekannt und geschätzt. Hochwachsender Grünkohl wie die ‛Ostfriesische Palme’ (bis 1,80 m) gedeihen am besten im Garten, denn sie brauchen Platz, die niedrigeren, z.B. ‛Redbor’ und ‛halbhoher Krauser’ können durchaus auch im Topf auf Balkon oder Terrasse angebaut werden und sehen dabei noch sehr attraktiv aus.

Ich ziehe meine Grünkohlpflanzen immer selbst vor. Gerade im vergangenen Jahr hat sich das bewährt, womöglich wären sie bei einer Direktaussaat im Mai erst gar nicht richtig aufgegangen.

Ende April fülle ich in die Vertiefungen von 2-3 Eierkartons gute Gartenerde, stecke jeweils 2 cm tief ein Samenkorn hinein und gieße etwas Wasser dazu. Das ist superpraktisch, denn so hat jedes Pflänzchen gleich seinen eigenen kleinen Topf. Das geht natürlich auch mit Aussaatschalen oder selbst gemachten Papiertöpfchen. Bis das erste Grün aus dem Boden spitzt, decke ich die Gefäße mit einer alten Glasplatte ab, sodass noch Luft zwischen Erde und Abdeckplatte ist (Klarsichtfolie geht auch, ist aber nicht so nachhaltig), das erhöht die Spannung und hilft beim Keimen. Haben sich erste Blättchen gebildet, topfe ich nochmal in etwas größere Gefäße um und gieße regelmäßig, die Erde sollte nämlich nicht austrocknen.  

Im Mai kommen die Pflanzen dann ins Freiland und zwar an einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Ein Abstand von 50 x 50 cm ist optimal. Und es wird weiterhin gegossen, und das muss man auch später bei Trockenheit tun. Und eins noch: Ich schwöre auf Insektenschutznetzen bei Kohlgemüse. Wenn es wirklich keine Lücken gibt, dann bleiben die Schädlinge fern, und das ist auch gut so.

Zur Pflege vom Starkzehrer Grünkohl zählt dann nur noch die Düngung. Nehmen Sie am besten einen organischen Dünger für Gemüsepflanzen und gehen Sie nach Packungsangaben vor

Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser
Grünkohl Redbor, F1
Grünkohl Lerchenzungen

Grünkohl ernten und genießen

Nach 3–5 Monaten beginnt die Erntezeit. Früher wurde mit der Ernte bis zum ersten Frost gewartet, der den Zuckergehalt steigen lässt und die Blätter schmackhafter macht, doch heute weiß man, dass schon niedrige Temperaturen ausreichen, denn auch ohne Frosteinwirkung wird die eingelagerte Stärke in Zucker umgewandelt.

Bei uns sind die Winter meist sehr kalt, deshalb ernte ich den Grünkohl immer vollständig ab, verarbeite einen Teil, das meiste friere ich nach dem Blanchieren (also 3 Minuten in kochendem Wasser garen, dann in kaltem Wasser abschrecken und abtrocknen lassen) portionsweise ein. In milderen Regionen - Grünkohl verträgt im Schnitt bis -15 °C - kann den ganzen Winter über geerntet werden. Die jungen zarten Blätter werden dann von unten nach oben abgenommen.

In der Küche wird der Grünkohl geputzt, gewaschen, getrocknet und dann werden die großen Blätter von den Mittelrippen abgezupft und anschließend klein gerupft. Die Blattrippen selbst schneide ich klein, sie werden dann blanchiert und wie Zwiebelwürfel angebraten oder ich koche sie in einer Gemüsesuppe einfach mit.

Eins meiner schnellen Lieblingsrezepte ist:

Gebratene Polenta mit Grünkohl

Zutaten:

  • 500 g Grünkohl,
  • Salz & Pfeffer,
  • 1 kleine Schalotte,
  • 2 Knoblauchzehen,
  • 2-3 EL Olivenöl,
  • 200 ml Gemüsebrühe,
  • 250 ml Milch,
  • 150 g Maisgrieß,
  • 60 g geriebener Emmentaler,
  • 50 ml Sherry,
  • 3 EL Balsamessig,
  • 150 g Sahne,
  • Zimt, 4 EL
  • Butterschmalz

 

Rezept Polenta Variante

Zubereitung:

1) Grünkohl waschen, putzen, trocken tupfen. Stiele entfernen, die Blätter von den Mittelrippen zupfen, in kochendem Salzwasser 2 Min. garen, eiskalt abschrecken, ausdrücken, grob schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen.

2) Schalotte, Knoblauch abziehen, fein schneiden im Olivenöl dünsten. Grünkohl zufügen, 100 ml Brühe angießen, 3-4 Min. dünsten.  Die Hälfte vom Grünkohl fein hacken, beiseite stellen.

3) 500 ml Wasser, Milch, etwas Salz erhitzen. Maisgrieß einrühren, bei kleiner Hitze 30-40 Min. quellen lassen. 30 g Emmentaler und den fein gehackten Grünkohl unterrühren. In eine gebutterte Form (21 x 17 cm) streichen, 60 Min. kalt stellen.

4) Restlichen Grünkohl mit 100 ml Brühe erhitzen. Sherry, Essig, Sahne zugießen, 3 Min. dünsten, mit Salz, Pfeffer, Zimt würzen. Polenta stürzen, in Streifen schneiden und im Butterschmalz rundum goldgelb braten. Mit Grünkohl anrichten, restlichen Käse darüber streuen.

Für 4 Personen · Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Tipp

Eine detaillierte Kulturanleitung und hilfreiche Tipps worauf es ankommt, um eine ergiebige Ernte einzufahren, können Sie in dieser Kulturanleitung für Kohl nachlesen.

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Bildnachweis: Studio Seiffe, Arvid Knoll/avBuch

Elke Schwarzer

Es schreibt für Sie: Dipl.-Ing. agr. Christine Weidenweber

Ich bin auf einem großen landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen; der wunderbare Bauerngarten meiner Mutter wird noch immer bewirtschaftet. Mein eigener Garten ist nicht ganz so groß, aber genau richtig, um für mich und meine Familie Gemüse und Obst zu kultivieren und im Garten die Entspannung zu finden...

Christine Weidenweber im Autorenporträt

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