Kulturanleitung Bärlauch

Bärlauch (Allium ursinum) ist der Frühlingsbote unter den Kräutern und erfreut sich in den letzten Jahren wieder steigender Beliebtheit. Er kann in der freien Natur gesammelt, aber auch problemlos angebaut werden. Was für eine erfolgreiche Kultur wichtig ist und wie das Kraut mit dem charakteristischen Knoblaucharoma in der Küche verwendet werden kann, erfahren Sie in dieser Kulturanleitung für Bärlauch.

Schon gewusst?

Ursprünglich war der Name des Bärlauchs „Ramser“, „Ramsel“ oder „Rämsch“, was von dem althochdeutschen Wort für Zwiebel- und Lauchgewächse, „ramsada“, abgeleitet ist. Der Überlieferung nach bezeichneten die alten Germanen das Kraut schließlich als Bärlauch, da Bären es nach ihrem Winterschlaf verzehrten. In Hayn, Thüringen, wird noch heute das traditionelle Ramschelfest gefeiert. Früher fand es zur Walpurgisnacht am 30. April statt, weil befürchtet wurde, dass der Bärlauch seine Heilkraft verlieren würde, sobald die Hexen darüber hinweggeflogen sind.

Bärlauch selber anbauen: Bewährte Tipps aus der Praxis

Beim Anbau von Bärlauch sollte auf einen passenden Standort geachtet werden.

Feuchtes, gemäßigtes Klima und ein schattiges Blätterdach – so mag es der Bärlauch. Direkte Sonneneinstrahlungen, Hitze und Trockenheit hingegen bekommen der Pflanze nicht. Daher ist sie in freier Natur nur in bestimmten Gebieten anzutreffen, so beispielsweise in Laubwäldern, an Auen und Quellstellen.

Auch im heimischen Garten sollte der Boden weder zu trocken noch zu feucht sein, ebenso schadet ein zu basenarmer oder zu sonniger Standort dem Wachstum des Bärlauchs. Optimal ist ein halbschattiger, tiefgründiger Platz unter Laub abwerfenden Gehölzen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Stelle nicht von Gras überwuchert wird.

Bärlauchsamen zur richtigen Zeit aussäen

Bärlauchsamen werden im Sommer oder Herbst ausgesät, damit sich bis zum nächsten Frühjahr Pflanzen entwickeln. Das Saatgut sollte möglichst frisch sein, denn ältere Samen keimen nur sehr schlecht. Da Bärlauch ein Kaltkeimer ist, wird der Keimvorgang erst durch den winterlichen Frost in Gang gebracht. Es ist also sogar notwendig, ihn der Kälte im Freien auszusetzen. Ende März und Anfang April zeigen sich die ersten Bärlauchpflanzen, da die Zwiebel zu dieser Zeit mit dem Austrieb der Blätter beginnt. Die lanzettförmigen und langstieligen Blätter werden bis zu 30 cm lang.

Hinweis

Wird das Kraut aus Zwiebeln gezogen, können diese im Herbst 10 cm tief in die Erde gepflanzt werden. Setzlinge sollten erst im April in den Garten gepflanzt werden. Nach dem Einpflanzen ist ausreichend zu wässern.

Blütenbildung und Selbstvermehrung beim Bärlauch

Die Hauptblütezeit des Bärlauchs liegt im Mai. Zunächst bilden sich weiße, sternförmige Blüten, anschließend entwickeln sich grüne Samen, die abfallen und – sofern die Voraussetzungen günstig sind – im nächsten Frühjahr keimen.

Da die Pflanze sich selbst vermehrt, können von Jahr zu Jahr mehr Exemplare erscheinen, sogar an anderen Stellen im Garten, da die Samen oftmals von Ameisen weggetragen werden.

Tipp

Um Lücken in der Bepflanzung zu verhindern, die entstehen können, wenn der Bärlauch welkt, empfiehlt es sich, ihn mit verschiedenen Stauden zu kombinieren. Beispiele hierfür sind Sterndolden, Kleiner Immergrün oder Waldglockenblumen.

Bärlauch bildet sternförmige, weiße Blüten.

Bärlauch ernten lohnt sich erst später

Die Ernte von Bärlauch lohnt sich meist erst nach 3 bis 4 Jahren, wenn die Pflanze sich mehrmals versamt hat. Die beste Erntezeit liegt vor Beginn der Blüte, also vor Mai. Dann schmeckt das Kraut am aromatischsten. Ab Juni sind das Wachstum und die Blüte abgeschlossen und die Blätter beginnen zu welken.

Alle Kulturhinweise für Bärlauch im Überblick

Standort

halbschattig

tiefgründiger Boden

Unter Laub abwerfenden Gehölzen fühlt sich Bärlauch besonders wohl.
AussaatzeitSommer oder HerbstDie Samen breitwürfig oder dünn verteilen.
Aussaattiefe1 bis 2 cm 
Pflanzabstand15 x 15 cm 
Keimtemperaturca. 5 °CAls Kaltkeimer braucht Bärlauch den winterlichen Kältereiz, um den Keimprozess in Gang zu setzen.
Keimdauer15 bis 20 Tage 
Erntezeit

März bis Mai

Die Ernte lohnt sich erst nach 3 bis 4 Jahren und sollte vor der Blüte erfolgen.

Bärlauch in der Küche und als Heilpflanze

Bärlauch-Pesto

Bärlauch-Pesto schmeckt herrlich zu Pasta oder auf frischem Baguette.

Bärlauch war lange Zeit aufgrund seines Knoblaucharomas verpönt. Erst Ende des letzten Jahrhunderts fand er Einzug in die deutsche Küche. Das Kraut sollte möglichst schonend zubereitet werden. Sowohl Zwiebeln und Knospen als auch Blätter, Blüten und Samen lassen sich verwenden. Angedünstet können sogar die Stiele verzehrt werden. Optimal ist die Zubereitung am Tag der Ernte, da das Kraut schnell verwelkt.

Im Kühlschrank hält es sich in einer gut verschlossenen Plastiktüte 1 bis 2 Tage, durch Einfrieren oder das Einlegen in Öl wird es mehrere Monate haltbar. Vom Trocknen ist abzuraten, denn dies schadet dem Aroma des Bärlauchs.

Im Mittelalter wurden Kräuter in den Klöstern als Heilmittel angepflanzt, wozu natürlich auch der Bärlauch zählt. Als jedoch der Knoblauch nach Deutschland gebracht wurde, verdrängte er den Bärlauch weitgehend. In den letzten Jahrzehnten kam es allerdings zu einem regelrechten Bärlauch-Boom, nicht zuletzt aufgrund seiner zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften:

  • Bärlauch wirkt belebend und hilft gegen Hautausschläge und Verdauungsprobleme.
  • Bärlauch hilft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und zu kurieren, weshalb sogar spezielle Bärlauchpräparate angeboten werden.
  • Bärlauch fördert die Durchblutung und senkt den Blutdruck, womit Tinnitus und Schwindelgefühlen vorgebeugt wird.
  • Mit Bärlauch lassen sich Rheumabeschwerden lindern, da Schmerzen verursachende Stoffwechselprodukte schneller abgebaut werden.
  • Bärlauch hat nicht zuletzt eine entgiftende Wirkung, was ihn zu einem beliebten Heilmittel macht.

Rezept: Bärlauchtinktur

100 g Bärlauchblätter zerkleinern und mit 1 Liter 45 %-igem Alkohol mischen. In einem verschließbaren Behälter ca. 2 Wochen an einen sonnigen Platz stellen, anschließend filtern und in eine dunkle Flasche füllen. Dreimal täglich 10 Tropfen vor den Mahlzeiten einnehmen.

Exkurs: Was beim Sammeln von Bärlauch in der freien Natur beachtet werden sollte

  • Achtung: Es besteht Verwechslungsgefahr mit den giftigen Herbstzeitlosen und Maiglöckchen!
  • Risiko eines Befalls mit dem Fuchsbandwurm durch Kochen der Bärlauchblätter vermeiden.
  • Die Natur schonen: Nur so viel sammeln, wie man tatsächlich benötigt.
  • Das Sammeln von Bärlauch ist in Naturschutzgebieten verboten.
  • Es ist ratsam, sich beim örtlichen Naturschutzverband über die regionale Gefährdung des Krauts zu erkundigen und gegebenenfalls entsprechend sensibel beim Sammeln vorzugehen.
  • Am besten nur vom Rand der Bärlauchflächen ernten, um die Pflanzen nicht zu zertreten.
  • Jeweils nur ein Blatt pro Pflanze mit einem scharfen Messer entfernen.
  • Die Blätter sollten beim Transport nicht zusammengedrückt und idealerweise in mit etwas Wasser gefüllten Plastikdosen oder Gefrierbeuteln aufbewahrt werden.

Bärlauchsamen von Kiepenkerl

Wer Bärlauch ganz klassisch als Rohsaat anbauen möchte, kann auf die qualitativ hochwertigen Samen von Kiepenkerl zurückgreifen

Social Media

Finden und folgen Sie und auf unseren Social-Media-Kanälen!

Meine Gartenwelten

Tomaten-Welt

Tomaten-Welt

Besuchen Sie uns unsere Tomaten-Welt. Hier haben wir für Sie wichtige Infos rund um das Thema Tomaten zusammengestellt.

www.tomaten-welt.de

Blumenzwiebel-Welt

Blumenzwiebel-Welt

Besuchen Sie uns unsere Blumenwziebel-Welt. Hier haben wir für Sie wichtige Infos rund um das Thema Blumenzwiebeln zusammengestellt.

www.blumenzwiebel-welt.de

Meine Rasenwelt

Meine Rasenwelt

Besuchen Sie uns unsere Rasen-Welt. Hier haben wir für Sie wichtige Infos rund um das Thema Rasen zusammengestellt.

www.meine-rasenwelt.de

Wildacker-Welt

Wildacker-Welt

Besuchen Sie uns unsere Wildackersaten-Welt. Hier haben wir für Sie wichtige Infos rund um das Thema Wildackersaten zusammengestellt.

www.wildackersaaten.de.de

Pin It on Pinterest

Share This