Kulturprobleme beim Anbau von Endivien

Endivien eignen sich hervorragend für frische Salate im Spätsommer und Herbst, da die Erntezeit in der Regel im August beginnt. Mit ihrem angenehm bitteren Geschmack verleihen sie Gerichten ein besonderes Aroma. Am besten gedeihen Endivien an sonnigen Standorten mit humusreichen Böden. Die Pflege gestaltet sich nicht allzu schwierig, wobei vor allem ein regelmäßiges Gießen in der Wachstumsphase während des Sommers wichtig ist. Aber auch bei der besten Pflege können Probleme oder Schadbilder auftreten. Deshalb haben wir Ihnen eine Auflistung der häufigsten und wichtigsten Kulturprobleme und Schädlinge zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Endivien zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Endivien

Schädlinge/Insekten bei Endivien

Salatwurzellaus bei Endivien (Pemphigus bursarius)

Beschreibung: Die Salatwurzellaus weist eine gelbliche Färbung auf und kann bis zu 2,5 mm groß werden. Schäden treten vor allem bei warmer und trockener Witterung auf. Die Endivien vergilben und verwelken mit der Zeit. Die Erde rund um die Salatköpfe hat ein mehliges Aussehen und an den Wurzeln befinden sich wachsbestäubte, unbeflügelte Wurzelläuse.

Prävention: Eine regelmäßige Beregnung und Kulturschutznetze können gegen die Salatwurzellaus helfen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Adernminierfliege bei Endivien (Liriomyza huidobrensis)

Adernminierfliege bei Endivien (Liriomyza huidobrensis)

Beschreibung: Die Aderminierfliege ist etwa 2 mm groß, schwarz-gelb gefärbt mit einem gelben Rückenschildchen. Ein Befall der Adernminierfliege zeigt sich durch Blattminen. Diese beginnen im oberen Teil des Blattes und ziehen sich entlang der Blattmittelrippe und der Blattadern.

Prävention: Alte Pflanzenreste sowie Unkraut müssen entfernt werden. Zudem sind hygienische Maßnahmen von äußerster Wichtigkeit, um eine Verbreitung der Adernminierfliege möglichst zu vermeiden.

Bekämpfung: Im Gewächshaus können Schlupfwespen (Dacnusa sibirica) eingesetzt werden, um den Schaden zu reduzieren.

Japankäfer bei Endivien (Popillia japonica)

Japankäfer bei Endivien (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Blätter färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten und/oder Früchte vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Endivien

Breitadrigkeit bei Endivien (LBVV, Lettuce big vein virus)

Beschreibung: Optimale Bedingungen für die Ausbreitung der Krankheit herrschen im Frühjahr und im Herbst. Dann sind die Böden nicht nur nass, sondern vor allem auch kalt und schwer. Übertragen wird die Breitadrigkeit durch einen Pilz. Auf den betroffenen Endivien bilden sich chlorotische Flecken (hellgrüne bis gelbe Flecken) oder weiße Adernbänderungen. Zudem kommt es zu breiteren Adern und Wachstumsverzögerungen. Dadurch wölben sich die Blätter stark und es entstehen keine festen Salatköpfe.

Prävention: Die Nutzung von gesundem Pflanzgut ist zu empfehlen. Außerdem sollte der Zwischenwirt Gänsedistel entfernt werden.

Bekämpfung: Es sollte eine entsprechend lange Anbaupause eingelegt sowie eine Bodendämpfung (Einleiten von Wasserdampf in den Boden, sodass schädliche Mikroorganismen abgetötet werden) durchgeführt werden.

Salatwelke bei Endivien (Pythium tracheiphilum)

Beschreibung: Die Salatwelke tritt vor allem im Frühling und Herbst auf, wobei sich die Schäden durch heiße und trockene Witterung verschlimmern. An den Blättern der Endivie kommt es zu Gefäßverbräunungen, die sich bis in die Blattspitzen ziehen können. Zudem vergilben die Blätter von der Mittelrippe ausgehend, bis sie schließlich absterben. Auf der Ober- und Unterseite der Blattstiele kommt es zudem zu Nekrosen (durch Kälte, Wärme, Gifte, Strahlen oder Stoffwechselstörungen abgestorbenes Gewebe).

Prävention: Generell sollte nur gesundes Pflanzgut verwendet werden. Des Weiteren wirkt sich auch eine Pflanzung bei nicht so kalten Temperaturen positiv auf die Entwicklung der Pflanzen aus.

Bekämpfung: Eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmittel ist nicht möglich. Das Substrat kann aber vor der Aussaat im Backofen erhitzt werden, um die Pathogene im Substrat zu zerstören.

Viruserkrankungen bei Endivien

Salatmosaikvirus bei Endivien (LMV, Lettuce mosaic virus)

Beschreibung: Das Salatmosaikvirus verbreitet sich vor allem in den Sommermonaten. Übertragen wird die Krankheit durch Blattläuse, Pollen und Arbeitsgeräten. Auf den Blättern bildet sich eine hell- bis dunkelgrüne Mosaikscheckung sowie eine Strichelung. Außerdem kräuseln sich die Blätter. Die Adern der Endivie verfärben sich gelb. Erkrankte Pflanzen bilden nur einen mangelhaften Salatkopf aus.

Prävention: Als Erntezeitpunkt eignen sich vor allem die Zeiten, zu denen kein Flug der Blattlaus stattfindet. Dementsprechend ist ein früher oder später Anbau zu empfehlen. Eine aktive Unkrautbekämpfung sowie der Einsatz von Insektiziden zur Vektorenbekämpfung (aktive Bekämpfung von Überträgern) sind vorteilhaft. Zudem sollten alte Pflanzenreste gut untergehoben werden.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Westliche Rübenvergilbung bei Endivien (Turnip yellow virus)

Beschreibung: Die westliche Rübenvergilbung wird durch Blattläuse übertragen. Auf den Blättern der Endivie bilden sich milde chlorotische Flecken (hellgrüne bis gelbe Flecken). Zudem kommt es zu Vergilbungen und Verdickungen an den älteren Blättern der Pflanze. Dadurch werden die Blätter schneller brüchig. Durch die Erkrankung wird auch das Wachstum verzögert.

Prävention: Um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern, ist es von Vorteil, Pflanzenreste direkt nach der Ernte unter die Erde zu heben. Außerdem sollten neue Endivien nicht in der Nähe von bereits erkrankten Beständen gepflanzt werden.

Bekämpfung: Zur Bekämpfung der westlichen Rübenvergilbung können Insektizide zur Vektorenbekämpfung (aktive Bekämpfung von Überträgern) eingesetzt werden.

Bakteriosen/Bakterienerkrankungen bei Endivien

Bakterienfäule/Bakterienwelke/Blattflecken bei Endivien (Pseudomonas spp./Xanthomonas spp.)

Beschreibung: Diese Bakterienkrankheiten breiten sich vor allem bei feuchter Witterung schnell aus. Die Endivien wirken blassgrün bis bräunlich. Die einzelnen Salatblätter verfärben sich schwarz und werden schleimig. Zudem verfaulen sie von den Blatträndern ausgehend.

Prävention: Damit sich die Bakterienkrankheiten gar nicht erst ausbreiten können, sollten Pflanzenreste immer in die Erde eingearbeitet werden. Auch das Vermeiden von übermäßiger Feuchtigkeit ist zu empfehlen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

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