Kulturanleitung Rote Beete

Rote Beete ist eine Zuchtform der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris). Die meisten Sorten sind intensiv rot gefärbt, aber es gibt auch gelbe Beete, weiße Beete und Ringelbeete, bei der sich weiße und rosarote Ringe im Fleisch abwechseln. Rote Beete-Samen können bereits ab Mitte April ausgesät werden. Was dabei zu beachten ist und wie sich der weitere Kulturverlauf verhält, haben wir für Sie in der folgenden Kulturanleitung für Rote Beete zusammengefasst.

Rote Beete: Farb- und formenreiches Gemüse mit langer Tradition

Nicht nur farblich unterschieden sich die verschiedenen Beete-Sorten, sondern auch in Hinblick auf die Form der Rüben. Sie können kugelförmig sein, flachrund, zylindrisch, spindelförmig oder kegelig. Sorten mit runden Rüben werden schneller reif, aber längliche sind oft ertragreicher und es lassen sich mehr gleichmäßig große Scheiben daraus schneiden. Das ist von Vorteil, wenn die Rüben eingemacht werden sollen.

Der Anbau der Gemeinen Rübe hat eine lange Tradition, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Erst im 16. Jahrhundert aber wurde damit begonnen, aus der Gemeinen Rübe Sorten mit dicken, fleischigen Rüben zu züchten, und seit Mitte des 18. Jahrhunderts ungefähr werden spezielle Rübensorten als Zuckerrüben für die Produktion von Haushaltszucker angebaut. Im Laufe der Zeit wurden von der Gemeinen Rübe immer intensiver gefärbte Varianten in Rot und Gelb gezüchtet. Besonders die roten Sorten setzten sich durch, weshalb heute fast nur noch von Roter Beete gesprochen wird.

Rote Beete erfolg- und ertragreich anbauen

Verschiedene Rote Beete-Sorten

Rote Beete muss nicht zwingend rot sein.

Rote Beete ist kein allzu anspruchsvolles Gemüse. Der Anbau kann mit der Aussaat im April schon relativ zeitig beginnen. Wer bezüglich der Sortenwahl noch unschlüssig ist, findet im Folgenden einige Anregungen.

  • ‚Rote Kugel‘: ‚Rote Kugel‘ ist eine bekannte Traditionssorte. Typisch sind eine zarte Schale und eine gleichmäßig rot durchgefärbte Rübe mit süß-aromatischem Geschmack. Diese Sorte eignet sich zum Kochen, Einlegen sowie für die Saftgewinnung und lässt sich lange lagern.
  • ‚Rote Kugel 2‘: Diese Sorte ist aus der ‚Roten Kugel‘ selektiert worden und bei uns neben dem Namen ‚Rote Kugel 2‘ auch als ‚Detroit 2‘ bekannt. Sie hat eine glattere Schale und kräftigeres Laub. Die Sorte schmeckt angenehm süß und kann auch für Rohkost verwendet werden.Wie alle Sorten, die aus der ‚Roten Kugel‘ gezüchtet wurden, ist auch die ‚Rote Kugel 2‘ schossfest und kann schon früh für die Sommerente ausgesät werden. Wegen ihrer guten Lagerfähigkeit ist diese Sorte aber auch für die Herbsternte sehr interessant. In Sand eingeschlagen lassen sich die Rüben lange lagern.
  • ‚Ägyptische Plattrunde‘: Bei der ‚Ägyptischen Plattrunden‘ handelt es sich um eine schmackhafte rote Sorte mit abgeflachten Rüben und leichter Ringelung. Sie wird bereits seit 1868 vertrieben und ist wegen ihrer Schnellwüchsigkeit, Schossfestigkeit und den guten Lagereigenschaften bis heute sehr beliebt.
  • ‚Rocket‘: Die Rüben der Sorte ‚Rocket‘ sind zylindrisch mit stumpfer Spitze. Sie können dichter gesät werden als runde Sorten und ergeben viele gleich große Scheiben. Dadurch sind sie ideal zum Einmachen geeignet.
  • ‚Crapaudine‘: Diese alte französische Sorte weist sehr lange, spitz zulaufende, kegelförmige Rüben auf, die bis zu 500 g schwer werden können. Seit über 150 Jahren wird ‚Crapaudine‘ bereits kultuviert. Die Rüben sind roh recht herb und werden erst beim Kochen süß. Als Rohkost ist diese Rote Beete daher nur bedingt geeignet.

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Rote Beete-Samen für die Rote Rübe 'Chioggia' von Kiepenkerl

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Weiße Beete 'Avalanche'

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Rote Beete aussäen

Rote Beete-Jungpflanzen im Freiland

Das Vereinzeln der Jungpflanzen nach der Aussaat ist wichtig.

Die Aussaat der Roten Beete kann bereits ab Mitte April im Freiland an einem sonnigen Standort in tiefgründigem, humosem und nährstoffreichem Boden mit nicht zu niedrigem pH-Wert (6,8 bis 7,5) erfolgen. Ein noch früherer Aussaattermin kann später zum Schossen der Pflanzen führen, sofern es noch mal zu Temperatureinbrüchen kommt. Die Samen werden in 2 bis 3 cm tiefe Rillen mit 25 bis 30 cm Reihenabstand gelegt. Sie bilden von Natur aus polygerme (mehrsamige) Knäule. Aus jedem Korn gehen darum mehrere Sämlinge auf.

Um sie auf den richtigen Abstand zu bringen, müssen die Jungpflanzen nach dem Keimen vereinzelt werden, bis sie etwa 10 bis 15 cm voneinander entfernt stehen. Bei der Saatgutgewinnung wird manchmal durch gezieltes Brechen der Knäule „technisch monogermes“ Saatgut erzeugt. Hierbei bleibt nur noch eine Samenanlage pro Korn übrig, sodass bei gezielt dünner Aussaat auf das Vereinzeln verzichtet werden kann.

Probleme im weiteren Kulturverlauf vermeiden

Verschiedene Pilzerkrankungen – so zum Beispiel durch Echten und Falschen Mehltau, aber auch durch Sclerotinia – können die Pflanzen während der Kulturzeit schädigen. Blattläuse können zu deformierten Blättern führen und durch die Rübenfliege können Miniergänge innerhalb der Blätter entstehen.

Um Probleme durch Bodenpilze zu vermeiden, sollten deshalb immer 3 bis 4 Jahre Anbaupause eingehalten werden. Spinat und Mangold müssen dabei berücksichtigt werden. Auch sie dürfen also während der Anbaupause nicht dort, wo zuvor die Rote Beete kultiviert wurde, angebaut werden. Gute Vorkulturen für Rote Beete sind Buschbohnen, Erbsen, Kohlrabi, Kartoffeln, Gurken oder Kürbis.

Während der Kultur ist darauf zu achten, nicht zu stark zu düngen. Das erhöht den Nitratgehalt in der Roten Beete unnötig und führt außerdem zu einer verringerten Lagerfähigkeit der Rüben.

Rote Beete Richtig Ernten und Lagern

Von der Aussaat bis zur Ernte beträgt bei Roter Beete die Entwicklungsdauer 120 bis 150 Tage. Dann haben die Rüben der kugeligen Sorten einen Durchmesser von etwa 7 bis 12 cm. Babybeets mit rund 4 cm Durchmesser können bereits nach etwa 70 bis 90 Tagen geerntet werden. Dafür eignen sich zum Beispiel die Sorten ‚Pablo‘ und ‚Boldor‘, die früh süß werden. Wie süß Rote Beete wird, hängt vor allem von der Sonne ab. Der Ertrag liegt bei 4 bis 6 kg pro Quadratmeter, abhängig von der Sorte, dem Boden und der Witterung.

Sollen die Rüben erst im Herbst geerntet und über den Winter eingelagert werden, darf die Aussaat nicht vor Anfang Juni erfolgen. Im Oktober oder November können sie dann vor dem Frost aus dem Boden genommen werden. Generell sollten Sie Rote Beete nicht zu lange im Beet lassen. Die Rüben neigen sonst zum Platzen und infolgedessen auch zum Faulen. Außerdem bilden sich helle Ringe im Fruchtfleisch und die Rüben sind deutlich weniger schmackhaft.

Die besten Lagereigenschaften haben die Rüben, wenn ihr Laub bei der Ernte bereits altert und welkt. Für die bestmögliche Lagerung wird das Laub etwa 3 cm über der Rübe abgeschnitten. In Sand eingeschlagen oder an einem kühlen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit können sie bis in den Frühling gelagert werden. Im Kühlschrank bleiben sie bis zu 4 Wochen frisch, wenn sie in Tücher eingewickelt werden.

Anbau von Roter beete: Alles Wichtige auf einen Blick

Standortsonnig

iefgründiger, humoser und nährstoffreicher Boden

Anbaupausen von 3 bis 4 Jahren sollten zur Vermeidung von Pilzerkrankungen eingehalten werden.
AussaatzeitMitte April bis Mitte JuniFür die Lagerung über den Winter darf die Aussaat erst ab Anfang Juni erfolgen.
Aussaattiefe2 bis 3 cm
Pflanzabstand10 bis 15 x 25 bix 30 cmBei polygermem Saatgut müssen die Pflanzen nach dem Auflaufen vereinzelt werden, sodass sie im Abstand von 10 bis 15 cm stehen.
Keimtemperatur8 bis 20 °C
Keimdauer12 bis 20 TageDie Aussaat gleichmäßig feucht halten, um zu vermeiden, dass der Keimprozess nicht ins Stocken gerät.
ErntezeitJuli bis November, je nach AussaatterminDie Rüben sollten nicht zu lange im Beet verbleiben, um ein Aufplatzen und Faulen zu vermeiden.

Babybeets können schon nach 70 bis 90 Tagen geerntet werden.

Rote Beete in der Küche

Rote Beete in Scheiben geschnitten

In Scheiben geschnitten sind die bunten Rüben auch roh einfach lecker.

Rote Beete enthält viele Kohlenhydrate, Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine. Sie gilt daher als sehr gesund und soll auch gegenüber Krebs eine vorbeugende Wirkung haben.

Für Rote Beete gibt es verschiedenste Zubereitungsvarianten, beispielsweise als Rohkost in Salaten, in Suppen oder als eingelegtes Gemüse. Auch eine Rote Beete-Lasagne mit Feta-Käse und Honig ist kein Problem. Genau wie die Rübe sind zudem die Keimlinge als Keimsprossen oder Microgreens genießbar.

Nicht zuletzt ist der Saft der Roten Beete ein leckerer Durststiller. Früher diente er auch zum Färben von Stoffen. Heute wird der Farbstoff der Roten Beete vor allem als Lebensmittelfarbe verwendet. Man findet ihn als Betanin, Beterot oder E162 auf den Zutatenlisten.

Rote Beete-Samen von Kiepenkerl

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