Kulturanleitung Kerbel

Kerbel (Anthriscus cerefolium), der gerne auch als Suppenkraut bezeichnet wird, gehört zur Familie der Doldenblütler. Er stammt aus Südeuropa und dem Kaukasus. Sein Aroma ähnelt dem der Petersilie und des Anis, ist aber etwas süßlicher. Bei uns wird Kerbel bereits seit dem 16. Jahrhundert. Möchten Sie diese lange Tradition fortsetzen, finden Sie in der folgenden Kulturanleitung für Kerbel alles Wissenswerte für einen erfolgreichen Anbau inklusive Verwendungstipps.

Kerbel kultivieren: Tipps und Hinweise aus der täglichen Praxis

Kerbel ist eine blattreiche, einjährige Pflanze, die sich selbst aussät. Er wächst locker buschig und wird zwischen 30 und 60 cm hoch. Die weichen, hellgrünen Blätter sind drei- bis vierfach gefiedert und ähneln etwas der Blattpetersilie, duften und schmecken aber zart nach Anis. Die Blüten erscheinen von Mai bis August als weiße, schirmförmige Dolden.

Kerbel aussäen am richtigen Standort

Kerbel fühlt sich an einem halbschattigen Standort besonders wohl. Der Boden sollte im besten Falle feucht und nährstoffreich sein. Sofern er nicht ins Beet gepflanzt wird, bietet sich Kerbel ideal für eine Kultur in Kübeln, großen Töpfen oder sogar Fensterkästen an.

Die Aussaat der Kerbelsamen kann man von März bis August direkt in den Boden erfolgen. In milden Regionen oder unter einer Plastikhaube ist es sogar möglich, Kerbel noch im Herbst auszusäen. Da Kerbel ein Lichtkeimer ist, dürfen die Samen nur angedrückt und maximal mit einer ca. 0,5 cm starken Schicht Erde bedeckt werden. Bei Temperaturen von 16 bis 20 °C benötigen die Samenkörner 7 bis14 Tage, bis sie austreiben. Folgesaaten sind im Frühjahr und Sommer im Abstand von 2 bis 3 Wochen möglich.

Die Samen sollten immer am endgültigen Standort ausgesät werden, da sich die fragilen Sämlinge nicht gut versetzen lassen. Sind sie aber zu robusten Jungpflanzen herangewachsen, müssen sie auf einen Abstand von 15 x 30 cm verzogen werden. Stehen die Kerbelpflanzen nämlich zu dicht beieinander, können Mehltau und Blattläuse problematisch werden.

Kerbel pflegen und ernten

Kerbel mit Blüten

Geerntet werden eigentlich nur die Blätter, aber auch die Blüten des Kerbels sind essbar.

Da Kerbel feuchte Böden bevorzugt, müssen Sie ihn bei Trockenheit kräftig gießen. Dadurch wird eine frühzeitige Blütenbildung verhindert. Die regelmäßige Wasserzufuhr ist aber auf feuchten Böden ebenso notwendig, auch wenn sie längst nicht so ergiebig ausfallen muss wie auf trockenen Böden. Doch Vorsicht: Staunässe wird von Kerbel nicht gut vertragen.

Kerbel kann sich sehr leicht selbst versamen. Lässt man also in jeder Reihe ein paar Pflanzen die zierlichen Blüten austreiben und Samen ausbilden, muss nicht jedes Jahr neu ausgesät werden. Möchte man die selbstausgesäten Sämlinge vermeiden, sollten die Blüten frühzeitig entfernt werden.

Für die Ernte sind von der Kerbelpflanze in erster Linie die Blätter geeignet. Während die Blüten ebenfalls essbar sind, gelten die Wurzeln als giftig. Die Blätter können solange frisch geerntet werden, wie die Pflanzen noch nicht in Blüte stehen. Für ein langes Erntefenster sollte man Kerbel alle 2 bis 3 Wochen aussäen. Die Blätter lassen sich zur Haltbarmachung einfrieren, am besten gut portionierbar in eine Eiswürfelform.

Kompaktwissen für die Kultur von Kerbel

Standort

halbschattig

feuchter, nährstoffreicher Boden

Kerbel ist ideal für die Kultur in Pflanzgefäßen geeignet.
AussaatzeitMärz bis AugustIn milden Regionen oder unter einer Plastikhaube ist die Aussaat bis in den Herbst hinein möglich.
Aussaattiefemaximal 0,5 cmKerbel ist ein Lichtkeimer, daher dürfen die Samen nur leicht mit Erde bedeckt werden.
Pflanzabstand15 x 30 cmStehen die Pflanzen zu dicht, können Mehltau und Blattläuse leichter auftreten.
Keimtemperatur16 bis 20 °CDamit der Keimprozess nicht stockt, sind größere Temperaturschwankungen zu vermeiden.
Keimdauer7 bis 14 TageWährend der Zeit sollte die Aussaat kontinuierlich feucht gehalten werden.
Erntezeitvor der Blüte im Juli und AugustGeerntet werden in der Regel die Blätter. Die Blüten sind ebenfalls essbar, die Wurzen aber gelten als giftig.

Kerbel in der Küche und als Heilmittel

Kerbel in der Küche

In der Küche wird vor allem das anisartige Aroma des Kerbels sehr geschätzt.

Man kann Kerbel in der Küche gut für Suppen, in Kräuterbutter, für Rohkost, als Pesto oder auch in Saucen verwenden. Kerbel ist neben Borretsch, Sauerampfer, Schnittlauch, Petersilie, Kresse und Pimpinelle Bestandteil der „Frankfurter Grünen Sauce“. Dabei handelt es sich um eine kalte Soße, die beispielsweise zu gekochten Eiern oder Schnitzel gereicht wird. In der französischen Küche ist Kerbel besonders beliebt und folglich auch fester Bestandteil der bekannten Fines-herbes-Kräutermischung. Mit Wasser aufgegossen oder in Eiswürfeln kann Kerbel im Sommer kühlen Getränken eine leichte Anisnote verleihen. Bei der Zubereitung sollte Kerbel erst kurz vor dem Servieren der Speise hinzugefügt werden. Ansonsten kann er sein Aroma verlieren.

Als Heilpflanze findet Kerbel weniger Verwendung. In Form von Tee kann man sich seine harntreibende Wirkung zunutze machen. Für Wickel bietet sich Kerbel ebenfalls an.

Kerbelsamen von Kiepenkerl

Für den Anbau von Kerbel steht im Kiepenkerl-Shop hochwertiges Saatgut zur Verfügung, darunter auch Saatgut in Bio-Qualität.

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