Kulturprobleme beim Anbau von Kartoffeln

Kartoffeln gehören zu den Grundnahrungsmitteln und werden dementsprechend gern in Gärten angepflanzt. Die Zubereitungsvielfalt der Kartoffel ist dabei sicherlich auch ein ausschlaggebender Grund. Kartoffeln sind übrigens, neben einer Vielzahl herzhafter Gerichte, auch für Süßspeisen geeignet. Ursprünglich stammt das Nachtschattengewächs aus Südamerika, eignet sich aber auch hervorragend für den Anbau hierzulande. Da es auch trotz einer vorbildlichen Pflege zu Schadbildern kommen kann, haben wir Ihnen eine Auflistung der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme und Schädlinge zusammengestellt, sodass Sie die Krankheiten möglichst schnell erkennen und gegen diese vorgehen können.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Kartoffeln zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Kartoffeln

Schädlinge/Insekten bei Kartoffeln

Japankäfer bei Kartoffeln (Popillia japonica)

Japankäfer bei Kartoffeln (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Blätter färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten und/oder Früchte vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Kartoffeln

Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln (Phytophthora infestans)

Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln (Phytophthora infestans)

Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln (Phytophthora infestans)

Beschreibung: Verbreitet wird die Kraut- und Knollenfäule durch bereits erkrankte Knollen, welche durch Sporen infiziert wurden. Auch durch befallene Pflanzenreste im Boden kann eine Ansteckung erfolgen. Bei Temperaturen zwischen 10 und 23 °C sowie hoher Luftfeuchtigkeit herrschen optimale Bedingungen für das Wachstum des Pilzes. Die Blätter der Kartoffelpflanze weisen gelblich-grüne Flecken auf, welche mit der Zeit dunkler werden. Auf der Unterseite der Blätter befindet sich zudem ein weiß bis graues Pilzgewebe. Die Kartoffeln selbst sind mit dunkelgrauen großen Flecken bedeckt. Unter diesen ist das Fruchtfleisch sehr fest und bräunlich verfärbt. Im Verlauf der Krankheit sinken die Flecken ein.

Prävention: Außerdem ist ein entsprechend großer Pflanzabstand zwischen den einzelnen Kartoffelpflanzen zu empfehlen. Unkräuter sollten entfernt werden. Des Weiteren kann die Vorkeimung in die befallsfreie Zeit vorverlegt werden, sodass die Kartoffeln eher wachsen und möglichst nicht erkranken.

Bekämpfung: Gegen die Kraut- und Knollenfäule können Fungizide (biologische oder chemische Wirkstoffe, die Pilze oder ihre Sporen abtöten) eingesetzt werden.

Kartoffelkrebs bei Kartoffeln (Synchytrium endobioticum)

Beschreibung: Eine Infektion mit dem Kartoffelkrebs kann über verseuchten Boden entstehen. Bereits durch wenige Tropfen Wasser können die Sporen verteilt werden. An den Kartoffelknollen bilden sich blumenkohlartige Wucherungen. Diese können unterschiedliche groß sein. Ab einer bestimmten Größe brechen sie zudem ab, bleiben auf dem Feld zurück und verrotten dort. Selten treten auch Wucherungen an den Stängeln der Pflanze auf.

Prävention: Eine gute hygienische Reinigung der Arbeitsgeräte und Aufbewahrungsutensilien ist enorm wichtig. Des Weiteren sollten keine Pflanzenreste auf den Feldern verteilt werden.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Sclerotinia-Stängelfäule/Weißstängeligkeit bei Kartoffeln (Sclerotinia sclerotiorum)

Sclerotinia-Stängelfäule/Weißstängeligkeit bei Kartoffeln (Sclerotinia sclerotiorum)

Sclerotinia-Stängelfäule/Weißstängeligkeit bei Kartoffeln (Sclerotinia sclerotiorum)

Beschreibung: Dieser Pilz breitet sich vor allem bei kaltnasser Witterung aus und tritt häufig dort auf, wo Kartoffeln mehrere Saisons hintereinander angepflanzt wurden. Durch Regen und Wind verbreiten sich die Sporen. Ein weißes Myzel (Pilzgeflecht) bedeckt den Stängel der Kartoffelpflanze. Zudem befinden sich dunkle Sklerotien (Pilzgeflechtverdickungen) sowohl am Äußeren als auch im Inneren des Stängels. Dies führt zum Verwelken der Pflanze, bis diese – oft auch durch Wettereinflüsse bedingt – umknickt.

Prävention: Ernterückstände müssen untergehoben werden. Eine weite Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) ist zu empfehlen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Dürrfleckenkrankheit bei Kartoffeln (Alternaria solani)

Beschreibung: Optimale Bedingungen für die Entwicklung dieses Pilzes sind feuchte Witterung und hohe Temperaturen. Der Erreger überlebt den Winter auf abgestorbenem Kartoffelkraut oder Kartoffeln und wird zum Beispiel durch Beregnung oder Kontakt von gesunden Knollen mit den verseuchten Pflanzen verteilt. Auf den Blättern der Kartoffelpflanze bilden sich unterschiedlich große braune Flecken mit konzentrischen Ringen. Nicht selten brechen die Flecken auf oder gehen ineinander über. Auch an der Kartoffel selbst ist die Dürrfleckenkrankheit festzustellen. Dort tritt sie als Trockenfäule aus und sorgt für braunschwarze Flecken, die in das Gewebe eingesunken und sehr fest sind.

Prävention: Kartoffelkraut sollte schnellstmöglich entfernt werden. Zudem ist zu empfehlen, die ausgereiften Kartoffeln bei trockener Erde zu ernten.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Bakteriosen/Bakterienerkrankungen bei Kartoffeln

Knollennassfäule bei Kartoffeln (Pectobacterium (Erwinia) carotovorum)

Beschreibung: Diese Bakterien werden über die Pflanzknolle auf die nachkommenden Knollen übertragen. Dies geschieht über die Augen, Lentizellen (Atmungsöffnungen) oder Stolone (Ausläufer der Pflanze). Aber auch durch Verletzungen bei der Ernte kann eine Infektion auftreten. Das Ausbrechen der Krankheit geschieht zumeist erst in feuchter und sauerstoffarmer Umgebung, wird aber durch Gewebeöffnungen oder Nässe auf den Knollen begünstigt. Durch die Knollennassfäule wird das eigentlich feste Gewebe weich, sodass seine Konsistenz an Brei erinnert. Das betroffene Gewebe ist zunächst farblos, färbt sich aber bei Kontakt mit Luft braun bis schwarz. Die erkrankten Stellen sind mit einer schwarzen Linie deutlich vom gesunden Teil der Knolle abgegrenzt. Wenn die Kartoffel aufgeschnitten wird, bildet sich zusätzlich ein modriger Geruch.

Prävention: Eine gute hygienische Reinigung der Arbeitsgeräte und Aufbewahrungsutensilien ist enorm wichtig. Zudem sollten faulende Knollen aussortiert werden. Des Weiteren muss bei der Ernte möglichst schonend vorgegangen werden, sodass keine Verletzungen entstehen. Die Ernte selbst sollte nicht bei einer Bodentemperatur unter 10 Grad Celsius erfolgen. Während der Lagerung sollten die Kartoffeln bestenfalls nicht schwitzen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Schwarzbeinigkeit, Stängelnassfäule, Bakterienwelke bei Kartoffeln (Pectobacterium (Erwinia) carotovorum (subsp. atroseptica))

Beschreibung: Diese Krankheiten treten zumeist auf, wenn vor allem zu Beginn der Saison eine feuchte Witterung herrschte. Je nachdem wann die Kartoffelpflanze befallen wird, zeigen sich teilweise unterschiedliche Symptome. Erkrankt die Pflanze in einem recht frühen Stadium, kommt es zu Wuchsverzögerungen bis sie schließlich abstirbt. Stängel können einfach aus der Erde gezogen werden und sind stellenweise verfault. Bei einem späteren Krankheitsausbruch rollen sich die Blätter der Pflanze zusammen und verfärben sich gelblich. Zudem verwelken diese. Teilweise sterben auch betroffene Triebe ab. In den letzten Jahren kam noch ein weiterer Krankheitsverlauf hinzu: Bei diesem verwelken die Blätter etagenweise von unten nach oben und die Stängel verfaulen innerlich, sehen von außen aber noch gesund aus.

Prävention: Eine gute hygienische Reinigung der Arbeitsgeräte und Aufbewahrungsutensilien ist enorm wichtig. Wenn möglich sollte ein schnelles Aufgehen der Kartoffeln gefördert werden. Zudem müssen faulende Knollen aussortiert werden. Des Weiteren ist bei der Ernte ein möglichst schonendes Vorgehen wichtig, damit keine Verletzungen entstehen. Anschließend die Kartoffeln am besten trocken und kühl lagern.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

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