Kulturanleitung Salbei

Salbei (Salvia officinalis) ist eine traditionelle Heil- und Gewürzpflanze, die durch ihr intensives Aroma und ihre wohltuende Wirkung besticht. In der Antike wurde Salbei auch als „Kraut der Unsterblichen“ bezeichnet, da er für ein gutes Gedächtnis und eine hohe Lebenserwartung förderlich sein sollte. Der 30 bis 60 cm hoch wachsende Halbstrauch mit seinen filzig-behaarten Stängeln und lanzettlichen bis elliptischen Blättern mag es besonders sonnig, ist ansonsten aber anspruchslos. Worauf bei Anbau, Pflege und Ernte zu achten ist, erfahren Sie in der folgenden Kulturanleitung für Salbei zusammen mit vielen anderen wissenswerten Informationen und Tipps.

Bekannte und beliebte Salbeiarten

Salbei in Blüte

Dank seiner mitunter sehr dekorativen Blütenstände kann Salbei auch als Zierpflanze verwendet werden.

Etwa 850 bis über 900 verschiedene Salbeiarten gibt es insgesamt. Je nach Art und Sorte kann die Färbung der Blätter unterschiedlich ausfallen. Sie variiert dabei zwischen einem Graugrün und Purpurgrün, wobei die Blätter auch panaschiert sein können. Ebenfalls je nach Art und Sorte sind die Blüten mal mehr, mal weniger auffällig. Beim Ananas-Salbei sind die feurig-roten Blüten beispielsweise nicht zu übersehen. Unabhängig davon, wie hervorstechend die Blüten sind: Von Nützlingen wie Bienen und Hummeln werden sie immer gerne besucht.

Neben dem klassischen Garten-Salbei sind vor allem noch 3 weitere bekannte Salbeiarten zu nennen:

  • Ananas-Salbei (Salvia elegans): bildet hellgrüne Blätter und hellrote Blüten aus; duftet nach Ananas; erreicht eine Höhe bis zu 90 cm; frostempfindliche Pflanze
  • Lavendelblättriger Salbei (Salvia lavandulifolia): niedriger Halbstrauch; bringt blau-grüne Blätter und blau-violette Blüten hervor
  • Muskateller-Salbei (Salvia sclarea): zweijährige Pflanze; bildet im ersten Jahr nur eine Blattrosette; im zweiten Jahr entwickeln sich bis zu 1 m hohe Triebe mit weißen, rosa und violetten Blüten; Blätter duften beim Zerreiben nach Muskateller

Während der Garten-Salbei graugrüne Blätter aufweist, gibt es noch viele andere Arten, welche aufgrund ihrer ansprechend gefärbten Blätter oft als Zierpflanzen im Garten kultiviert werden, so zum Beispiel:

  • Buntblättriger Salbei: weiß-grüne und teilweise rosa-violette Blätter; violette Blüten
  • Purpur-Salbei: violette Blätter und Blüten
  • Salbei 'Berggarten': silbergraue Blätter; blau-violette Blüten
  • Gold-Salbei: gelb-grüne Blätter; violette Blüten
  • Goldgrüner Salbei: gelb-grüne Blätter blau-violette Blüten

Salbei selbst kultivieren: Aussaat, Kulturverlauf und Ernte

Salbei ist keine sehr anspruchsvolle Pflanze. Solange der Standort sonnig, warm und windgeschützt ist, gedeiht er auch auf mageren und trockenen Böden ohne große Probleme. Besonders die optisch auffälligeren Sorten sind mit ihren bunten Blättern und Blüten schöne Zierpflanzen, sei es im Beet oder in Töpfen.

Salbei aussäen als Vorkultur oder Direktsaat

Mit der Aussaat kann im zeitigen Frühjahr, ab März, in Rahmen einer Vorkultur begonnen werden. Dazu wird das Saatgut auf dem Pflanzsubstrat verteilt und nur 0,5 bis 1cm tief eingearbeitet, da Salbei zu den Lichtkeimern gehört. Nach 1 bis 3 Wochen bei ca. 18 bis 22 °C keimen die Samen. Später sollten die Sämlinge auf einen Abstand von 35 x 35 cm vereinzelt werden.

Eine Direktsaat ins Freiland ist von Ende April bis Ende Juni möglich, sofern die Temperaturen mindestens 18 °C betragen. Einige Salbeiarten werden zudem nicht durch Samen, sondern durch Stecklinge vermehrt. Hierzu gehören vor allem die buntblättrigen Arten. Im Frühjahr oder Frühsommer werden die Trieb- bzw. Kopfstecklinge verwendet, um diese Arten zu kultivieren.

Salbei pflegen und überwintern

Salbei wächst zu einem kleinwüchsigen Halbstrauch heran. Die Blüten entstehen bereits im Frühjahr, sollten jedoch entfernt werden, um das Blattwachstum zu fördern. Im Sommer bildet sich schließlich ein dichter Busch aromatischer Blätter. Es ist ratsam, die Pflanze im Frühjahr zurückzuschneiden. Stark verholzte und kahle Pflanzen sind auszugraben und können kompostiert werden. Nach 3 bis 4 Jahren verliert Salbei seinen dichten Wuchs und sollte dann ersetzt werden.

Nicht alle Salbeiarten sind winterhart. Oftmals hängt es auch vom regionalen Klima ab, wie gut Salbei die kalte Jahreszeit übersteht. In einigen Regionen mit hartem Winter kann der Strauch absterben, in anderen Gegenden mit mildem Klima wird er durch den Winter nicht beeinträchtigt. Bei uns sollten Sie im Herbst die Triebe bis zur Hälfte abschneiden und die Pflanze mit Reisig oder Mulch vor Frost schützen.

Tipp

Es ist sinnvoll, einige Stecklinge als Ersatz für die im Winter abgestorbenen Pflanzen zu überwintern.

Salbeiblätter ernten und lagern

Die essbaren Salbeiblätter können im Zeitraum von Frühjahr bis August geerntet werden. Der beste Zeitpunkt ist nachmittags an sonnigen Tagen, denn dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. An einem schattigen und luftigen Ort lassen sie sich gut trocknen. Das Einlegen in Öl oder das Einfrieren macht die Blätter länger haltbar.

KulturKompakt: Alle wichtigen Kulturhinweise für Salbei im Überblick

Standort

sonniger Standort in warmer und windgeschützter Lage

kalkhaltiger und nahrhafter Boden von Vorteil

Der Standort sollte keine Staunässe zulassen.
Aussaatzeit

Vorkultur: ab März

Direktsaat: ab Ende April bis Ende Juni

Je nach Art und Sorte kann Salbei auch durch Stecklinge vermehrt werden, in der Regel im Frühjahr bzw. Frühsommer.
Aussaattiefe0,5 bis 1 cmDas Saatgut nicht zu tief einarbeiten, da Salbei ein Lichtkeimer ist.
Pflanzabstand35 x 35 cmSind die Sämlinge aufgekommen, sollten sie vereinzelt werden, um genügend Platz für die Strauchbildung zu haben.
Keimtemperatur5 bis 18 °CDie Keimtemperatur sollte Tag und Nacht eingehalten werden.
Keimdauer7 bis 21 TageDie Keimlinge müssen gleichmäßig feucht gehalten werden.
ErntezeitFrühjahr bis AugustAn sonnigen Nachmittag sind die Blätter besonders reich an ätherischen Ölen. Erfolgt die Ernte spät im Jahr, ist der Neuaustrieb kälteempfindlich.

Salbei in der Küche und als Heilpflanze

Salbei in der Küche

Der würzige Geschmack des Salbeis passt besonders gut zu mediterranen Gerichten.

Salbei ist in der Küche vielfältig einsetzbar. Besonders in mediterranen Gerichten kommt sein markanter und würziger Geschmack gut zur Geltung. Nahezu jedes Fleischgericht lässt sich mit Salbei aufwerten: Lamm, Kalb, Leber, Wild, Geflügel, Schwein, Kaninchen und Innereien erhalten durch Salbei eine spezielle Note. Auch das Einlegen von Fleisch oder Gurken ist mit Salbei möglich, zudem kann Fisch damit wunderbar verfeinert werden.

Natürlich passt Salbei ebenso gut zu Füllungen, Soßen oder Käsegerichten, während ein Zweig Salbei gekochten Möhren oder Kartoffeln ein besonderes Aroma verleiht. Nicht zuletzt passt Salbei hervorragend zu Tomatensalat, Pizza und Nudelgerichten. Darüber hinaus kann es zur Zubereitung von Brotaufstrichen und Kräuterbutter verwendet werden.

Wichtig beim Einsatz in der Küche ist, eher sparsam mit Salbei umzugehen. Je nach Art und Sorte können die Blätter sehr aromatisch sein und dadurch den Geschmack der jeweiligen Speise dominieren.

Salbei wurde bereits in der Antike als Heilmittel genutzt. Ein Tee aus Salbeiblättern soll bei Entzündungen der oberen Luftwege sowie bei Husten und Halsschmerzen helfen. Darüber hinaus kann der Tee bei Magen-Darm- und Menstruationsbeschwerden wohltuend wirken.

Auch übermäßige Schweißabsonderung soll durch Salbeitee behandelbar sein. Um Zahnfleischentzündungen entgegenzuwirken, kann ein Mundwasser aus dem Blätteraufguss verwendet werden. Und nicht zuletzt soll Salbei gut für Haut und Haare sein: Ein Gesichtswasser aus Salbeiblättern kann bei Akne entzündungshemmend wirken, während ein Blätteraufguss sich gut für dunkles Haar eignet und Schuppen beseitigen soll.

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