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Kulturprobleme beim Anbau von Estragon

Die traditionelle französische Küche wäre ohne Estragon als Würzkraut kaum vorstellbar. Verarbeitet in leckeren Soßen oder als Würzung zu Hähnchen: Der leicht süße bis bittere Geschmack des Krauts harmoniert hervorragend zu allerlei Gerichten. Ursprünglich kommt Estragon aus dem asiatischen Raum, verbreitete sich aber bereits in der Antike in Richtung Westen. Estragon kann sowohl frisch als auch in getrockneter Form verwendet werden. Genauso gut können Sie das Kraut aber auch in Öl einlegen. Estragon zählt zudem zu den Heilkräutern. Wenn auch Sie frischen Estragon aus dem eigenen Garten ernten möchten, so ist das pflegeleichte Kraut für den eigenen Anbau sehr zu empfehlen. Trotz einer leichten Pflege, können jedoch Krankheiten und Schädlinge auftreten. Um Ihnen bei Erkennung, Prävention und Bekämpfung zu helfen, haben wir eine Liste mit den häufigsten und wichtigsten Kulturproblemen zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Estragon zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Estragon

Schädlinge/Insekten bei Estragon

Blattläuse bei Estragon (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Blattläuse bei Estragon (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Beschreibung: Blattläuse werden zwischen 2 und 4 mm groß und haben stechende Mundwerkzeuge, mit denen sie Pflanzensaft aus den Pflanzen saugen. Je nach Art können die kleinen Tiere grün, gelb, rot oder schwarz gefärbt sein. Einige Blattläuse haben Flügel, andere sind flügellos. Manche Arten haben am Hinterteil zwei kleine Röhrchen, die nach hinten zeigen. Die Läuse durchlaufen vier Larvenstadien, nach denen sie sich jeweils häuten. Eine Vermehrung kann sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich erfolgen. Bei einem Blattläusbefall verfärben sich die Pflanzen, verformen sich und verkümmern. Zudem kann es bei der Pflanze durch den Befall zu Wuchsverzögerungen kommen. Die Blattläuse scheiden klebrigen Honigtau aus. Mit diesem sind die Blattoberflächen benetzt. Auf dem Honigtau können sich Schwärzepilze ansiedeln, was zu weiteren Erkrankungen führen kann. Des Weiteren können Blattläuse weitere Krankheiten übertragen.

Prävention: Auf zu hohe Stickstoffgaben sollte möglichst verzichtet werden, da diese einen Befall fördern.

Bekämpfung: Der Einsatz von zugelassenen Insektiziden ist möglich, kann je nach Wirkstoff aber auch Nützlinge schädigen. Es ist von Vorteil, natürliche Feinde der Blattlaus zu schützen. Dazu zählen Marienkäfer, Spinnen, Larven der Flor- und der Schwebfliege, Schlupfwespen, Raubwanzen, Ohrwürmer, Singvögel, Blumenwanzen, Gallmücken, Heupferde, Florfliegen und Larven der Schwebfliegen.

Thripse bei Estragon (u.a. Frankliniella occidentalis, Thrips tabaci)

Beschreibung: Thripse sind mit einer Größe zwischen 0,8 und 2 mm nur schwer zu entdecken. Sie haben entweder eine braungelbe oder schwarze Färbung und haben an ihren Füßen ein faltbares Haftorgan. Die Mehrheit der Arten besitzt zudem Flügel. Bis zum ausgewachsenen Thrips durchlaufen die Larven mehrere Stadien. Währenddessen sind sie heller gefärbt als die ausgewachsenen Tierchen. Die Verbreitung des Thrips erfolgt durch den Wind und eine Überwinterung kann je nach Art sowohl als Larve oder als ausgewachsenes Tier erfolgen. Mit ihren stechenden Mundwerkzeugen saugen sie den Pflanzensaft aus den Zellen. In der Folge sterben betroffene Samenanlagen, Blüten und Fruchtknoten allmählich ab. Auf der Oberseite der Blätter sind kleine Saugschäden zu erkennen, die glänzend silbern erscheinen. Nach einiger Zeit verfärben diese sich braun. Auf der Unterseite sind Kotkugeln zu finden. Zudem können Thripse andere Krankheiten übertragen.

Prävention: Zur Vorbeugung gegen Thrips können Kulturschutznetze eingesetzt werden. Deren helle Farbe erschwert es den Insekten die Pflanzen zu finden, jedoch sind ihre Maschen nicht fein genug, um die Thripse vollständig abzuhalten.

Bekämpfung: Ein Einsatz von systemisch wirkenden Insektiziden (chemische Wirkstoffe, die Schädlinge abtöten) ist möglich. Im Gewächshaus können zudem Nützlinge (beispielsweise Larven der Florfliege, Raubwanzen, Raubmilben, Blumenwanzen oder Nematoden) eine Hilfe sein.

Japankäfer bei Estragon (Popillia japonica)

Japankäfer bei Estragon (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Estragon

Rost bei Estragon (Puccinia dracunculina)

Beschreibung: Optimale Bedingungen findet der Rost in schattigen Beständen vor, wo es zudem feucht ist. Mit Hilfe von Wasserspritzern und Wind werden die Basidiosporen (Ständersporen) verteilt, mit denen die Krankheit sich ausbreitet. Zwischen Ende April und Mitte Mai entstehen auf den Stängeln, Blattstielen und Blättern des Krautes Pyknidien (schwarze Fruchtkörper). Diese haben eine braune bis schwarze Färbung und heben sich vom Untergrund ab. Anschließend kommt es zu violetten Schwellungen – den Rostpusteln –, die aufplatzen, Sporen freigeben und danach gelblich aussehen. Die sogenannten Uredosporen (Sommersporen der Rostpilze) können dann andere Pflanzen infizieren. Auf den Oberseiten der Blätter entstehen chlorotische Flecken (hellgrüne bis gelbe Flecken), die im Verlauf der Krankheit absterben. Über den Sommer entwickeln sich gelbrote Beulen. Außerdem entstehen Flecken auf den Unterseiten der Blätter, die eine orange, rote bis braune Farbe haben. Weiterhin entwickeln sich die sogenannten Teleutosporen (Wintersporen der Rostpilze), welche den Winter an der Pflanze überdauern und im kommenden Frühjahr Basidiosporen hervorbringen. Ab Herbst bilden sich auf der Unterseite braune bis schwarze Pusteln. Bei einem besonders starken Befall kommt es zum Vertrocknen und Absterben der Blätter. Die Krankheit trifft zunächst ältere Blätter und verbreitet sich vom unteren Teil der Pflanze allmählich nach oben.

Prävention: Es ist ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den Pflanzen sowie eine gute Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) wichtig. Die Pflanze sollten möglichst trocken gehalten werden. Beim Düngen ist es von Vorteil, wenn nicht zu viel Stickstoff enthalten ist.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

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