Kulturprobleme beim Anbau von Hülsenfrüchten (Erbsen / Bohnen)

Bei vielen Gärtnern gehört Hülsengemüse fest in Gemüsebeet. Aufgrund der großen Vielfalt steht dabei eine große Auswahl zur Verfügung. Von Erbsen über Bohnen bis hin zu Linsen ist alles möglich, was das grüne Herz begehrt. Alle Hülsengemüse benötigen entsprechende Pflege, um gut zu gedeihen. Damit Sie Schädlinge und Krankheiten an Hülsenfrüchten direkt vorbeugen können oder diese schnellstmöglich bemerken, haben wir eine Liste der wichtigsten Kulturprobleme zusammengefasst. Es wird erklärt, welche Symptome die Pflanzen zeigen und wie die Krankheiten beziehungsweise Schädlinge bekämpft werden können.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Erbsen bzw. Bohnen zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Erbsen Zur Kulturanleitung für Bohnen

Schädlinge/Insekten bei Erbsen und Bohnen

Gestreifter Blattrandkäfer bei Erbsen und Bohnen (Sitona lineatus)

Gestreifter Blattrandkäfer bei Erbsen und Bohnen (Sitona lineatus)

Beschreibung: Von dem gestreiften Blattrandkäfer befallene Pflanzen sind an gebuchteten Fraßstellen an den Blatträndern zu erkennen. Diese werden durch den ausgewachsenen Käfer verursacht und betreffen vor allem Jungpflanzen. Seine Larven hingegen fressen die unterirdischen Pflanzenteile an. Das behindert vor allem den Wuchs der Pflanze.

Prävention: Vorbeugend können Sie Kulturschutznetze nach der Aussaat einsetzen.

Bekämpfung: Zur Bekämpfung können entomophage Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) z.B. ab Ende März gegen die Larven eingesetzt werden. Wenn ein Befall des Käfers zu stark werden sollte, können Insektizide eingesetzt werden.

Grüne Erbsenlaus bei Erbsen und Bohnen (Acyrthosiphon pisum)

Grüne Erbsenlaus bei Erbsen und Bohnen (Acyrthosiphon pisum)

Beschreibung: Ein Befall der grünen Erbsenlaus ist recht leicht zu erkennen, da sie sich in großen Kolonien an den Blütenständen beziehungsweise jungen Trieben ansiedelt. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen die Läuse die Blätter und Stiele an und saugen den Pflanzensaft aus den Zellen. Dies kann zu einem geringeren Ertrag oder in besonders schlimmen Fällen auch zum Absterben der Pflanze führen. Außerdem scheiden sie Honigtau aus, welcher die Oberfläche der Pflanze klebrig macht und auf dem sich oftmals Schwärzepilze bilden. Zudem können Viruskrankheiten wie zum Beispiel das Adernmosaik-Virus (PEMV) übertragen werden.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Der Einsatz von Nützlingen (z.B. Schlupfwespen, Marienkäfer, Schwebfliegen) ist bei der Bekämpfung sinnvoll.

Bekämpfung: Bei einem Befall der grünen Erbsenlaus helfen vor allem natürliche Feinde wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide ab Beginn der Kolonienbildung eingesetzt werden.

Erbsenwickler bei Erbsen und Bohnen (Laspeyresia (= Cydia) nigricana)

Erbsenwickler bei Erbsen und Bohnen (Laspeyresia (= Cydia) nigricana)

Beschreibung: Nicht der Erbsenwickler selbst, sondern seine Larven schädigen die Hülsenfrüchte. Sie fressen sich in die Hülsen und hinterlassen in ihnen nicht nur angefressene Samen, sondern auch Kot und Gespinstreste. Dadurch können sich zudem Fäulnispilze in den Hülsen bilden. Generell ist ein Befall des Erbsenwicklers oftmals sehr drastisch, da es zu erheblichen Ernteverlusten beziehungsweise zu einer minderen Qualität der Ernte kommen kann.

Prävention: Vorbeugend können Sie Kulturschutznetze nach der Aussaat einsetzen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Bohnenfliege bei Erbsen und Bohnen (Delia platura)

Bohnenfliege bei Erbsen und Bohnen (Delia platura)

Bohnenfliege bei Hülsenfrüchten (Delia platura)

Bohnenfliege bei Hülsenfrüchten (Delia platura)

Beschreibung: Die Larven der Bohnenfliege fressen sich vor allem in die Keimblätter junger Pflanzen hinein und hinterlassen sowohl in ihnen als auch in den Trieben Fraßgänge. Als Folge dessen verkrüppeln und verfaulen betroffene Pflanzen. Der Schaden durch die Bohnenfliege kann erheblich sein, da die jungen Keimpflanzen einen Befall in der Regel nicht überstehen. Ältere Pflanzen werden hingegen nicht befallen.

Prävention: Damit es möglichst erst gar nicht zu einem Befall kommen kann, sollte das Saatgut zuvor mit Insektiziden behandelt werden. Außerdem können vorbeugend Kulturschutznetze eingesetzt werden.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.​

Schwarze Bohnenlaus bei Erbsen und Bohnen (Aphis (= Doralis) fabae)

Schwarze Bohnenlaus bei Erbsen und Bohnen (Aphis (= Doralis) fabae)

Beschreibung: Ein Befall der schwarzen Bohnenlaus lässt sich recht einfach erkennen: In großen Kolonien setzen sich die Läuse an jungen Trieben und Stängeln fest. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen sie die Blätter an und ernähren sich vom Saftstrom. In Folge dessen scheiden die Läuse Honigtau aus, welcher die Oberfläche der Pflanze klebrig macht und auf dem sich Schwärzepilze häufig festsetzen. Der Saftverlust kann zu erheblichen Einbußen des Ertrags führen. Wenn der Befall besonders schlimm ist, können betroffene Pflanzen zudem absterben. Des Weiteren kann ein Befall der schwarzen Bohnenlaus zu weiteren Krankheiten wie dem Bohnengelbmosaik-Virus führen, welches von den Läusen übertragen wird.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Der Einsatz von Nützlingen ist bei der Bekämpfung sinnvoll. Bei einem Befall der schwarzen Bohnenlaus helfen vor allem natürliche Feinde wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide ab Beginn der Kolonienbildung eingesetzt werden.

Grünstreifige Kartoffelblattlaus bei Erbsen und Bohnen (Macrosiphum euphorbiae)

Beschreibung: In kleinen Gruppen befallen die Läuse je nach ihrer Farbe unterschiedliche Teile der Pflanze. Die grünen Läuse besiedeln vor allem die Unterseite der Blätter, während die rosagefärbten Läuse sich an allen Blattetagen festsetzen. Des Weiteren werden auch die Stiele sowie die Triebspitzen befallen. Die grünstreifige Kartoffelblattlaus saugt den Pflanzensaft aus den Zellen. Zwar ist der Schaden an der Pflanze selbst meistens nicht so schwer, dennoch können aber Krankheiten, die durch die Laus übertragen werden, zu beträchtlichen Schäden führen.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Bei einem Befall der grünstreifigen Kartoffelblattlaus helfen vor allem natürliche Feinde wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide ab Beginn des Befalls eingesetzt werden.

Japankäfer bei Erbsen und Bohnen (Popillia japonica)

Japankäfer bei Erbsen und Bohnen (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Blätter färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten und/oder Früchte vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung: Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

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