Kulturprobleme beim Anbau von Pastinaken

Pastinaken sind ein absolutes Trend-Gemüse und dürfen auf vielen Speisekarten nicht mehr fehlen. Verarbeitet zu köstlichen Suppen oder knackigen Gemüsechips, erlebt die Pastinake zurzeit eine Renaissance ihrer Beliebtheit. Bereits die alten Römer wussten die Rübe zu schätzen. Die leckere Wurzel eignet sich hervorragend für einen Anbau im eigenen Gemüsebeet. Jedoch kann es trotz guter Pflege zu ungewollten Problemen kommen. Damit Sie diese rechtzeitig erkennen und dagegen vorgehen können, haben wir Ihnen hier eine Liste der wichtigsten Kulturprobleme zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Pastinaken zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Pastinaken

Schädlinge/Insekten bei Pastinaken

Japankäfer bei Pastinaken (Popillia japonica)

Japankäfer bei Pastinaken (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Blätter färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten und/oder Früchte vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Pastinaken

Becherpilz, Sklerotinia-Fäule bei Pastinaken (Sclerotinia sclerotiorum, S. minor)

Becherpilz, Sklerotinia-Fäule bei Pastinaken (Sclerotinia sclerotiorum, S. minor)

Beschreibung: Bereits ab einer Temperatur von 0 °C kann der Becherpilz beginnen zu wachsen. Optimale Bedingungen herrschen ab 20 °C sowie bei feuchter und kühler Witterung. Während der Pilz im Boden saprophytisch (sich von toten organischen Substanzen ernährend) überlebt, entstehen im sexuellen Stadium sogenannte Apothecien, in welchen sich die Ascosporen befinden. In die Pflanze gelangt der Erreger oftmals an Stellen, an denen sich lebendes und krankes beziehungsweise absterbendes Gewebe berühren. Dies können zum Beispiel absterbende Blütenblätter sein. In seltenen Fällen können Infektionen auch durch Pilzgewebe am Boden übertragen werden. Es kommt zu faulenden Stellen an Stängeln sowie später eintretende Fäulnis und Welke an der Pastinake selbst. Im Myzel des Becherpilzes entstehen Sklerotien (Dauerkörper). Diese widerstandsfähigen Dauerkörper können sich im Boden festsetzen und die Erde somit für einen sehr langen Zeitraum (teilweise bis über zehn Jahre) hinweg verseuchen.

Prävention: Damit der Becherpilz sich möglichst nicht weiterverbreiten kann, sollten alle Geräte und Aufbewahrungsutensilien hygienisch gereinigt werden. Außerdem ist eine entsprechende Fruchtfolge mit allen Wirtspflanzen des Pilzes zu planen. Auch ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den einzelnen Pastinakenpflanzen ist von Vorteil.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Cercospora-Blattfleckenkrankheit bei Pastinaken (Cercospora carotae)

Cercospora-Blattfleckenkrankheit bei Pastinaken (Cercospora carotae)

Beschreibung: Die Konidien, mit welchen sich der Pilz fortpflanzt, werden über den Wind verstreut. Des Weiteren kann der Erreger auch mit infizierten Pflanzenresten verschleppt werden. In die Pastinake gelangt der Pilz durch die Stomata (Poren in der äußeren Pflanzenhaut). Erste Symptome der Krankheit sind zumeist an älteren Blättern festzustellen. Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit führt zu runden oder ovalen Läsionen (Verletzungen des Gewebes) auf Blättern und Spross der Pflanze. Diese sind braungrau und von einem rötlichbraunen Rand umzogen. Mit der Zeit werden die Flecken immer größer und gehen ineinander über. Zudem entsteht auf den Läsionen ein weißgraues Pilzgeflecht und es kann zum Austrocknen oder Verfaulen der Stellen kommen, bis schließlich alle Blätter absterben.

Prävention: Ein Fruchtwechsel von mindestens vier Jahren ist zu empfehlen.

Bekämpfung: Ein Einsatz von Fungiziden gegen die Cercospora-Blattfleckenkrankheit ist möglich.

Echter Mehltau an Apiaceaen/bei Pastinaken (Erysiphe heraclei)

Echter Mehltau an Apiaceaen/bei Pastinaken (Erysiphe heraclei)

Beschreibung: Trockene und vor allem warme Wetterperioden sind optimale Bedingungen für die Entstehung von Echtem Mehltau. Der Erreger setzt sich auf alten Pflanzenteilen ab und übersteht so auch den Winter. Mit Hilfe von Wind verbreiten sich die Konidien. Auf der Oberseite der Blätter entsteht ein weißes Myzel, in welchem sich Oidien (Sporen) samt Oidienträgern und Chasmothecien befinden. Letztere sind in Form von schwarzen winzigen Flecken zu sehen. Der Echte Mehltau bei einem späten Befall ist allerdings aber nicht ertragsrelevant.

Prävention: Sie sollten den Bestand ausreichend und regelmäßig von oben wässern.

Bekämpfung: Mit Hilfe von Wassergaben können die Oidien geschädigt werden, wodurch sich die Krankheit schlechter ausbreitet. Zudem ist ein Einsatz von Fungiziden (z.B. einem Kupferpräparat) möglich.

Keimlingskrankheiten bei Pastinaken (Olpidium brassicae, Pythium debaryanum, Rhizoctonia solani, Fusarium spp., Phytophthora spp., Thielaviopsis basicola)

Beschreibung: Als Keimlingskrankheiten versteht man das Zusammenkommen mehrerer verschiedener phytopathogener Pilze und Bakterien. In der Regel lösen dabei vor allem Bodenpilze die Krankheiten aus. Die Erreger können sowohl über das Gießwasser oder verunreinigte Gartenutensilien übertragen werden. Häufig aber sitzen die Pilze auf Pflanzenresten am Boden und gehen von dort aus auf die Keimlinge über. Bei heißen Wetterlagen sowie erhöhter Luftfeuchtigkeit oder Luftmangel steigt das Risiko einer Infektion. Ein Symptom der Keimlingskrankheiten ist, dass die Saat zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufläuft. Zudem werden Keimlinge so stark geschwächt, dass sie welken und absterben. Der untere Teil des Stängels bis hin zum Wurzelbeginn weist entweder eine braune bis schwarze Färbung auf oder erscheint glasig. Außerdem kann es zu wässrigen Stellen und Einschnürungen kommen. Der Boden, auf dem die Keimlinge wachsen, ist mit weiß- bis graugefärbten Hyphen, welche an ein Spinnennetz erinnern, überzogen. Manche Pflanzen überstehen eine Erkrankung, sind jedoch anschließend verkümmert und bringen nur minderwertige Setzlinge hervor.

Prävention: Um Keimlingskrankheiten zu vermeiden, ist eine hygienische Reinigung von Arbeitsgeräten und Aufbewahrungsutensilien enorm wichtig. Größere Erdklumpen sollten zu feiner Erde auseinandergebrochen werden. Zudem ist es möglich, verseuchten Boden zu dämpfen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Violetter Wurzeltöter bei Pastinaken (Rhizoctonia crocorum (Anamorph) Helicobasidium brebissonii (Teleomorph))

Beschreibung: Mit Hilfe von Sklerotien (Pilzgeflechtverdickungen) befällt der Pilz die Pastinake über den Boden. Dabei können die Sklerotien über eine sehr lange Zeit in der Erde verharren. Des Weiteren entsteht teilweise die sexuelle Form des Pilzes – in Form von Fruchtkörpern – auf den Sklerotien. In diesen Fruchtkörpern werden Basidiosporen gebildet, welche sich wiederrum mit Hilfe von Wind verbreiten. Optimale Bedingungen für die Entwicklung des Pilzes herrschen bei 20 °C bis 25 °C. Zu erkennen ist der violette Wurzeltöter an dem violetten Myzel, das sich auf der Pastinake bildet. Zunächst sind diese noch rotviolett gefärbt, werden aber im Verlauf der Krankheit dunkler bis hin zu einer schwarzvioletten Farbgebung. Diese Myzelstränge verteilen sich einzeln auf der Pastinake, während das Pilzgeflecht selbst auch dickere Stränge hervorbringen kann. Dort kommt es außerdem zur Bildung von Sklerotien.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Die Rüben nehmen den Erreger bereits in der Erde auf, wo er sich nestartig ausbreitet. Deshalb ist eine Bekämpfung des violetten Wurzeltöters nach der Infektion nicht mehr möglich. Auf betroffenen Bereichen sollten für mindestens drei Jahre keine Wirtspflanzen des Erregers angepflanzt werden.

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