Kulturprobleme beim Anbau von Tomaten

Die Tomate gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und kommt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Seit ihrer Verbreitung in Europa fand sie immer mehr Verwendung und zählt heute zu den beliebtesten Gemüsen. Vor allem in der mediterranen Küche spielt sie dabei eine wichtige Rolle. Damit Ihre Tomaten prächtig gedeihen und eine hervorragende Qualität aufweisen können, müssen mögliche Krankheiten und Schädlinge schnell erkannt werden. In unserer folgenden Auflistung finden Sie Beschreibungen der wichtigsten Kulturprobleme. Es wird erklärt, welche Symptome die Tomatenpflanze zeigt, wie sie diese vermeiden können und wie die Krankheiten beziehungsweise Schädlinge bekämpft werden können.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Tomaten zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Tomaten

Schädlinge/Insekten bei Tomaten

Grüne Pfirsichblattlaus bei Tomaten (Myzus persicae)

Beschreibung: Ein Befall der grünen Pfirsichblattlaus lässt sich recht einfach erkennen, da sich die hellgrünen Läuse in Kolonien an den Tomaten festsetzen. Oftmals betrifft das vor allem die Herzblätter und junge Blätter der jeweiligen Pflanze. Die befallenen Blätter rollen sich zudem zusammen und nicht selten hellen sie sich auf und verkümmern. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen die Läuse in die Zellen der Pflanze und saugen den Pflanzensaft heraus. Teilweise wird dieser hinterher als Honigtau wieder ausgeschieden. Durch diesen wird die Oberfläche der Pflanze klebrig und es bilden sich Schwärzepilze. Der Hauptschaden entsteht vor alle durch den Honigtau beziehungsweise die Schwärzepilze und die Krankheiten, die von den Läusen übertragen werden, wie zum Beispiel das Salatmosaikvirus. Von einem Befall können ganze Felder betroffen sein.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Bei einem Befall der grünen Pfirsichblattlaus helfen vor allem natürliche Feinde wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide ab Beginn der Kolonienbildung eingesetzt werden.

Blütenthrips bei Tomaten (Frankliniella occidentalis)

Blütenthrips bei Tomaten (Frankliniella occidentalis)

Beschreibung: Ein Erkennungsmerkmal eines Befalls des Blütenthrips sind helle punktförmige Flecken, die auf den Blättern der betroffenen Pflanze auftauchen und sich mit der Zeit bräunlich verfärben. Oftmals versteckt sich der Blütenthrips in den Blüten, welche daraufhin ebenfalls von Flecken übersät sind und verkrüppeln. Der Thrips setzt sich neben den Blättern und Blüten auch auf den Früchten fest und sorgt bei diesen für Missbildungen. Der Hauptschaden entsteht durch den Speichel der Thripse und weniger durch das Leersaugen der Pflanzenzellen. Es können Krankheiten wie zum Beispiel das Bronzefleckenvirus übertragen werden. Mit Hilfe von blauen Leimtafeln kann ein Befall von Blütenthrips am einfachsten festgestellt werden.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Wir empfehlen einen frühen Einsatz von Amblyseius cucumeris (Raubmilben) im Gewächshaus. Dieser kann den Befall stark reduzieren. Durch Beregnung oder stärkere Regenfälle können die Thripse einfach von den Pflanzen heruntergespült werden. Sollte es sich um einen stärkeren Befall handeln, muss mit entsprechenden Insektiziden gegen den Schädling vorgegangen werden.

Gewächshaus-Weiße Fliege bei Tomaten (Trialeurodes vaporariorum)

Gewächshaus-Weiße Fliege bei Tomaten (Trialeurodes vaporariorum)

Beschreibung: Die weiße Fliege und deren Larven setzen sich an der Unterseite der Blätter fest und saugen dort den Pflanzensaft aus den Zellen. In Folge dessen bilden sich gelbliche Stellen. Zudem trocknen die betroffenen Blätter ein und fallen schließlich ab. Oftmals sind dabei vor allem die Blätter im oberen Teil der Pflanze betroffen. Des Weiteren hinterlässt der Schädling sogenannten Honigtau, auf welchem sich Rußtaupilze ansiedeln und die Tomate somit unbrauchbar machen. Hinzu kommt, dass durch die weiße Fliege Viruskrankheiten übertragen werden können. Aufgrund einer ungeschlechtlichen Vermehrung bringt die Fliege mehrere Generationen pro Jahr hervor.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Um zunächst gegen die Larven vorzugehen, kann die Schlupfwespe Encarsia formosa helfen. Bei einem stärkeren Befall sollten zudem nützlingsschonende Insektizide eingesetzt werden.

Grünfleckige Kartoffelblattlaus bei Tomaten (Aulacorthum solani)

Beschreibung: Üblicherweise tritt die grünfleckige Kartoffelblattlaus in kleinen Gruppen auf und setzt sich vor allem an den unteren Blättern der Wirtspflanze ab. Bei noch jungen Blättern führt ein Befall zu Verkräuselung, während ältere Blätter helle Flecken bekommen und unter Missbildungen leiden. Die Läuse zapfen die Zellen der Pflanze an und saugen den Pflanzensaft heraus. Dabei produzieren sie Honigtau, welcher die Oberseite der Pflanze klebrig macht und auf dem sich Schwärzepilze bilden können. Der größte Schaden entsteht jedoch vor allem durch die Viruskrankheiten, die durch die grünfleckige Kartoffelblattlaus übertragen werden.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Bei einem Befall der grünfleckigen Kartoffelblattlaus helfen vor allem natürliche Feinde wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide ab Beginn des Befalls eingesetzt werden.

Minierfliegen bei Tomaten (Liriomyza bryoniae)

Minierfliegen bei Tomaten (Liriomyza bryoniae)

Minierfliegen bei Tomaten (Liriomyza bryoniae)

Minierfliegen bei Tomaten (Liriomyza bryoniae)

Beschreibung: Die Tomatenminierfliege tritt vor allem im Gewächshaus auf. Ihre Larven fressen sich in die Blätter der Pflanze und hinterlassen dort Miniergänge (labyrinthartige Gänge). Diese treten unregelmäßig auf, sind leicht geschwungen, serpentinartig und werden mit der Zeit breiter (aufgrund des Wachstums der Larven). Bei einem starken Befall kommt es zum Absterben der betroffenen Blätter und zu Wachstumseinschränkungen.

Prävention: Von der Minierfliege betroffene Pflanzenteile sollten Sie üben den Hausmüll entsorgen. So vermeiden Sie, dass die nächste Generation im Bestand schlüpft. Wenn Sie es mit einem starken Befall zu tun haben, hilft es, wenn der Boden einige Zentimeter ausgetauscht wird, da die Puppen im Boden überwintern.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Tomatenminiermotte bei Tomaten (Tuta absoluta)

Tomatenminiermotte bei Tomaten (Tuta absoluta)

Tomatenminiermotte bei Tomaten (Tuta absoluta)

Tomatenminiermotte bei Tomaten (Tuta absoluta)

Beschreibung: Der Hauptschaden wird nicht durch die Tomatenminiermotte selbst, sondern durch ihre Raupen ausgelöst. Diese fressen sich in alle oberirdischen Teile der Tomatenpflanze einschließlich ihrer Früchte und hinterlassen dabei Miniergänge (labyrinthartige Gänge). Bei den Blättern handelt es sich dabei um recht breite Gänge, während die Fruchthaut der Tomaten an den Stellen nekrotisch (abgestorben) wird, an denen die Raupen raus kriechen.

Prävention: Als präventive Maßnahme dienen Pheromonfallen als Kontrolle.

Bekämpfung: enerell sollte ein Befall erstmal mit Pheromonfallen nachgewiesen werden. Eine chemische Bekämpfung der Tomatenminiermotte ist jedoch sehr schwierig. Als biologische Hilfe kann die Raubwanze Macrolophus pygmaeus dienen. Des Weiteren sollten betroffene Pflanzen nicht im eigenen Garten kompostiert, sondern lieber verbrannt werden.

Zwergzikaden bei Tomaten (Cicadellidae)

Beschreibung: Die Larven der Zwergzikaden sitzen an der Unterseite der Blätter und saugen den Pflanzensaft aus den Zellen. In Folge dessen bekommen die Blätter viele helle Flecken, vergilben und fallen schließlich zu Boden. Oftmals treten die Saugstellen entlang der Blattadern auf. Zudem können Krankheiten wie die Knospenbräune übertragen werden.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Gegen einen Befall der Zwergzikaden können gelbe Klebetafeln, an denen die Schädlinge haften bleiben, helfen.

Japankäfer bei Tomaten (Popillia japonica)

Japankäfer bei Tomaten (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Blätter färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten und/oder Früchte vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

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