Kulturprobleme beim Anbau von Lauch/Porree

Der Lauch, welcher oftmals auch als Porree bezeichnet wird, ist eine zweijährige krautige Pflanze. In der Küche kann er sowohl als Gemüse als auch als Gewürz seinen Einsatz finden und somit einer Vielzahl von Gerichten eine abrundende Note verleihen. Damit Lauch auch im eigenen Garten problemlos gedeihen kann, haben wir Ihnen hier eine Liste der wichtigsten Schädlinge zusammengestellt. Es wird erklärt, welche Symptome die Pflanze bei einem Befall zeigt, wie Sie vorbeugen können und wie Sie Schädlinge bekämpfen können.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Porree zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Porree

Schädlinge/Insekten bei Porree

Lauchminierfliege bei Lauch/Porree (Phytomyza gymnostoma)

Lauchminierfliege bei Lauch/Porree (Phytomyza gymnostoma)

Lauchminierfliege bei Lauch/Porree (Phytomyza gymnostoma)

Lauchminierfliege bei Lauch/Porree (Phytomyza gymnostoma)

Beschreibung: Ein Befall durch die Lauchminierfliege kann unter anderem an Einstichstellen in den Blättern festgestellt werden. Diese Einstichstellen dienen der Fliege als Nahrungsquellen. Zudem legt sie ihre Eier in den Blattspitzen ab, sodass sich die geschlüpften Larven anschließend durch die Pflanze fressen können. Sie hinterlassen geradlinige Fraßgänge in den Blättern, an deren Rändern sich teilweise Exkremente befinden. Das Pflanzengewebe im Umkreis der Fraßgänge beginnt zu faulen und verfärbt sich dunkel. Weiterhin lassen sich am Ende der Fraßgänge braune Tönnchenpuppen (verpuppten Maden) finden. Die Lauchminierfliege bringt im Regelfall zwei Generationen pro Jahr hervor und kann somit von Frühling bis Herbst Schaden verursachen.

Prävention: Vor einem Befall der Lauchminierfliege kann ein Abdecken mit Vlies oder Kulturschutznetzen schützen. Die Maschen sollten so groß sein, dass ausreichend Wasser, Luft und Licht noch zur Pflanze durchdringen kann, die Lauchminierfliege aber gleichzeitig abgehalten wird. Somit wird auch das Ablegen der Eier verhindert.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Zwiebelthrips bei Lauch/Porree (Thrips tabaci)

Zwiebelthrips bei Lauch/Porree (Thrips tabaci)

Zwiebelthrips bei Lauch/Porree (Thrips tabaci)

Beschreibung: Der Zwiebelthrips zapft die Zellen der Blätter an und saugt diese leer. Dementsprechend zeigt sich ein Befall durch viele kleine Flecken, die sich über die Blätter ziehen und silbrig bis weiß glänzen. Sie sind länglich und zudem in Längsrichtung ausgerichtet. Außerdem hinterlässt der Zwiebelthrips Kottröpfchen, welche als kleine schwarze Punkte sichtbar sind. Betroffene Lauchpflanzen verlieren an Farbe und wirken somit fahlgrün bis hellgrau. Als Folge des Befalls kann es zu Wuchsdepressionen kommen. Der Zwiebelthrips bringt mehrere Generationen im Jahr hervor.

Prävention: Zur Vorbeugung gegen Zwiebelthrips können Kulturschutznetze eingesetzt werden. Deren helle Farbe erschwert es den Insekten die Pflanzen zu finden. Jedoch sind ihre Maschen nicht fein genug, um die Thripse vollständig abzuhalten.

Bekämpfung: Wenn ein Befall bereits vorhanden ist, ist der Einsatz von Insektiziden möglich.

Lauchmotte bei Lauch/Porree (Acrolepiopsis assectella)

Lauchmotte bei Lauch/Porree (Acrolepiopsis assectella)

Beschreibung: Der eigentliche Schaden am Lauch wird nicht durch die Motte selbst, sondern durch ihre Larven beziehungsweise Raupen verursacht. Diese fressen die Herzblätter (mittleren Blätter) an, was zu Wuchsstörungen und zum Aufhellen der Pflanze führt. Dabei können auch mehrere Raupen ein Pflanzenherz befallen. Die Lauchmotte bringt bis zu drei Generationen im Jahr hervor, wobei die Larven der zweiten Generation den größten Schaden hinterlassen.

Prävention: Damit die Lauchpflanzen möglichst nicht von der Lauchmotte befallen werden, können Kulturschutznetze oder Vlies eingesetzt werden. Deren Maschen sollten so groß sein, dass ausreichend Wasser, Luft und Licht zur Pflanze durchdringen kann, die Lauchmotte aber gleichzeitig abgehalten wird. Somit kann auch ein Ablegen der Eier verhindert werden.

Bekämpfung: Bei einem stärkeren Befall können Insektizide eingesetzt werden.

Japankäfer bei Lauch/Porree (Popillia japonica)

Japankäfer bei Lauch/Porree (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Blätter färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten und/oder Früchte vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

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