Kulturprobleme beim Anbau von Bohnenkraut

Grünen Bohnen lassen sich wunderbar mit Bohnenkraut verfeinern. Das aus dem Mittelmeerraum stammende Kraut bringt nicht nur einen angenehmen Geschmack und somit die optimale Würzung für die Bohnen mit sich. Zudem hat das Anpflanzen von Bohnenkraut im Garten einen großen Vorteil: Wenn es direkt neben den Bohnen gepflanzt wird, hilft es einen Befall der Schwarzen Bohnenlaus einzudämmen. Bohnenkraut im eigenen Garten anzupflanzen ist recht einfach, da das Kraut als sehr pflegeleicht gilt. Damit Sie eventuell dennoch auftretende Krankheiten oder Schädlinge rechtzeitig erkennen können, haben wir Ihnen hier eine Auflistung der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme zusammengetragen.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Bohnenkraut zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Bohnenkraut

Schädlinge/Insekten bei Bohnenkraut

Zikaden bei Bohnenkraut (Eupteryx sp.)

Zikaden bei Bohnenkraut (Eupteryx sp.)

Beschreibung: Trockene und milde Wetterperioden begünstigen einen Befall. Die kleinen grüngelblichen Tiere sind schlank und werden zwischen 2 und 4 mm groß. Mit ihrem Saugrüssel stechen sie in die Blätter des Krautes und saugen dort das Blattmesophyll (Grundgewebe der Blätter, das zwischen der oberen und unteren Oberhaut liegt) aus. Die ersten Symptome eines Befalls sind ab Mitte Mai erkenntlich. Auf den Blättern der Pflanze sind weiße Saugstellen zu sehen. Diese haben einen grau bis silberfarbenen Glanz. Durch die hohe Anzahl an weißen Saugstellen sehen die Blätter weiß gesprenkelt aus. Mit der Zeit verlieren die Blätter immer mehr an Farbe. Zunächst erscheinen sie fahlgrün, bis sie schließlich komplett ihre grüne Farbe verlieren. Auf den Unterseiten der Blätter sind weiße Häutungsreste der Zikaden zu finden. An den Blatträndern entstehen teilweise Nekrosen (durch Kälte, Wärme, Gifte, Strahlen oder Stoffwechselstörungen abgestorbenes Gewebe). Einige Blätter sterben ab.

Prävention: Beim Anbau dieses Krautes sollte auf eine geeignete Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) geachtet werden. Zudem sollte an dem gewählten Standort möglichst kein früherer Zikadenbefall vorgefallen sein. Unkraut muss regelmäßig entfernt werden. Ein möglichst schnelles Pflanzenwachstum sollte gefördert werden. Des Weiteren ist der Einsatz von Kulturschutznetzen von Vorteil.

Bekämpfung: Gegen die Larven der Zikaden können Neempräparate (Insektizid, das aus Samen des Neem-Baums hergestellt wird) eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden. Bei einer späteren Feststellung des Befalls helfen auch Pyrethrine (Insektizid, das aus Chrysanthemen-Blüten hergestellt wird) und Kaliseife. Ein radikaler Rückschnitt nach der Ernte dezimiert die Zikaden ebenfalls.

Schwarze Bohnenlaus bei Bohnenkraut (Aphis (= Doralis) fabae)

Schwarze Bohnenlaus bei Bohnenkraut (Aphis (= Doralis) fabae)

Beschreibung: Ein Befall mit der schwarzen Bohnenlaus lässt sich recht einfach erkennen: In großen Kolonien setzen sich die Läuse an den Pflanzen fest. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen sie die Blätter an und ernähren sich vom Saftstrom. In Folge dessen scheiden die Läuse Honigtau aus, welcher die Oberfläche der Pflanze klebrig macht und auf dem sich Schwärzepilze häufig festsetzen. Der Saftverlust kann zu erheblichen Einbußen des Ertrags führen. Wenn der Befall besonders schlimm ist, können betroffene Pflanzen zudem absterben. Des Weiteren kann ein Befall der schwarzen Bohnenlaus zu anderen Krankheiten wie dem Bohnengelbmosaik-Virus führen, welches von den Läusen übertragen wird.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Bei einem Befall der schwarzen Bohnenlaus hilft vor allem der Einsatz von natürlichen Feinden wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide ab Beginn der Kolonienbildung, Kaliseife sowie Neemöl- und Rapsölpräparate eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Grüner Schildkäfer bei Bohnenkraut (Cassida viridis)

Grüner Schildkäfer bei Bohnenkraut (Cassida viridis)

Beschreibung: Grüne Schildkäfer sind sehr flach und passen sich aufgrund ihrer grünen Farbe gut an die Blätter der Pflanze an. Sie werden zwischen 7 und 10 mm groß. Die jungen Larven des Grünen Schildkäfers fressen die Blätter an und hinterlassen somit Schabefraß. Ältere Larven und der Käfer selbst hingegen hinterlassen ovale, längliche Löcher in den Blättern. Nicht selten fressen die Larven auch den Blattrand mit. Im Verlauf der Krankheit kann es zu weiteren Deformierungen der Blätter kommen.

Prävention: Die Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) sollte eingehalten werden. Auch sollte darauf verzichtet werden, das Bohnenkraut in der Nähe von Brennnesseln oder Korbblütlern zu pflanzen.

Bekämpfung: Die Käfer müssen von den Pflanzen abgesammelt werden.

Japankäfer bei Bohnenkraut (Popillia japonica)

Japankäfer bei Bohnenkraut (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Bohnenkraut

Falscher Mehltau bei Bohnenkraut (Peronospora lamii)

Beschreibung: Falscher Mehltau befällt vor allem einjährige Pflanzen. Mit Hilfe von Oosporen (Zellen, die durch Befruchtung entstehen) überdauert der Pilz im Boden oder auf alten Pflanzenresten. Diese Oosporen geben nach der Keimung wiederrum Sporen frei, die durch Spritzwasser oder Wind verteilt werden. Landen diese Sporen auf der Pflanze, keimen sie dort und dringen über die Stomata (Poren in der äußeren Pflanzenhaut) in die Pflanze ein. Dort bildet sich zwischen den Zellen ein Myzel (Pilzgeflecht). Der Falsche Mehltau kann zu Wachstumsverzögerung bei Kräutern führen. Die Blätter sind auf der Oberseite von grauen bis fahlgrünen und teilweise sogar violetten Flecken überzogen. Auf der Unterseite befindet sich an diesen Stellen ein grauer Konidienrasen (Sporenrasen). Dieser wächst aufgrund des Myzels aus kleinen Spaltöffnungen heraus. Zumeist begrenzt die Hauptblattader die Flecken und den Konidienrasen. Durch die Erkrankung rollen sich die Blätter mit der Zeit immer mehr ein, bis es schließlich zum Absterben kommt. Zusätzlich können auch die Stängel des Krautes befallen werden, was zum Absterben der Triebe führt.

Prävention: Um einen Ausbruch von Falschem Mehltau möglichst zu vermeiden, sind hygienische Maßnahmen wichtig. Eine Bewässerung sollte möglichst sparsam erfolgen. Im Topf eignet sich dafür vor allem eine Bewässerung von unten. Zudem sollte ein ausreichend großer Pflanzabstand eingehalten werden. Zusätzlich können Pflanzenstärkungsmittel von Vorteil sein.

Bekämpfung: Erkrankte Kräuter müssen so schnell wie möglich entfernt werden.

Grauschimmel bei Bohnenkraut (Botrytis cinerea (Anamorph) Botryotinia fuckeliana (Teleomorph))

Beschreibung: Grauschimmel zählt zu den Schwächeparasiten. Das bedeutet, dass dieser vor allem bereits – zum Beispiel durch eine Erkrankung – geschwächte Pflanzen befällt. Aber auch jüngere Pflanzen können betroffen sein. Temperaturen um die 20 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit und wenig Licht sind optimale Voraussetzung für die Entwicklung des Pilzes. Übertragen wird die Krankheit durch Wind oder Spritzwasser. Im Boden hält sich der Erreger über Sklerotien (Pilzgeflechtverdickungen). An der Pflanze selbst überlebt er im Myzel (Pilzgeflecht). Durch eine Erkrankung an Grauschimmel kommt es zu glasigen und fahlen Stellen an Früchten, Blättern und Blüten. Mit der Zeit werden diese braunfaul und sind von Schimmelrasen bedeckt. Blätter und Triebe welken. Bricht die Krankheit erst während der Lagerung aus, kommt es zu einem grauen Sporenrasen, auf dem sich schwarze Sklerotien befinden.

Prävention: Um eine Ausbreitung des Grauschimmels zu vermeiden, sollten Geräte und Aufbewahrungsutensilien immer hygienisch gereinigt werden. Zudem ist ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den einzelnen Pflanzen von Vorteil, da auf diese Weise das Gießwasser schneller trocknen kann. Aus diesem Grund empfiehlt sich im Gewächshaus auch eine Tröpfchenberegnung.

Bekämpfung: Grauschimmel kann mit Hilfe von Fungiziden (biologische oder chemische Wirkstoffe, die Pilze oder ihre Sporen abtöten) bekämpft werden.

Pfefferminzrost bei Bohnenkraut (Puccinia menthae)

Beschreibung: Wie die Pfefferminze wird auch das Bohnenkraut häufiger von Pfefferminzrost befallen, da die beiden Kulturarten zu selben Familie (Lamiaceae) gehören. Optimale Bedingungen findet der Pfefferminzrost in schattigen Beständen vor, wo es zudem feucht ist. Mit Hilfe von Wasserspritzern und Wind werden die Basidiosporen (Ständersporen) verteilt, mit denen die Krankheit sich ausbreitet. Zwischen Ende April und Mitte Mai entstehen auf der Pflanze Pyknidien (schwarze Fruchtkörper). Diese haben eine braune bis schwarze Färbung und heben sich vom Untergrund ab. Anschließend kommt es zu violetten Schwellungen – den Rostpusteln –, die aufplatzen, Sporen freigeben und danach gelblich aussehen. Die sogenannten Uredosporen (Sommersporen der Rostpilze) können andere Pflanzen infizieren. Auf den Oberseiten der Blätter entstehen chlorotische Flecken (hellgrüne bis gelbe Flecken), die im Verlauf der Krankheit absterben. Über den Sommer entwickeln sich gelbrote Beulen. Zudem entstehen Flecken auf der Unterseite der Blätter, die eine orange, rote bis braune Farbe haben. Außerdem entwickeln sich die sogenannten Teleutosporen (Wintersporen der Rostpilze), welche den Winter an der Pflanze überdauern und im kommenden Frühjahr Basidiosporen hervorbringen. Ab Herbst bilden sich auf der Unterseite braune bis schwarze Pusteln. Bei einem besonders starken Befall kommt es zum Vertrocknen und Absterben der Blätter. Die Krankheit trifft zunächst ältere Blätter und verbreitet sich vom unteren Teil der Pflanze allmählich nach oben.

Prävention: Es ist ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den Pflanzen sowie eine gute Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) wichtig. Die Pflanze sollte möglichst trocken gehalten werden. Beim Düngen ist es von Vorteil, wenn dieser nicht zu viel Stickstoff enthält.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

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