Wildkräuter - die Schätze der Natur © Sonja Birkelbach

Wilde Kräuter wozu, warum und was ist drin?

Dass Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Co. in keiner Küche mehr fehlen dürfen ist allen bekannt. Sie sind Geschmacksgeber, gesund und auch noch dekorativ. Auch die Anzucht wird zunehmend mehr und der Kräuterkasten sowie die Tomaten auf dem Balkon sind keine Seltenheit mehr.

Welchen Ursprung haben Wildkräuter?

Alle Kräuter wuchsen in der Vorzeit wild in der Natur. Unsere Vorfahren entdeckten ihre Gewürz- und Heilkraft. So bedeckte die Petersilie die Felswände in Griechenland und der Schnittlauch wuchs auf den italienischen Feldern und Wiesen. Sie wurden gesammelt und zu Speisen und Getränken gegeben, zu Tinkturen und Heilextrakten verarbeitet. Später wurden sie eigens für die Küche oder den Garten gezüchtet und vermehrt.

Was besonders gut schmeckte wurde neu gezüchtet, um noch mehr Ertrag zu bekommen. Die Geschmacksrichtungen wurden verändert und man versuchte, einen neuen robusteren Wuchs zu züchten. Meistens führte das zum Verlust von wertvollen Nährstoffen oder ging zu Lasten des ursprünglichen Geschmacks.

Viele Kräuter erreichten Europa und Deutschland, verdrängten unsere heimischen wilden Kräuter und brachten diese sogar in Verruf! Der konventionelle Gemüseanbau nahm immer mehr zu und das Wildkraut wurde zum Unkraut verdammt, verachtet, aus den Feldern gerupft, mit Chemie bekämpft und vernichtet!

Schließlich wurde ganz vergessen, was unsere wilden Kräuter alles können!

Wo wachsen Wildkräuter?

Wildkräuter finden wir das ganze Jahr über am Wegesrand, in den Wiesen, auf kargen Flächen, in Sümpfen und Wäldern, in großer Vielzahl, Größen und Aussehen überall dort, wo Mutter Erde geschützt werden will! Sie leben in geordneter Gemeinschaft und erfüllen alle den von der Natur aufgetragenen Zweck. Sie geben Mensch und Tier Nahrung und schließen, wenn man sie nicht stört, den ökologischen Kreislauf.

Einzelne Brennessel © Christel See
Franzosenkraut oder Knopfkraut © Christel See
Spitzwegerich als Einzelpflanze © Christel See

Wer sich mit den Wildkräutern näher beschäftigt entdeckt sehr schnell, dass viele bekannte „Unkräuter“ wahre Delikatessen sind und unseren konventionellen Kräutern, was Vitalstoffe und Geschmack betreffend, den Rang ablaufen!

Als Kräuterpädagogin kann ich jedem der einen kleinen Balkon, Vorgarten oder Garten hat raten, einige Quadratmeter mit wilden Kräutern und Blumen zu bestücken. Nicht nur, dass sie viele Insekten und den Bienen Nahrung geben, sondern auch jeder sich selbst damit beglücken kann und einen großen Beitrag zu Wiederherstellung des ökologischen Kreislaufs leistet!

Salat aus Frühlingskräutern © Johanna Mühlbauer

Kochen mit Wildkräutern

Aus Gänseblümchenblüten lässt sich ein sehr leckerer Sirup herstellen. Die Brennnesselblätter schmecken als Chips besser als Kartoffelchips und kosten außer etwas Öl und Zeit nichts! Der verhasste Giersch im Garten ist als Spinat gekocht feiner als der gezüchtete und das Franzosenkraut-Pesto als Brotaufstrich auf frischem Brennnessel-Spitzwegerich Brot eine leckere Vorspeise. Ganz zu schweigen von der Spitzwegerich Suppe, welche als Steinpilzcreme Suppe gereicht werden kann, weil sie nämlich so schmeckt.

Es gäbe noch viele Gerichte anzupreisen, es würde aber den Rahmen sprengen. Sollte ich jetzt Ihr Interesse an Wildkräutern geweckt haben, dann kann ich Ihnen empfehlen eine geführte Kräuterwanderung mitzumachen. Lernen Sie die wilden Kräuter vor Ihrer Haustür und in der freien Natur kennen, lernen Sie die Sammelregeln und Verarbeitungsmöglichkeiten, oder besser noch: legen Sie ein Wildkräuterbeet oder -kasten an. Mittlerweile bietet der Markt schon viele gute Samenmischungen an.​

Nachfolgend noch ein paar ausgesuchte Rezepte meiner Kräuterküche zum Nachkochen!

Sitzwegerich Suppe

  • 1/4 l Gemüsebrühe  
  • 1/4 l Sahne oder Milch
  • 1 Handvoll Spitzwegerich fein geschnitten
  • 2 TL Stärkemehl
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Gemüsebrühe und Sahne zusammen aufkochen. Spitzwegerich Blätter waschen, fein schneiden und zur Suppe geben. Die Suppe 15 Minuten sanft köcheln lassen. Dann erst entwickelt sich der Pilzgeschmack des Spitzwegerichs. Zum Andicken Stärkemehl in kaltem Wasser anrühren und kurz aufkochen lassen. Die Suppe mit Salz, etwas Pfeffer und Muskat abschmecken, pürieren und mit Gänseblümchen und Spitzwegerichknospen dekoriert servieren.

Selbstgemachte Suppe aus heimischen Wildkräutern © Hetizia

Foccacia mit Brennnesseln und Spitzwegerich 

  • 1 Handvoll          klein geschnittene Brennnesselblätter
  • 1 Handvoll          klein geschnittene Spitzwegerichblätter
  • 200 ml                  warmes Wasser
  • 1/2 Tüte              Trockenbackhefe
  • 1/2 TL                   Salz
  • 250 g                    Mehl
  • 2 EL                       Olivenöl
  • grobes Meersalz oder Kräutersalz            

Mehl in eine Schüssel geben und mit Trockenhefe und Salz vermischen. Dann so viel Wasser hinzugeben, bis ein geschmeidiger, knetbarer Teig entstanden ist und in diesen die Kräuter unterkneten. Je besser der Teig geknetet wird, desto luftiger wird die Foccacia. Anschließend den Teig auf das doppelte Volumen aufgehen lassen. Den Teig noch einmal kurz durchkneten und zu flachen Fladen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Foccacia mit Öl einpinseln und mit Meersalz oder Kräutersalz bestreuen und noch mal ein paar Minuten gehen lassen.

Auf dem Blech im Ofen 30 min bei 180 Grad Umluft backen. Foccacia am besten gleich warm essen. Frisch schmeckt sie am besten.

Franzosenkraut Pesto

  • 2 Handvoll  Franzosenkraut (heißt auch Knopfkraut!)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 50 g Sonnenblumenkerne oder andere Kerne
  • 2 TL getrocknete Tomaten
  • 1/2 TL Salz
  • 120 ml  Olivenöl

Sonnenblumenkerne im Mixer zerkleinern. Franzosenkraut, Knoblauch, Salz und Tomaten dazu geben und gut zerkleinern. Dann das Olivenöl langsam dazugeben und untermixen.

Statt der Tomaten könnte man auch Parmesan dazugeben - oder beides!

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