Kulturanleitung Lavendel

Lavendel (Lavandula angustifolia) stammt aus dem Mittelmeerraum und ist bekannt für seine intensive Farbe und seinen aromatischen Duft. Daneben findet man im Handel häufig den so genannten Schmetterlingslavendel (Lavandula stoechas). Dieser ist allerdings weniger winterhart als der klassische Lavendel und überlebt in unseren Breitengraden den Winter in der Regel nicht. Was Sie für einen erfolgreichen Lavendelanbau alles wissen müssen, erfahren Sie in dieser umfassenden Kulturanleitung für Lavendel mitsamt nützlichen Infos zur Verwendung des Krauts als Heilpflanze.

Viele farbenfrohe Lavendelsorten

Lavendel ist nicht nur sehr pflegeleicht, sondern auch überaus dekorativ. Seine Schattierung schwankt zwischen Violett und Dunkelblau. Darüber hinaus gibt es auch weiße und rosafarbene Exemplare, die jedoch farblich weniger intensiv sind. Hier einige der gängigsten Sorten:

  • Lavendel 'Hidcote Blue Strain': blauviolett
  • Lavendel 'Munstead': lavendelblau
  • Lavendel 'Twickel Purple': violette Blüten
  • Schmetterlingslavendel: dunkle, purpurne Blüten in einer Endblüte

Lavendel erfolgreich selber anbauen

Lavendel gehört zu den Stauden und ist eine typische Pflanze des Mittelmeerraums. Dementsprechend ist sie optimal an trockenes Klima angepasst. Ihre graugrün bis silbern erscheinenden, leicht filzigen Blätter schützen sie vor starker Sonneneinstrahlung und reduzieren die Verdunstung. Aus diesem Grund ist Lavendel vergleichsweise anspruchslos und wächst am besten an einem mageren, trockenen und sandig-steinigen Platz mit viel Sonne.

Lavendel aussäen

Bei Lavendel gibt es sowohl Sorten, die aus Samen gezogen werden, als auch Sorten, wo die Vermehrung über Stecklinge, die im Frühjahr oder Spätsommer leicht Wurzeln schlagen, leichter fällt. Die Aussaat in Vorkultur kann dabei in der Zeit von Februar bis Mai stattfinden. Falls man die Direktsaat wählt, empfiehlt sich ein etwas späterer Kulturbeginn im Zeitraum von Mai bis Juni.

Die Lavendelsamen müssen nur leicht mit Erde bedeckt werden, da es bei Lavendel um einen Lichtkeimer handelt. Sie keimen bei 10 bis 20 °C. Frühestens nach 12 und spätestens nach 20 Tagen sind die ersten Keimlinge zu sehen. Wenn die Pflanzen eine ausreichende Größe erreicht haben, sollten sie auf einen Abstand von 30 x 30 cm vereinzelt werden. So haben sie genügend Platz, um sich frei zu entfalten.

Hinweise und Tipps zu Pflege und Ernte von Lavendel

Lavendelblüten mit Hummel

Auch bei Nützlingen wie Hummeln ist Lavendel äußerst beliebt.

Lavendel kann sowohl im Beet als auch in Kübeln, Rabatten oder als Hecke kultiviert werden. Die graugrünen, aromatischen Blätter und die duftend blauen und malvenfarbigen Blüten wachsen vom Hochsommer bis in den Frühherbst. Obwohl Lavendel eine vergleichsweise anspruchslose Pflanze ist, sollten Sie folgende Dinge beachten, um die Pflanze möglichst lange zu erhalten:

  • Triebe zurückschneiden: Da Lavendelstauden zum Verholzen neigen, sollten die neuen Triebe nach der Blüte im August zurückgeschnitten werden. Auch im Herbst und Frühjahr ist es sinnvoll, die Staude mit einer Schere zurückzuschneiden, um sie gepflegt und buschig zu halten. Allerdings wachsen auch beschnittene Pflanzen nach einigen Jahren aus und müssen ersetzt werden.
  • Gute Nachbarschaft mit Rosen: Lavendel lässt sich sehr gut neben Rosen anpflanzen, da er ihre Resistenz gegen Mehltau erhöht.
  • Beliebt bei Nützlingen: Lavendel zieht Nützlinge wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge nahezu magisch an. Was zunächst nach einem willkommenen Nebeneffekt klingt, muss aber für andere Pflanzen in der näheren Umgebung nicht immer von Vorteil sein.
  • Nur eingeschränkt winterhart: Lavendel ist in der Regel eine winterharte Staude. Allerdings sind nicht alle Sorten gleich winterhart, weshalb es ratsam ist, die Pflanzen im Winter zu schützen. Informieren Sie sich daher über die Eigenschaften Ihrer Sorte. 'Hidcoteꞌ und ꞌMunsteadꞌ benötigen zum Beispiel beide keinen Winterschutz.

Die Lavendelernte erfolgt kurz nach dem Aufbrechen der Blüten im Zeitraum von Mai bis September. Man ist dabei nicht nur auf die Blüten oder Blätter der Pflanzen beschränkt, sondern bei Lavendel können die Triebspitzen, Blüten und jungen Blätter abgezwickt werden.

Kompaktwissen für den Lavendelanbau

Standort

sonniger, gerne auch trockener Standort

magerer, durchlässiger bis sandiger Boden

Als Pflanze aus dem Mittelmeerraum ist Lavendel an viel Sonne und Trockenheit gewöhnt.
Aussaatzeit

Vorkultur: Februar bis Mai

Direktsaat: Mai bis Juni

Es gibt auch Sorten, die sich über Stecklinge vermehren lassen.
Aussaattiefe0,5 bis 1 cmDas Saatgut nicht zu tief einarbeiten, da Salbei ein Lichtkeimer ist.
Pflanzabstand30 x 30 cmNach dem Aufkommen sind die Jungpflanzen auf diesen Abstand zu vereinzeln, um sich frei entfalten zu können.
Keimtemperatur10 bis 20 °CDie Keimtemperatur sollte Tag und Nacht eingehalten werden.
Keimdauer12 bis 20 TageDie Aussaat muss gleichmäßig feucht gehalten werden.
ErntezeitMai bis SeptemberEs können die Blätter, Triebspitzen und Blüten geerntet werden, letztere jedoch erst im zweiten Jahr.

Lavendel in der Küche und als Heilmittel

Sowohl die Blüten als auch die Blätter des Lavendels sind essbar und passen hervorragend zu Salaten, Braten sowie Lamm- und Fischgerichten. Auch Zucker lässt sich mit dem aromatischen Kraut verfeinern. Besonders beliebt ist Lavendel in der Kräutermischung "Kräuter der Provence".

Lavendel ist als Heilmittel vielseitig einsetzbar und vor allem für seine entspannende Wirkung bekannt. Eine Tinktur aus Lavendelblüten ist durchblutungsfördernd und hilft bei Rheuma und Hautreizungen. Der Duft wirkt beruhigend, krampflösend und schlaffördernd. Im Folgenden einige ausführlichere Beispiele, inwiefern Lavendel als Heil- und sogar Pflegemittel verwendet werden kann.

Lavendel trocknen

In getrockneter Form ergeben sich ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, Lavendel zu verwenden.

Badeöl aus Lavendel

Tut Körper und Seele gut: ein Entspannungsbad mit Lavendelöl

 

  • Badezusätze: Gerade als Badezusatz macht sich das stark süßlich duftende Kraut gut. 2 bis 3 Tropfen im Badewasser reichen bereits aus, um die Anspannungen des Alltags zu lösen. Zudem wirkt ein Aufguss aus Blättern im Badewasser nicht nur reinigend, sondern auch desodorierend.
  • Öle und Aufgüsse: Lavendelöl hilft bei Insektenbissen und -stichen. Auf die Schläfen massiert kann es zudem Kopfschmerzen lindern. Gegen Nervosität kann ein Aufguss aus Lavendelblüten wahre Wunder bewirken. Selbst Ohrenschmerzen sind mit Lavendelöl behandelbar, indem das äußere Ohr damit massiert wird. Verdünntes Lavendelöl kann außerdem auf einer Kompresse bei Verbrennungen eingesetzt werden.
  • Haut- und Haarpflegemittel: Auch in der Haut- und Haarpflege hat sich Lavendel als nützlich erwiesen. Aus Lavendelblütenwasser lassen sich Gesichtslotionen, Gesichtswasser und Handcremes herstellen. Eine Haarspülung aus einem Lavendelblütenaufguss wirkt gut gegen fettiges Haar.
  • Möbelpolituren: Nicht zuletzt ist auch im Haushalt die Verwendung von Lavendel vorteilhaft. Vermischt mit Bienenwachs und Terpentinöl ergibt es eine ideale Möbelpolitur. Zudem kann der Duft der Blüten und Stiele genutzt werden, um beispielsweise Motten aus dem Kleiderschrank fernzuhalten. Darüber hinaus können die Blüten als duftende Kissenfüllung oder als Teil eines Potpourris den Raumduft verbessern.

Rezept: Tinktur aus Lavendel

Frische Blätter mit über 40 %-igem Alkohol übergießen und 14 Tage in einem geschlossenen Gefäß an einem warmen und sonnigen Platz aufbewahren. Danach filtern und das Kraut gründlich ausdrücken. 2- bis 3-mal täglich 15 bis 25 Tropfen vor den Mahlzeiten einnehmen.

Rezept: Lavendel-Reinigungsmilch

Reichhaltig, erfrischend und rückfettend. Für trockene Haut. 6 EL Mandelöl und 10 EL geraspeltes weißes Wachs schmelzen, leicht abkühlen lassen. 3 EL Lavendelwasser, ½ TL Apfelessig und 1 Tropfen Lavendelöl unterrühren. Creme in ein verschließbares Glas füllen und außerhalb des Kühlschranks lagern.

Lavendelsamen von Kiepenkerl

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