Gärtner-ABC: Wichtige Begriffe rund ums Gärtnern einfach erklärt

Acervuli

Acervuli sind Konidienlager, d.h. kissenförmige Fruchtkörper, die in Pilzen vorkommen.

Aecidiosporen

Aecidiosporen stellen eine Sporenart der Rostpilze dar, die auf Zwischenwirten gebildet wird.

Aeroplankton/Luftplankton

Als „Aeroplankton“ oder „Luftplankton“ wird die Masse von organischen Partikeln bezeichnet, die mit dem Wind verdriftet wird. Dazu gehören Viren, Sporen von Pilzen und Bakterien, Eier von Kleinkrebsen, Thripse, Insekten wie Blattläuse, Mücken und Schmetterlinge und auch kleine Spinnen. Manche Spinnen und Blattläuse können in Höhen von bis 3000 bis 5000 m gefunden werden. Das Luftplankton wird von Schwalben und anderen Zugvögeln als Nahrungsquelle genutzt.

Älchen

Älchen sind sehr kleine Fadenwürmer, die Pflanzenwurzeln saugen. Die Fadenwürmer werden den Nematoden zugeordnet. Mit dem bloßen Auge sind sie praktisch nicht zu erkennen, so dass ein Mikroskop bei der Bestimmung dieser Pflanzenschädlinge helfen kann.

Anbaupause

Als „Anbauphase“ wird die Zeit bis zum wiederholten Anbau der gleichen Kultur (z.B. Gurke, Tomate, etc.) bezeichnet. Viele Schädlinge befallen bevorzugt bestimmte Pflanzenarten und vermehren sich an diesen besonders gut. Durch wiederholten Anbau ein und der selben Kultur auf einem Beet, können sich solche Pilze, Bakterien oder Nematoden so stark anreichern, dass der erfolgreiche Anbau der Kultur unmöglich wird. Überdauerungsformen der Schädlinge können 3 bis 10 Jahre ohne eine Wirtspflanze im Boden überleben. Entsprechend lange Anbaupausen sind also empfehlenswert, da diese präventiv gegen Infektionen eingesetzt werden können.

Anhäufeln

Beim Anhäufen wird um die Basis einer Pflanze ein Haufen oder Wall aus Erde oder Mulch zusammengeschoben. Dies kann Vorteile bieten: So dient bei Erbsenjungpflanzen die Erde als Stütze. Bei Porree gewährleistet das Anhäufeln das Bleichen der langen Schäfte, die dadurch weiß und zart werden. Bei überwinternden Pflanzen schützt die Erde vor Frost.

Apothecien

Als Apothecien werden offene Fruchtkörper bei Flechten oder Schlauchpilzen bezeichnet, die becher-, schüssel- oder scheibenförmig ausfallen können.

Ascosporen

Ascosporen sind Sporen, die der Fortpflanzung dienen. Der Ascus ist dabei das Fortpflanzungsorgan der Schlauchpilze.

Assimilate

Mit „Assimilaten“ werden energiereiche, körpereigene Stoffe bezeichnet, die bei der Photosynthese entstehen.

Auflaufen

Auflaufen Keimblätter Bohne

Auflaufen bei Bohnen

Als Auflaufen bezeichnet man das sichtbarwerden der Keimblätter über der Erde beim Keimen von Samen.

Auflaufkrankheiten

Verschiedene Bodenpilze befallen Sämlinge während der Keimung und können sie abtöten. Die Sämlinge laufen dann nicht auf oder sterben nach dem Auflaufen ab (Umfallkrankheiten). Typische Erreger von Auflaufkrankheiten sind Pilze aus den Gattungen Pythium und Fusarium. Ihre verschiedenen Rassen befallen Salat, Kohl, Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis und viele andere Kulturpflanzen. Die Pilze werden durch Erde (Gartenerde, ungedämpften Kompost), benutzte Kulturgefäße und über Gießwasser übertragen. Auflaufkrankheiten können die Kultur von Pflanzenarten an über Jahre hinweg an einer Stelle unmöglich machen (siehe Bodenmüdigkeit und Anbaupausen).

Ausdünnen

Beim Ausdünnen werden einzelne Pflanzen aus einem direkt ins Beet gesäten Bestand entfernt, um den verbleibenden Sämlingen mehr Platz zu verschaffen. Das Ausdünnen oder Verziehen ist besonders wichtig bei Wurzelgemüse. Möhren, Radieschen und Rettich bilden keine schönen Knollen, wenn sie zu dicht stehen. Beim „Vereinzeln“ werden die schwächsten Jungpflanzen entfernt. Die Verwendung von Saatbändern macht das Ausdünnen überflüssig, da die Samen bereits im richtigen Abstand in der Erde platziert werden. Bei Pflanzen, bei denen eine Vorkultur möglich ist, werden die Sämlinge nach Aufgang pikiert und später auf den richtigen Abstand gepflanzt. In dem Fall ist ein Ausdünnen nicht nötig.

Ausgeizen

Tomate Ausgeizen

Ausgeizen einer Tomate (Foto: dima_pics – adobe.stock.com)

Das Entfernen der Seitentriebe bei Tomaten wird als „Ausgeizen“ bezeichnet. Diese wichtige Pflegemaßnahme sollten Sie  während der Vegetationszeit sehr regelmäßig und sorgfältig durchführen. Wenn Sie Ihre Tomaten immer wieder ausgeizen, entwickeln Ihre Tomatenpflanzen qualitativ bessere Früchte.

Die Triebe von Stabtomaten wachsen unbegrenzt weiter (indeterminiert) und bilden immer neue Blütenrispen am Haupttrieb und an allen Seitentrieben. Auf diese Weise bilden die Pflanzen schnell mehr Früchte als sie mit Nährstoffen versorgen können. In der Folge reifen die Tomaten nicht voll aus oder zeigen zum Beispiel Blütenendfäule. Darum werden bei Stabtomaten immer wieder die Seitentriebe entfernt, um die Versorgung der Früchte am Haupttrieb zu sichern.

Bei Buschtomaten ist das Längenwachstum aller Triebe begrenzt (determiniert). Sie bilden je nach Sorte pro Trieb nur 3 bis 6 Rispen aus und damit von Natur aus nur eine begrenzte Zahl an Früchten, die sie gut versorgen können. Darum müssen diese nicht ausgegeizt werden.

Ausputzen

Als „Ausputzen“ wird das Entfernen von welken oder kranken Blüten und Blättern bezeichnet. Abgestorbene oder kranke Pflanzenteile sind ein möglicher Infektionsherd und müssen zur Gesunderhaltung der Pflanzen entfernt werden. Zusätzlich werden durch das Ausputzen der Fruchtstände viele Pflanzen zu einer weiteren Blütenbildung angeregt. Entsorgen Sie kranke Blätter über den Bio-Abfall, anstatt diese im garteneigenen Komposter zu beseitigen. Erkrankungen können ansonsten mit dem Ausbringen der frischen Komposterde in den Beeten und Kübeln diese Krankheiten erneut in die Erde eingebracht werden.

Basidiosporen

Mit „Basidiosporen“ werden Fortpflanzungssporen bezeichnet, die von Ständerpilzen produziert werden.

Beinigkeit

Beinigkeit bei einer Möhre

Beinigkeit bei einer Möhre (Foto: Andreas Vietmeier)

Unerwünschte Verzweigung an den Pfahlwurzeln von Wurzelgemüse wie Möhren, Rüben, Pastinaken, Rettich und Treibchicorée werden als „Beinigkeit“ bezeichnet. Ursache ist Beschädigungen der Wurzel durch Bodenverdichtung oder Nematoden.

Bestäubung

Bestäubung einer Tomatenblüte

Bestäubung einer Tomatenblüte

Bei der Bestäubung wird Pollen auf die Narbe einer Blüte übertragen. Dadurch kommt es zur Befruchtung. Bei den meisten Pflanzen ist eine vollständige Bestäubung Voraussetzung für die Fruchtbildung. In der Regel sind mehrer Blüten nötig, teilweise sogar von verschiedenen Pflanzen, damit eine Befruchtung stattfinden kann. Kürbisse und Gurken bilden zum Beispiel sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Bei Kiwis und Spargel gibt es sogar männliche und weibliche Pflanzen. Nur wenn Pollen und Narben gleichzeitig reif sind, ist eine Bestäubung möglich. Eine Ausnahme sind jungfernfrüchtige (parthenokarpe) Sorten bei Gurken. Sie bilden auch ohne Bestäubung Früchte.

Biomasseproduktion

Mit „Biomassenproduktion“ wir die Gesamtheit der Masse bezeichnet, die ein Organismus produziert.

biotroph

Biotrophe Organismen sind solche, die lebende Pflanzen- oder Tiersubstanz als Nahrung nutzen und somit auf diese angewiesen sind. Im Rahmen dieser Ernährung werden die genutzen Pflanzen oder Tiere jedoch nicht getötet.

Blattmesophyll

Das Blattmesophyll ist das Grundgewebe der Blätter, das zwischen der oberen und unteren Oberhaut liegt.

Blattnässedauer

Blattnässdauer bei Pflanzen

Die Blattnässdauer gibt an, wie lange die Blätter einer Pflanze z.B. nach Niederschlägen oder dem Gießen mit Wasser benetzt sind.

Blautafel

Mit Leim geschichtete blaue Tafeln zur Befallskontrolle im Gewächshaus nennen sich „Blautafeln“. Mit diesen Blautafeln haben Sie die Möglichkeit, einen potentiellen Befall mit Insekten zu überwachen und zu kontrollieren. So sind Blautafeln nicht zur Schädlingsbekämpfung einsetzbar, sondern zur Befallskontrolle. Diese Tafeln werden zwischen den Pflanzen aufgehängt. Die blaue Farbe lockt Trauermücken und Thrps an, vor allem den Kalifornischen Blütenthrips an. Die Schädlinge bleiben am Leim kleben. In der zwittrigen Tulpenblüte steht in der Mitte der Fruchtknoten mit den Narben. Darum herum sind die Staubblätter mit den Pollensäcken zu sehen. Solche Klebetafeln werden auch in anderen Farben angeboten, etwa Gelbtafeln.

Blüte

Gurkenblüte

Gurkenblüte

Die Blüte dient zur Vermehrung der Pflanze. Sie ist auffällig gefärbt, verströmt Duft und bietet Nektar als Lockmittel für Tiere an. Ziel ist eine gezielte Übertragung des Pollens von einer Blüte auf eine andere (Bestäubung). Es gibt zwittrige Blüten, die sowohl über eine Narbe und einen Fruchtknoten mit Samenanlagen, als auch über Staublätter mit Pollen verfügen (Bohnen, Kohl, Tomaten). Teilweise können sich zwittrige Blüten selbst bestäuben. Getrenntgeschlechtliche Blüten sind entweder weiblich oder männlich (Gurken, Kürbis, Zucchini). Die männlichen bilden nur Pollen. Aus den weiblichen Blüten gehen die Früchte hervor.

Bodendämpfung/dämpfen

Unter einer Bodendämpfung wird das Einleiten von Wasserdampf in den Boden verstanden. Im Rahmen dessen sollen schädliche Mikroorganismen abgetötet werden.

Bodenleben

Zum Boden gehören mineralische Bestandteile (Kies, Sand), organische Verbindungen (Huminsäuren) und verschiedene Lebewesen. Im Boden leben Bakterien, Pilzen, Algen und Tieren, wie Milben, Springschwänzen, Regenwürmern, Nematoden usw.. Diese Organismen sind am Ab- und Umbau von organischem Material und der Freisetzung von Mineralstoffen beteiligt. Sie bilden ein Nahrungsnetz, das für die Bodenfruchtbarkeit wichtig ist.

Bodenmüdigkeit

Lässt sich eine bestimmte Kultur nach einigen Jahren auf einer Fläche trotz Düngung und geeigneter Kulturmaßnahmen nicht mehr anbauen, während andere Pflanzen problemlos wachsen, wird von „müdem Boden“ gesprochen. Es gibt zum Beispiel Salatmüdigkeit und Spinatmüdigkeit, die durch Pilze verursacht werden (siehe auch Auflaufkrankheiten und Anbaupause).

botanischer Name

Viele Pflanzen haben regional unterschiedliche Namen. So wird Feldsalat zum Beispiel auch als Nüsschen oder Mausohrsalat bezeichnet. Der botanische Name ist jedoch eine international einheitliche wissenschaftliche Bezeichnung. Diese besteht immer aus einer großgeschriebenen Bezeichnung für die Gattung und einer kleingeschriebenen Bezeichnung für die Art. Manchmal werden noch Unterarten durch eine dritte Bezeichnung unterschieden. Aus der Historie heraus sind die Namen in Latein gewählt. Der Gattungsname gibt in der Regel Aufschluss über ein typisches Merkmal, das alle zur Gattung dazugehörigen Arten verbindet. So bedeutet die Gattungsbezeichnung für Klee "Trifolium" zum Beispiel "drei Blätter". Der zweite Begriff bezeichnet ein Merkmal, das diese Art von einer anderen unterscheidet. So bedeutet zum Beispiel "pendula" hängend und "scandens" kletternd.

breitwürfig

Bei der breitwürfigen Aussaat wird das Saatgut mit der Hand flächig ausgebracht. Diese Art des Säens ist für zum Beispiel für Blumenmischungen oder Rasensamen geeignet. Gemüse wird dagegen wegen der einfacheren Pflege meist in Reihen ausgesät.

Bt, Bacillus thuringiensis

Bacillus thuringiensis ist ein Bodenbakterium, das einen Giftstoff (Bt-Toxin) produziert. Die Sporen des Bakteriums enthalten ein Proteinkristall, der im Darm von Insekten bei der Verdauung mit Hilfe von Enzymen aufgelöst wird. Dadurch wird ein Toxin frei, dass sich an der Darmwand festsetzt und das Darmgewebe zerstört. Säugetiere oder Vögel scheiden die Sporen unverdaut wieder aus. Es gibt verschiedene Stämme des Bakteriums deren verschiedene Toxine selektiv gegen Raupen, Mückenlarven oder Käfer wirken. Die Sporen werden als biologisches Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Bacillus thuringiensis var. kurstaki wirkt gegen Schmetterlingsraupen, var. israelensis gegen Mückenlarven in Gewässern und weitere Varietäten werden gegen Käfer (z. B. Kartoffelkäfer) eingesetzt. Die Sporen werden mit Wasser vermischt und über die Pflanzen verteilt. Fressen nun Käfer und Raupen an den Blättern nehmen sie den Kristall auf, verdauen ihn und sterben. Durch Regen werden die Sporen von den Blättern gewaschen und es muss bei Bedarf eine neue Behandlung erfolgen. Bienen oder andere Tiere werden nicht gefährdet, da sie den Proteinkristall beim Sammeln von Nektar und Pollen nicht aufnehmen und sie keine Rezeptoren für das Toxin haben.

Es werden sogar Bt-Präperate zur Bekämpfung der Großen Wachsmotte (Galeria melonella) direkt in Bienenstöcken eingesetzt. Die Gene, mit dem Code für die Toxine, wurde mit Hilfe von Gentechnik auf verschiedene Nutzpflanzen übertragen. Diese gentechnisch veränderten Organismen wie der Bt-Mais und die Bt-Baumwolle produzieren das Toxin in ihrem Gewebe daraufhin selbst. Da auf diese Weise das Toxin und nicht seine unverdauliche Kristallform im Pollen und in den Blättern enthalten sind, ist dieses Vorgehen sehr umstritten.

Buchtenfraß

Buchtenfraß Gefurchter Dickmaulrüssler

Buchtenfraß durch den Schädling Gefurchter Dickmaulrüssler

Vom Rand her werden beim Buchtenfraß Stücke aus dem Blatt gefressen. Dies ist ein sehr typisches Schadbild beim Auftreten von Dickmaulrüsslern an Rhododendron, Kirschlorbeer oder anderen Pflanzen.

Chasmothecien

Chasmothecien sind eine bestimmte Art von Fruchtkörpern.

Chlamydosporen

Chlamydosporen sind Pilzspore, die der Überdauerung des Organismus dienten. Die Zellen haben dicken Wänden, die darauf ausgelegt sind unter schwierigen Bedingungen zu überleben. So können diese auch ohne Versorgung mit Nährstoffen lange Perioden überstehen, ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren.

Chlorosen

Wenn sich die Blätter einer Pflanze gelb verfärben, könnte es sich um einen Chlorophyllmangel handeln.

Chlorosen werden auch als Bleichsucht oder Gelbsucht bezeichnet. Bei diesem Schadbild handelt es sich um Mangelerscheinung an Nutz- und Zierpflanzen. Tritt diese Erscheinung auf, wird in der Pflanze das Chlorophyll (Blattgrün) nicht korrekt gebildet oder abgebaut.

chlorotisch

Als „chloretisch“ werden Pflanzenteile bezeichnet, die von Bleichsucht befallen sind.

chlorotische Flecken

Pflanzen mit chlorotischen Flecken weisen hellgrüne bis gelbe Flecken auf.

Dammkultur

Aussaat oder Pflanzung auf dafür aufgehäufelten Dämmen nennt sich „Dammkultur“. Porreejungpflanzen werden in 20 cm tiefe Löcher in Dämme gesetzt. Dadurch entfällt das spätere Anhäufeln. Möhren können auf Dämmen problemlos in die Tiefe wachsen. Darum werden sie besonders auf schweren Böden auf Dämmen ausgesät.

Dämpfen

Beim Dämpfen wird Erde mit Hilfe von Wasserdampf auf 180 bis 200 °C erhitzt. Dadurch werden Pilzsporen, Viren, Unkrautsamen, Insektenlarven und Nematoden abgetötet.

Direktsaat

Das Saatgut wird bei der Direktsaat direkt ins Beet ausgebracht und keimt an Ort und Stelle.

Düngung

Richtig Düngen z.B. mit Kompost

Organische Massen wie Komposterde können Pflanzen gezielt mit Nährstoffen versorgen.

Als „Düngung“ wir die gezielte Zufuhr von Pflanzennährstoffen in den Boden bezeichnet.

Makronährstoffe wie Stickstoff, Phosphat, Kalium und Calcium benötigen Pflanzen in verhältnismäßig großen Mengen. Mikronährstoffe wie Eisen, Mangan und Bor sind für das Wachstum und den Stoffwechsel wichtig, werden aber nur in sehr kleinen Mengen benötigt. Beim Wachsen nimmt die Pflanze im Bodenwasser gelöste Nährstoffe auf und baut sie in ihren Körper ein. Bei der Ernte werden die in den Pflanzen enthaltenen Mineralstoffe vom Beet entfernt.

Damit auch die nachfolgenden Kulturen noch genug Nährstoffe zur Verfügung haben, müssen dem Boden die entzogenen Mineralstoffe wieder zugeführt werden. Dazu können mineralische Dünger verwendet werden oder organische Masse wie Kompost oder Mist.

Bei Mineraldüngern ist die Zusammensetzung genau definiert, so dass bei einem akuten Mangel gezielt die notwendigen Nährstoffe zugeführt werden können. Organische Dünger wie Hornspäne, Kompost und Mist liefern außer Nährsalzen auch Nahrung für Bodenorganismen und beeinflussen das Bodenleben und die Bodenstruktur.

Dunkelkeimer

Bei einigen Pflanzenarten kann die Einwirkung von Licht die Keimung behindern. Diese Arten nennen sich „Dunkelkeimer“. Bei diesen Pflanzen müssen die Samen bei der Aussaat unbedingt mit Erde abgedeckt werden. Dunkelkeimer sind zum Beispiel Rittersporn, Koriander, Petunie, Vergißmeinnicht und Stockrose. Die meisten Pflanzen sind Neutralkeimer und keimen sowohl im Hellen als auch im Dunklen. Im Gegensatz zu den Dunkelkeimern, brauchen Lichtkeimer Licht, um keimen zu können.

Edelsorte

Mit „Edelsorten“ werden Frucht- oder blütentragender Partner bei der Veredelung von Pflanzen bezeichnet. Manche Sorten von Gurken und Tomaten sind schmackhaft und widerstandsfähig gegen Blattkrankheiten, aber wenig wüchsig und anfällig für Infektionen über die Wurzel. Sie können als Edelsorte auf eine Unterlage, zum Beispiel auf eine Wildtomate oder einen Kürbis, aufgepfropft werden. Die Unterlage bildet ein kräftiges Wurzelwerk, das für eine gut Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sorgt und wenig oder gar nicht von typischen Wurzelkrankheiten befallen wird. In veredelten Pflanzen ist die Widerstandsfähigkeit der Unterlage mit den positiven Eigenschaften der Edelsorte vereint.

Einschlagen

Das Einschlagen in Sand ist eine Möglichkeit, Wurzelgemüse über den Winter zu lagern. Möhren, Pastinaken und Rüben werden dazu schichtweise in in Kisten mit feuchtem Sand gelegt. Diese werden so ausgelegt, dass sie sich nicht berühren und vollständig vom Sand umschlossen sind. So werden diese nicht weich und lassen sich mehrere Monate lagern.

Entspitzen

Das Entfernen der Triebspitze wird "Entspitzen" genannt. Die Spitzenknospe unterdrückt die Ausbildung von Seitentrieben. Durch das Entspitzen wird die Verzweigung von Pflanzen gefördert. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel der Ertrag von Paprika erhöhen oder bei Zierpflanzen ein kompakterer Wuchs erzielen.

F1-Hybride

F1-Hybride samenfest

Auf der Samentüte ist angegeben, ob es sich um eine F1-Hybride handelt.

Kreuzung aus zwei ausgewählten Elternsorten, die sich nicht samenfest vermehren lassen, wird als "F1-Hybride" bezeichnet. Da die Nachkommen von F1-Hybriden in Ihren Merkmalen aufspalten, müssen Samen für die nächste Generation immer wieder durch erneutes Kreuzen der zwei Elternsorten neu erzeugt werden. Dazu müssen die Mutterpflanzen oft mit der Hand bestäubt werden. F1-Hybride sollten nicht über ihr Saatgut vermehrt werrden – diese sind also nicht nachbaufähig, im Gegensatz zu samenfesten Sorten.

Fensterfraß

Fensterfraß durch den Schädling Llilienhähnchen

Fensterfraß durch den Schädling Llilienhähnchen

Raupen oder Larven von Käfern fressen sich von einer Seite in das Blatt bis nur noch eine Zellschicht wie ein transparentes Fenster übrig ist. Fensterfraß verursachen zum Beispiel Raupen von Kohlmotten, Larven von Rosenblattwespen und junge Larven von Lilienhähnchen.

frostempfindlich

Kälte- oder frostempfindliche Pflanzen vertragen keine niedrigen Temperaturen. Bei sehr anfälligen Arten können schon kurzzeitige Temperaturen unter 5 °C dauerhaften Schaden anrichten.

Fruchtfolgen

Mit der Fruchtfolge wird der aufeinanderfolgende Anbau verschiedener Gemüsearten im Laufe einer Gartensaison innerhalb eines Beetes bezeichnet. So wird z.B. in einem Beet im Frühling etwas gepflanzt und nach der Ernte dieses Gemüses wird ein anderes für die Nutzung im weiteren Verlauf der Gartensaison gepflanzt.

Fruchtwechsel

Beim Fruchtwechsel werden bestimmter Gemüsegruppen in einem Teil des Gemüsegartens jährlich wechselnd angepflanzt. Von der Fruchtwechsel wird also gesprochen, wenn es um die Fruchtfolge von einer Saison zur nächsten geht.

Fungizide

Fungizide stellen biologische oder chemische Wirkstoffe dar, die Pilze oder ihre Sporen abtöten.

Gallen

Gallen verursacht durch Nematoden (Fadenwürmer).

Gallen verursacht durch Nematoden (Fadenwürmer).

„Gallen“ werden kugelförmige Geschwülste an Pflanzen genannt. Meist werden diese durch Fliegen, Wespen, Blattläuse oder Milben verursacht.

gefüllt blühend

Gefüllt blühende Tulpe

Gefüllt blühende Tulpen

Gefüllte Blüten haben mehr Blütenblätter und wirken üppiger. Teilweise sind bei gefüllten Blüten Staubblätter umgewandelt (Lilien). Manchmal sind die Blütenblätter aber auch zusätzlich vorhanden (Tulpen).

Gelbtafel

Gelbtafel Schädlingsbekämpfung

Gelbtafeln, eingesetzt zur Schädlingskontrolle (Foto: Amelia – adobe.stock.com)

Gelbtafeln sind gelbe, mit Klebstoffen versehene Kunststoff- oder Papptafeln, die z.B. zur Schädlingskontrolle eingesetzt werden. Sie locken fliegende Schadinsekten wie Weiße Fliegen, geflügelte Blattläuse, Minierfliegen und Trauermücken an, die dann an diesen kleben bleiben. Damit sind Gelbtafeln ideal geeignet zur Befallskontrolle und werden im Rahmen einer biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Solche Klebetafeln werden auch in anderen Farben angeboten, etwa Blautafeln.

Gentechnik

Methoden und Verfahren der Biotechnologie mit deren Hilfe gezielte Eingriffe in das Erbgut von Lebewesen vorgenommen werden, werden als „Gentechnik“ bezeichnet. Mit Hilfe von Gentechnik können Gene übertragen werden, die auf natürlichem Wege nicht in den Organismus eingebaut werden könnten. Bei konventioneller Pflanzenzüchtung ist die Kreuzung von verschiedenen Sorten einer Art, die Kreuzung zwischen zwei Arten einer Gattung oder auch die Kreuzung von Pflanzen aus verschiedenen Gattungen möglich. So werden beispielsweise Resistenzgene von Wildtomaten oder Wildäpfeln in Zuchtsorten eingekreuzt.

Eine Einkreuzung von Genen eines Tieres oder Bakteriums in eine Pflanze auf natürlichem Wege ist nicht möglich. Mit Hilfe der Gentechnik können Pflanzen zum Beispiel Gene für die Bildung eines Giftes eingepflanzt werden, das aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) stammt. Bt dient als biologisches Pflanzenschutzmittel gegen Insektenlarven. Würde die Pflanze genug von dem Toxin selbst produzieren, müsste sie nicht mehr gegen die Schädlinge gespritzt werden. Darum werden Bt-Mais, Bt-Reis und Bt-Baumwolle gezüchtet und auch in großem Umfang angebaut.

Eine andere gentechnische Veränderung ist die Round-up-Resistenz. Durch das Einschleusen eines Gens aus einem Käfer, kann die negative Wirkung des Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat auf Nutzpflanzen (z. B. Zuckerrüben) umgangen werden. Das sehr umfangreich wirkende Mittel kann flächig ausgebracht werden und allein Round-up-resistenten Pflanzen werden nicht geschädigt. Diese "Grüne Gentechnik" soll den Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln senken und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Die durch Gentechnik erzeugten Pflanzen bringen aber verschiedene neue Probleme mit sich. Bt-Pflanzen bilden nicht immer ausreichend von dem Toxin, um für die Insekten tödlich zu sein. Die niedrigen Konzentrationen in den Pflanzen fördern die Resistenzbildung bei den Schädlingen und bringen Populationen hervor, die nicht mehr mit Bt bekämpft werden können. Die Round-up-Resistenz kann von saugenden Insekten auf andere Pflanzen übertragen werden, so dass auch die zu bekämpfenden Unkräuter nicht mehr anfällig für das Pflanzenschutzmittel sind. Die Auswirkung der fremden Gene auf den Menschen und Nutztiere beim Verzehr transgener Pflanzen ist bisher unklar. In der EU ist der Anbau und der Verkauf von Pflanzensorten, die mit Hilfe von Gentechnik verändert wurden, darum nicht erlaubt.

Gründüngung

Gründüngung Gründüngungspflanze Phacelia

Gründüngungspflanze Phacelia

Gründüngungspflanzen werden zur Bodenverbesserung auf Bracheflächen ausgesät. Sie verhindern die Auswaschung von Nährstoffen, lockern den Boden mit ihren Wurzeln, reichern Nährstoffe an und wirken zum Teil aktiv gegen Schädlinge. Somit bilden diese eine natürliche Düngung. Als schönen Nebeneffekt, locken viele Gründüngungspflanzen Nützlinge an.

Grus

Als „Grus“ werden kleine, zerbröckelte Teilchen bezeichnet.

Handbestäubung

Handbestäubung bei Pflanzen

Handbestäubung ( Foto: rukawajung – adobe.stock.com)

„Handbestäubung“ bedeutet eine Übertragung von Pollen mit einem Pinsel oder direkt vom Staubblatt auf die Narbe einer Mutterpflanze. Nach dem Entfernen der Pollengefäße aus der Blüte der Mutterpflanze kann durch Handbestäubung sichergestellt werden, dass zwei bestimmte Pflanzen sich kreuzen. Die Handbestäubung spielt vor allem in der Züchtung eine wichtige Rolle. Sie ist aber auch notwendig um Saatgut für F1-Hybriden von Tomaten, Gurken und anderen Pflanzen zu gewinnen.

Haustorien

Haustorien sind die Saugorgane parasitisch oder halbparasitisch lebender Pflanzen und Pilze, die Nährstoffe und Wasser aus einem anderen Individuum saugen.

Herzlosigkeit

Bei der „Herzlosigkeit“ bilden Pflanzen keine neue Blätter in ihren Vegetationspunkten – wie es eigentlich üblich wäre.

Hybride

Hybriden sich Pflanzen, die aus der Kreuzung zweier Zuchtlinien hervorgegangen ist. F1-Hybriden sind die ersten Tochter-Generation (F1) der Kreuzungen.

Hydathoden

Mit dem Wort „Hydathoden“ werden die Drüsen bezeichnet, über die bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser ausgeschieden wird.

Hyphen

Hyphen sind verzweigte, einreihige Fäden von Pilzen.

Insektizide

Insektizide sind chemische Wirkstoffe, die zur Abtötung von Schädlinge engesetzt werden.

Kahlfraß

Kahlfraß durch den Schädling Kartoffelkäfer

Kahlfraß durch den Schädling Kartoffelkäfer (Foto: Pixelmixel – adobe.stock.com)

Beim Kahlfraß werden Blätter im Ganzen bis auf den Stiel abgefressen. Viele Raupen und Schnecken fressen Laub im Ganzen. Auch die Larven von Kartoffelkäfern und die älteren Larven von Lilienhähnchen verzehren Blätter ganz.

Keimblätter

Keimblätter und erste Laubblätter der Tomate

Keimblätter und erste Laubblätter der Tomate

Die Keimblätter sind Teil des Keimlings, sozusagen der Embryo der Samenpflanzen. Sie entstehen aus den Reservestoffen des Samens und haben die Aufgabe den Sämling durch Photosynthese zu ernähren. Sobald sich die ersten Laubblätter gebildet haben, sterben die Keimblätter ab. Keimblätter können völlig anders aussehen als die späteren Laubblätter.

Keimfähigkeit

Keimfähigkeit testen bei Saatgut

Ob Samen noch keimfähig sein, können Sie testen.

Samen sind ein Naturprodukt. Nicht alle Samen keimen daher gleich gut. Bei einer Keimfähigkeitsprüfung wird getestet, wie viele Samen einer Probe in einem bestimmten Zeitraum keimen. Diese Keimfähigkeit wird in Prozent angegeben. Für Gemüssaatgut gibt es Vorgaben im Saatgutverkehrsgesetz, wie hoch die Keimfähigkeit sein muss.

Gerade wenn Saatgut lange eingelagert wurde, stellt sich die Frage, ob die Samen noch keimfähig sind. Um das zu überprüfen, gibt es einen einfachen Trick: Werden einige Samen in einen Gefäß mit Wasser gegeben und sammeln sich diese dann nicht am Boden, sondern schwimmen an der Wasseroberfläche, ist die Keimfähigkeit nicht mehr gegeben.

Kleistothecien

Kleistothecien sind eine bestimmte Art von Fruchtkörpern.

Knolle

Eine Knolle ist ein Speicherorgan aus verdickten Teilen von Wurzeln oder Sprossen. Sie dient als Nährstoffspeicher zur Überdauerung von Ruhezeiten. Knollen finden sich zum Beispiel bei Dahlien, Knollenbegonien, Krokussen und Gladiolen.

Konidien

Als „Konidien“ werden eine bestimmte Form von Sporen von Pilzen bezeichnet.

Konidienträger

Konidienträger sind spezialisierte Zellfäden, die Konidien ausbilden.

Kontaktfungizide

Kontaktfungizide sind biologische oder chemische Wirkstoffe, die Pilze oder ihre Sporen abtöten.

Kurztag

Die Tageslänge beeinflusst Dauer und Verlauf der Wachstums- und Blühphase von Pflanzen. Im Kurztag haben die Pflanzen weniger als 12 Stunden Tageslicht. Langtagpflanzen wachsen im Kurztag, kommen aber nicht zur Blüte. Kurztagspflanzen beginnen Blüten anzulegen, wenn die Tage kürzer werden. Erdbeeren legen zum Beispiel ihre Knospen für das nächste Jahr bereits im Herbst an.

Kutikula

Kutikula Blätter

Die Kutikula bezeichnet eine wachsartige Schicht auf der Pflanzenoberfläche.

Langtag

Die Tageslänge beeinflusst Dauer und Verlauf der Wachstums- und Blühphase von Pflanzen. Im Langtag haben die Pflanzen mehr als 12 Stunden Tageslicht zur Verfügung. Dadurch werden Langtagspflanzen zur Bildung von Blüten und Früchten angeregt. Darum blühen und fruchten zum Beispiel Tomaten, Kürbisse und anderes Fruchtgemüse im Sommer. Nicht schossfeste Salate beginnen ebenfalls mit der Blütenbildung und "Schießen".

Laubblatt

Laubblätter dienen der Energiegewinnung der Pflanzen durch Photosynthese. In der Regel sind die Blätter grün. Sie können aber auch weiße oder rötliche Muster haben oder gänzlich rot gefärbt sein.

Lentizellen

Lentizellen dienen dem Blatt wie Spaltöffnungen zum Gasaustausch zwischen der Luft und dem lebenden Gewebe unter der Lentizelle. Mit diesen Atmungsöffnungen kann die Pflanze also atmen.

Lichtkeimer

Als „Lichtkeimer“ werden Kulturen bezeichnet, deren Saatgut Licht für die Keimung benötigt. Wird das Saatgut abgedeckt, gehen die Samen nicht auf. Typische Lichtkeimer sind zum Beispiel Basilikum und Thymian. Im Gegensatz zu den Lichtkeimern, brauchen Dunkelkeimer kein Licht, um keimen zu können.

Lochfraß

Lochfraß

Lochfraß

Raupen, Erdflöhe und andere Schädlinge fressen Löcher in die Blätter verschiedener Pflanzen. Dieser Lochfraß wird zum Beispiel typischerweise von Raupen der Kohleule und des Kleinen Kohlweißlings verursacht.

Makronährstoffe

Hauptnährstoffe der Pflanzen werden als „Makronährstoffe“ bezeichnet. Dazu gehören Stickstoff (z.B. als Nitrat, Nitrit, Harnstoff), Phosphat, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel. Diese Nährstoffe benötigt die Pflanze in größerer Menge zum Aufbau von Zellwänden, DNA und Eiweißen.

Mikronährstoffe

Mikronährstoffe sind wichtige Nährstoffe für die Pflanze, die bereits in geringer Dosis große Wirkung erzielen. Mikronährstoffe werden nur in geringer Menge gebraucht, wirken aber als Bestandteile wichtiger Enzyme auf den ganzen Stoffwechsel.

Minierfraß

Minierfraß durch Minierfliege

Minierfraß durch Minierfliege (Foto: Andreas Vietmeier)

Die Larven einiger Wespen, Fliegen und Schmetterlinge fressen sich in die Blätter, Stängel oder Wurzeln von Pflanzen hinein. Sie fressen sich durch das Innere und legen dabei Gänge (Minen) an. Auf diese Weise wird die Pflanzen geschwächt und es entstehen Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Befallene Blätter können absterben und vorzeitig abfallen. Bei Gemüsekulturen kann es zu Ertragsausfällen kommen.

Befallene Möhren können nicht gegessen werden. Auch bei Schnittsellerie oder Lauch zerstören die Larven der Minierfliegen das Erntegut. Von Minenfraß sind nicht nur krautige Pflanzen betroffen. Auch große Bäume können bei starkem Befall absterben. Sehr problematisch ist seit einigen Jahren der Befall von Kastanien mit den Larven der zugewanderten Kastanienminiermotte.

Miniergänge

Miniergänge verursacht durch Minierfliegen

Miniergänge verursacht durch Minierfliegen (Foto: Andreas Vietmeier)

Minierer sind Minierfliegen oder Insektenlarven, die Pflanzenblätter zwischen ihren Ober- und Unterhäuten auffressen. Bei dieser Vorgang entstehen serpentinenartig geformte Fraßgänge, die als „Miniergänge“ bezeichnet werden.

Mischkultur

Mischkultur im Gemüsebeet

Mischkultur

Mischkultur bedeutet, dass eine gemeinsame Kultur von verschiedenen Pflanzenarten z. B. in einem Gemüsebeet angelegt wird. Gute Partner für die Mischkultur sind Pflanzen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen.

Moorbeetpflanzen

Moorbeetpflanzen Rhododendron

Der Rhododendron gehört zu den Moorbeetpflanzen.

Moorbeetpflanzen sind auf Böden mit einem niedrigen pH-Wert zwischen 4 und 6 angewiesen. Ist der pH-Wert des Bodens zu hoch, können die Pflanzen nur begrenzt Nährstoffe aufnehmen, wachsen schlecht und werden anfällig. Darum dürfen diese nicht gekalkt werden. Typische Moorbeetpflanzen sind Rhododendren, Scheinbeere, Moorheide und Japanische Glockenheide.

Molluskizide

Molluskizide sind chemische Wirkstoffe, die gegen Weichtiere eingesetzt werden.

Mulch

Was ist Mulch?

Mulch schützt den Boden vor Austrocknung und dem Aufkommen von Unkräutern.

Mulch ist eine Deckschicht aus Rindenstückchen, Grasschnitt oder Laub, die den Boden vor Austrocknung schützt und das Aufkommen von Unkräutern verhindert. Die Mulchdecke zersetzt sich mit der Zeit und wird zu Humus.

Mykorrhiza

Bodenpilze, die eine symbiotische Beziehung mit Pflanzen eingehen, nennen sich „Mykorrhiza“. Über das weitreichende Geflecht des Pilzes werden der Pflanze Wasser und Nährstoffe zugeführt. Durch den Pilz wird die Wasser-, Stickstoff- und Phosphat-Versorgung der Pflanzen verbessert. Zudem wird das Risiko einer Infektion mit Wurzelschädlingen reduziert.

Myzel

Ein Myzel wird die Gesamtheit aller Zellfäden (fadenförmigen Zellen eines Pilzes) genannt.

Neemöl

Neemöl ist ein Insektizid, das aus Samen des Neem-Baums hergestellt wird.

Nekrosen

Nekrosen erkennen

Nekrose an Blättern

„Nekrosen“ werden Pfanzenstellen mit durch Kälte, Wärme, Gifte, Strahlen oder Stoffwechselstörungen abgestorbenem Gewebe genannt. Sie zeigen sich als braune bis schwarze Flecken an Blätter, Wurzeln oder Stängeln von Pflanzen.

Nematizid

Ein Nematizid ist ein Schädlingsbekämpfungsmittel, das gegen Fadenwürmer eingesetzt wird.

Nematoden

Nematoden Fadenwürmer

Nematoden können Schadbilder hervorrufen, aber auch als Nützlinge eingesetzt werden.

Nematoden sind mikroskopisch kleine Bodenwürmer (Bodenälchen). Einige Nematoden saugen an Pflanzen und verursachen dadurch verschiedene Schadbilder. Sie verursachen Wurzelschäden (Gallen, Zysten, Verkrümmungen) und behindern so die Nährstoffaufnahme der Pflanze. Blatt- und Stängelälchen fressen sich durch die oberirdischen Pflanzenteile. Andere Nematoden ernähren sich von Bakterien oder Algen. Der Nematode Phasmarhabditis hermaphrodita befällt Nacktschnecken, die in der Folge absterben. Heterorhabditis bacteriophora und Heterorhabditis megidis werden zur Bekämpfung von Dickmaulrüssler-Larven ausgebracht. Steinernema feltiae wird gegen Trauermückenlarven eingesetzt.

Oosporen

Als „Oosporen“ werden die Zellen bei bestimmten Pilzen bezeichnet, die durch Befruchtung entstehen.

parthenokarp

"Parthenokarp" bedeutet "jungfernfrüchtig". Jungfernfrüchtige Sorten bilden ohne Bestäubung Früchte. Ohne die Bestäubung bilden sich aber keine fruchtbaren Samen. Parthenokarpe Früchte haben darum keine oder nur sehr kleine und unterentwickelte Kerne.

Penetration

Bei der „Penetration“ dringen Erreger, Parasiten oder Viren in eine Pflanze ein.

Perithecien

Als „Perithecien“ werden kleine Fruchtkörper bezeichnet, die birnen-, flaschen- oder kugelförmig sind.

persistenter Virus

Ein persistenter Virus ist ein Virus, der über einen längeren Zeitraum in einer Zelle oder dem Wirtsorganismus verbleibt.

Phytopathogen

Phytopathogen wird ein Organismus bezeichnet, der Krankheiten bei Pflanzen (Pflanzenkrankheiten) verursacht.

Pikieren

Pflanzen pikieren

Wenn Jungpflanzen groß genug sind, müssen diese pikiert werden.

Beim Pikieren werden Sämlinge in vorgestochene Löcher (franz. "piquer" = "stechen") gesetzt. In Saatschalen vorgezogene Sämlinge werden auf diese Weise in größere Töpfe oder auf weiteren Abstand gepflanzt. Sie werden vorsichtig mit Hilfe eines Pikierhölzchens aus der Anzuchterde genommen und in neue Kultursubstrate umgesetzt. Nicht alle Pflanzen können pikiert werden. Arten mit Pfahlwurzeln vertragen das Umpflanzen nicht. Rettiche und Möhren werden zum Beispiel beinig, wenn die Keimwurzel beschädigt wird. Sie werden darum meisten per Direktsaat direkt ins Beet gesät.

pilliertes Saatgut

Bei pilliertem Saatgut werden die Samen in eine Schicht aus Ton eingehüllt. Dadurch sind diese leichter zu handhaben und gezielter auszusäen. Der Mantel unserer Kiepenkerl-Pillen enthält weder Pflanzenschutzmittel noch Dünger. Wichtig ist, dass die Saatpille nach der Aussaat immer gut feucht gehalten wird.

Pyknidien

Pyknidien sind eine bestimmte Form von schwarzen Fruchtkörpern, kugel- bis flaschenförmig, die in der Gruppe der Schlauchpilze auftreten.

Pyrethrine

Pyrethrine sind Insektizide, die aus Chrysanthemen-Blüten hergestellt werden.

rein weiblich

Die Blüten vieler Pflanzenarten sind zwittrig und haben sowohl Narbe als auch Pollensäcke. Gurken haben getrenntgeschlechtliche Blüten, die entweder weiblich oder männlich sind. Rein weibliche Sorten bilden nur weibliche Blüten aus und produzieren auch ohne Bestäubung Früchte. Kiwis bilden männliche und weibliche Pflanzen, die nebeneinander wachsen müssen, damit es zur Bestäubung kommen kann und Früchte entstehen.

Resistenzen

Wenn Pflanzen ererbte Mechanismen zur Abwehr von Schaderregern haben, wird von „Resistenzen“ gesprochen. Eine Resistenz bezieht sich immer nur auf einen bestimmten Schaderreger oder sogar nur auf eine Rasse eines Schaderregers. Darum können auch resistente Pflanzen krank werden. Beispielsweise ist der Kopfsalat ´Estelle´ gegen 23 von 25 Rassen des Falschen Meltau (Bremia lactuca) resistent. Nur die Rassen Bl2 und Bl23 können diesen Salat infizieren, falls diese am Standort vorkommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese resistente Sorte Falschen Mehltau bekommt ist also gering. Gegen den Befall mit Echtem Mehltau ist die Sorte durch ihre Resistenzen aber nicht geschützt.

Resistenzgene

Gene, die in der Pflanze dafür sorgen, das Abwehrstoffe gegen Schaderreger produziert werden, werden als „Resistenzgene“ bezeichnet.

Rhizom

Ein Rhizom ist ein unterirdisch wachsender, verzweigter Sproß, der der Nährstoffspeicherung dient (z.B. Iris, Canna). Pflanzen können durch Teilung der Rhizome vermehrt werden, wenn an den einzelnen Teilstücken Augen von Knospen vorhanden sind.

Saatband/Saatteppich/Saatscheibe

Saatbänder, Saatteppiche und Saatscheiben

Saatbänder, Saatteppiche und Saatscheiben erleichtern die Aussaat beträchtlich.

Saatbänder sind Papierstreifen, auf denen Saatgut im optimalen Abstand aufgebracht ist, der für die Kultur bis zur Ernte vorteilhaft ist. So entfällt später das Vereinzeln und Umpflanzen der jungen Keimlinge. Es werden Produkte aus Saatpapier für die Aussaat von Gemüse, Kräutern und Blumen angeboten.

Saatteppiche funktionieren nach dem gleichen Prinzip, nur dass hier das Saatgut auf einer breiteren Fläche zwischen zwei Papierlagen aufgebracht ist. Natürlich können die Saatteppiche passend für Beete oder Blumenkästen zugeschnitten werden. Saatscheiben wiederum sind rund angelegt und damit ideal für die Aussaat in Töpfen geeignet.

Lockern Sie die Erde mindestens 10 Zentimeter tief auf und ebnen Sie im Anschluss die Erde mit einer Harke ein.

Das Saatpapier von Saatband, Saatteppich oder Saatscheibe wird direkt ins Beet gelegt und etwa 0,5 - 1 cm mit Erde bedeckt, leicht angedrückt und direkt angefeuchtet. Sie müssen nun lediglich darauf achten, dass das Saatpapier nicht austrocknet, denn dann kann die Keimung unterbrochen werden und die Samen trocknen aus.

Saatgut

Saatgut

Saatgut ist die Bezeichnung für gereinigte Pflanzensamen, die den Bestimmungen des Saatgutverkehrsgesetzes genügen.

samenecht/samenfest

Werden Blüten einer samenechten Sorte mit Pollen der gleichen Sorte bestäubt, habe die Nachkommen die gleichen Eigenschaften wie ihre Elternpflanzen. Dies nennt sich „samenfest“, sortenrein bzw. nachbaufähig. Samenfeste Pflanzen werden als offenblühend bezeichnet, weil sie im Gegensatz zu den F1-Hybriden nicht gezielt mit der Hand bestäubt werden müssen.

saprophytisch

„Saprophytisch“ ist die Bezeichnung für z.B. Pilze und Bakterien, die sich von toten organischen Substanzen ernähren.

schossen/schießen

Schoßen Schießen Salat

Wenn Salat unnatürlich stark in die Höhe wächst und bitter wird, wird von "schießen" gesprochen.

Vorzeitige Blütenbildung bei Wurzel- und Blattgemüse wird mit dem Begriff "schießen" bezeichnet. Das Schießen verhindert zum Beispiel die Bildung von geschlossenen Köpfen bei Kohl und die Bildung von Rüben bei Radieschen und Rettich. Geschossener Knollenfenchel wird in dem Fall hart.

Schwachzehrer

Schwachzehrer sind Pflanzen, die dem Boden wenig Nährstoffe abverlangen. Sie können auf Flächen wachsen, auf denen vorher Starkzehrer standen.

Skelettierfraß

Skelettierfraß an Kohl

Beim Skelettierfraß werden die Blattflächen bis auf die festen Blattrippen gefressen. Skelettierfraß ist ein typisches Schadbild, wenn Raupen des Großen Kohlweißlings die Pflanze befallen haben.

Sklerotien

Sklerotien sind oft harte Speicherorgane von Pilzen. Diese Pilzgeflechtverdickungen sind an der Außenschicht oft dunkel gefärbt.

Sorten

Sorten sind Zuchtformen einer Pflanzenart, die auf ihre Eigenschaften geprüft und im Sortenregister eingetragen wurden. Sorten weisen spezielle, typische Merkmalkombinationen (Farbe, Größe, Form von Blüten und Früchten, Resistenzen gegen Schädlinge etc.) auf.

Sporangien

Als „Sporangien“ werden die Sporenbehälter von Pilzen bezeichnet.

Sporangienträger

Als „Sporangienträger“ werden senkrechte Pilzfäden, die die Sporenbehälter tragen, bezeichnet.

Starkzehrer

Pflanzen, die einen hohen Nährstoffbedarf haben, werden als Starkzehrer bezeichnet. Sie entziehen dem Boden viele Nährstoffe und zehren ihn, im Gegensatz zu Schwachzehrern, so aus.

Staunässe

Staunässe vorbeugen

Bei Staunässe fangen Wurzeln an zu faulen und sterben schließlich komplett ab.

Kann Wasser in verdichtetem Boden nicht versickern, staut es sich und verdrängt die Luft aus dem Boden. Es entsteht ein sauerstoffarmes Milieu, das die Wurzeln, Zwiebeln und Knollen von Pflanzen schädigt.

Stolone

Einige Pflanzenarten bilden oberhalb oder unterhalb der Erde kriechende, verlängerte Seitensprosse. Diese Ausläufer der Pflanze werden als „Stolone“ bezeichnet.

Stomata

Als „Stomata“ werden die Poren in der äußeren Pflanzenhaut bezeichnet.

Sukkulente

Sukkulente

Sukkulente

In Regionen mit wenige Niederschlägen haben sich Pflanzen entwickelt, die Wasser in dicken, fleischigen Blättern oder Stämmen lange speichern können. Sie können lange Zeit überleben ohne gegossen zu werden. Dauerhafte Nässe an den Wurzeln schadet ihnen sehr. Bekannte Sukkulente sind Kakteen, Agaven, Dickblattgewächse und Euphorbien.

teleomorphes Stadium

Das teleomorphe Stadium, auch Hauptfruchtform genannt, ist ein Entwicklungsstadium eines Pilzes, bei dem zur Fortpflanzung Entwicklungsstadien infolge eines Sexualvorgangs gebildet werden.

Teleutosporen

Als „Teleutosporen“ werden die Wintersporen der Rostpilze bezeichnet.

Tönnchenpuppen

Verpuppte Maden werden auch „Tönnchenpuppen“ genannt.

Trichome

Als „Trichome“ werden die haarähnliche Strukturen auf den Oberflächen von Pflanzen bezeichnet, also die Pflanzenhaare.

Tröpfchenbewässerung

Tröpfchenbewässerung

Ein Vorteil dieser Methode ist, dass die Blätter dabei nicht mit Wasser benetzt werden. (Foto: orestligetka – adobe.stock.com)

Bei dieser Bewässerungstechnik wird ein Schlauch ausgelegt, an dem in regelmäßigen Abständen Aussparungen vorhanden sind, über die kleine, aber exakte Wassermengen tröpfchenweise abgegeben werden.

Unterlage, Veredelungsunterlage

Bei der Veredelung wird eine Edelsorte auf eine andere Pflanze der gleichen Familie aufgepropft. Die Unterlage bildet Wurzeln und zum Teil auch Stamm der veredelten Pflanze, während die Edelsorte Blüten und Früchte liefert. Unterlagen sind spezielle Sorten oder robuste Wildarten, die widerstandsfähig gegen Schädlinge im Boden sind. Die Unterlage hat auch Einfluß auf den Wuchs der Pflanzen. Obstbäume werden auf schwachwüchsige Unterlagen veredelt, damit die Bäume klein und schlank bleiben. Bei Rosenhochstämmen werden die Edelsorten auf Langtriebe von Wildrosen aufgesetzt, die dann den Stamm bilden. Bei Fruchtgemüse steigern die Unterlagen den Ertrag.

Uredosporen

Als „Uredosporen“ werden die Sommersporen der Rostpilze bezeichnet.

Verdriften

Passive Fortbewegung mit der Strömung von Luft oder Wasser nennt sich "Verdriften". Verdriften ist eine Form der Wanderungsbewegung, die sich vor allem bei kleineren Tieren mit begrenzter Mobilität findet. Quallen und Plankton treiben beispielsweise mit der Strömung im Meer. Mit dem Verdriften mit Wind ist z. B. Luftplankton (Aeroplankton) gemeint. Jungspinnen lassen sich mit Hilfe von Spinnfäden verdriften und legen so in bis zu 5000 Metern Höhe Strecken von mehreren hundert Kilometern zurück. Auch Schmetterlinge, Thripse und die geflügelten Stadien von Blattläuse verdriften mit dem Wind.

Vergeilen

Wenn Pflanzen durch Lichtmangel oder zu engen Stand ein verstärktes Längenwachstum zeigen, wird vom „Vergeilen“ gesprochen. Die Pflanzen sind dann anfällig und wenig standfest. Die Geiltriebe sind oft blassgrün oder gelblich.

Verziehen

Pflanzen verziehen

Pflanzen verziehen

Beim Verziehen werden einzelne Pflanzen aus einem Bestand entfernt um den verbleibenden mehr Platz zu verschaffen. Das Ausdünnen oder Verziehen ist besonders wichtig bei Wurzelgemüse. Möhren, Radieschen und Rettich bilden keine schönen Knollen, wenn sie zu dicht gepflanzt werden.

Vorkultur

Jungpflanzen per Vorkultur

Jungpflanzen werden nach der Vorkultur in Beete oder Kübel umgepflanzt.

Bei der Vorkultur werden Samen im Haus oder Gewächshaus in Anzuchtschalen oder Töpfen ausgesät. Die Jungpflanzen werden später in Beete oder Kübel umgepflanzt.

winterhart

Winterharter Lavendel

Die meisten Lavendelsorten sind in unseren Breiten ausreichend winterhart.

Pflanzen, die einen kalten Winter im Freien problemlos überleben, werden als „winterharte Pflanzen“ bezeichnet. Pflanzen, die bei uns winterhart sind, müssen nicht nur Frost vertragen, sondern auch lange Perioden mit nasser Witterung und wenig Sonnenlicht überstehen. Manche Zwiebelblumen vertragen beispielsweise kalte Temperaturen gut, faulen aber wegen der Dauernässe im Herbst und Winter. Sie sind unter unseren klimatischen Bedingungen also nur bedingt winterhart. Eine Abdeckung, die Knollen, Zwiebeln und Rhizome vor Nässe schützt, kann das Überwintern im Freien möglich machen.

Wuchsdepressionen

Leidet eine Pflanze an einer Wuchsdepressionen, so wächst diese schlecht an bzw. treibt schwach aus.

Zoosporen

Zoosporen werden auch Schwärmsporen genannt. Diese im Wasser bewegliche Sporen kommen vor allem bei im Wasser lebenden Algen und Pilzen vor.

Zucht, Züchtung

Züchtung hat das Ziel Pflanzen so zu verändern, dass Sie den Bedürfnissen der Menschen besser entsprechen. Überall auf der Welt wählen Menschen seit Beginn des Ackerbaus für die Aussaat im nächsten Jahr Samen von den Pflanzen aus, die ihnen besonders schmackhaft oder nahrhaft erscheinen oder besonders schön gewachsen sind. So wurden zum Beispiel aus ungenießbaren, bitteren Wildkürbissen über Jahrhunderte hinweg die heutigen Speisekürbisse selektiert. Bei Getreide entstanden Kulturarten, die ertragreich sind und deren Mehl gute Backeigenschaften aufweist. Ungewünschte Eigenschaften wie Bitterkeit oder lange Grannen (borsten- oder fadenförmiger Fortsatz eines Pflanzenorgans) verschwinden so über Generationen hinweg. Die Kulturformen sind darum nützlicher für uns als die von Wildarten.

Die Hauptschwierigkeit bei der Züchtungsarbeit besteht darin, dass die Gene einer Pflanze bei der generativen Fortpflanzung (durch Bestäubung) mit denen einer anderen Pflanze vermischt werden und die Nachkommen nicht unbedingt alle gewünschten Merkmale bzw. Merkmalskombinationen aufweisen. Die Kombination aus gutem Geschmack, reichem Ertrag, einer großen Toleranz gegen Umwelteinflüsse und gute Widerstandskraft gegen Pilze, Bakterien und Insekten, sowie eine gute Lagerfähigkeit sind in einer Pflanze schwer zu vereinen. Um einheitliche Pflanzen mit besonders vielen guten Eigenschaften zu erhalten, werden heute bei einigen Pflanzenarten vor allem F1-Hybriden angebaut.

Zwiebel

Eine Zwiebel ist ein Speicherorgan aus dicken, fleischigen Blättern um eine ruhende Sproßknospe. Typische Zwiebelpflanzen sind Narzissen, Ritterstern und Küchenzwiebel.

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