Kulturprobleme beim Anbau von Fenchel

Fenchel zählt zu den beliebtesten Gewürz- und Heilkräutern. Neben Tee ist er auch für Salate und Soßen sehr gut geeignet. Da die Pflanze ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien stammt, war Fenchel bereits im alten Ägypten ein viel genutztes Kraut. Aufgrund seiner Herkunft benötigt das Kraut einen vollsonnigen Standort und ausreichend Wärme sowie einen nährstoffreichen Boden. Auf diese Weise gedeiht Fenchel auch in Ihrem Garten. Damit Sie mögliche Krankheiten erkennen können, haben wir eine Liste mit den wichtigsten und häufigsten Kulturproblemen zusammengestellt. Dabei erfahren Sie auch, wie Sie Ihren Fenchel möglichst vor den Krankheiten schützen können.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Fenchel zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Fenchel

Schädlinge/Insekten bei Fenchel

Blattläuse bei Fenchel (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Blattläuse bei Fenchel (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Beschreibung: Blattläuse werden zwischen 2 und 4 mm groß und haben stechende Mundwerkzeuge, mit denen sie Pflanzensaft aus den Pflanzen saugen. Je nach Art können die kleinen Tiere grün, gelb, rot oder schwarz gefärbt sein. Einige Blattläuse haben Flügel, andere sind flügellos. Manche Arten haben am Hinterteil zwei kleine Röhrchen, die nach hinten zeigen. Die Läuse durchlaufen vier Larvenstadien, nach denen sie sich jeweils häuten. Eine Vermehrung kann sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich erfolgen. Bei einem Blattläusbefall verfärben sich die Pflanzen, verformen sich und verkümmern. Zudem kann es bei der Pflanze durch den Befall zu Wuchsverzögerungen kommen. Die Blattläuse scheiden klebrigen Honigtau aus. Mit diesem sind die Blattoberflächen benetzt. Auf dem Honigtau können sich Schwärzepilze ansiedeln, was zu weiteren Erkrankungen führen kann. Des Weiteren können Blattläuse weitere Krankheiten übertragen.

Prävention: Auf zu hohe Stickstoffgaben sollte möglichst verzichtet werden, da diese einen Befall fördern.

Bekämpfung: Der Einsatz von zugelassenen Insektiziden ist möglich, kann je nach Wirkstoff aber auch Nützlinge schädigen. Es ist von Vorteil, natürliche Feinde der Blattlaus zu schützen. Dazu zählen Marienkäfer, Spinnen, Larven der Flor- und der Schwebfliege, Schlupfwespen, Raubwanzen, Ohrwürmer, Singvögel, Blumenwanzen, Gallmücken, Heupferde, Florfliegen und Larven der Schwebfliegen.

Drahtwürmer bei Fenchel (Agriotes lineatus, A. obscurus, A. sordidus, A. ustulatus)

Drahtwürmer bei Fenchel (Agriotes lineatus, A. obscurus, A. sordidus, A. ustulatus)

Beschreibung: Bei Drahtwürmern handelt es sich um die Larven von Schnellkäfern. Sie sind 20 bis 25 mm lang und haben eine glänzende gelbbraune Farbe sowie einen braunen Kopf. Die Larven ernähren sich von Pflanzennektar, den sie zunächst aus alten Pflanzenresten und später aus lebenden Pflanzen saugen. Bereits nach dem Auflaufen der Pflanze, lässt sich ein Befall durch Drahtwürmer erkennen. Keimlinge und Wurzeln sind sichtbar an- oder sogar ganz abgefressen. Es kommt zum Verwelken und Absterben von jungen Pflanzen. Bei ausgewachsenen Pflanzen lassen sich in den Wurzeln oder am Kraut Löcher und tiefe dünne Fraßgänge finden. Außerdem befinden sich an der Basis der Pflanze faserartige Fraßstellen. Diese färbt sich allmählich gelb.

Prävention: Achten Sie beim Säen darauf, die Samen nicht zu tief in die Erde zu drücken. Außerdem begünstigen einige Fruchtfolgen die Entwicklung des Käfers weniger und sind somit zu bevorzugen. Wenn Stallmist auf das Beet ausgebracht werden sollte, ist es wichtig, diesen in die Erde einzuarbeiten. Ansonsten besteht die Gefahr einer Eiablage.

Bekämpfung: Um eine erneute Eiablage zu verhindern und noch junge Larven zu bekämpfen, sollte der betroffene Boden mehrfach bearbeitet werden.

Erdraupen bei Fenchel (Agrotis segetum, A. ypsilon)

Erdraupen bei Fenchel (Agrotis segetum, A. ypsilon)

Beschreibung: Bei Erdraupen handelt es sich um die Larven verschiedener Eulenfalter. Sie sind zwischen 40 und 50 mm lang und weisen eine graue Farbe auf. Je nach Art können sie aber auch graubraun bis braun gefärbt sein. Eulenfalter legen ihre Eier an Blattunterseiten ab. Wenn die Raupen geschlüpft sind, ist es zunächst noch möglich, sie auch am Tag auf den Pflanzen zu finden. Nach einiger Zeit sind sie allerdings nur noch nachts oder bei dunklen Lichtverhältnissen (wie etwas bei trübem Wetter) zu sehen. Den Winter überstehen die Raupen in hellroten bis braunen Tönnchenpuppen (verpuppte Maden) im Boden. Sehr heiße und trockene Wetterperioden begünstigen eine Entwicklung der Raupen. Mehrere Generationen von Erdraupen pro Jahr sind möglich. Pflanzen, die von Erdraupen befallen sind, weisen bereits nach dem Auflaufen Fraßränder, Loch- oder Fensterfraß auf. Zumeist wird dieser von noch jungen Raupen verursacht und erscheint deswegen eher unauffällig. Nicht selten werden Keimlinge direkt über der Erde abgefressen. Der Schaden durch ältere Raupen ist hingegen um einiges beträchtlicher: Betroffene Pflanzen verfärben sich gelblich, verwelken und sterben ab.

Prävention: Es sollte sichergestellt werden, dass der Boden gut befestigt ist, da Erdraupen leichte Böden bevorzugen. Zudem minimiert eine gleichmäßige Beregnung die Anzahl an Eulenfaltern.

Bekämpfung: Gegen Erdraupe können Insektizide eingesetzt werden. Es können auf Schlupfwespen (Trichogramma) zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Feldmaus bei Fenchel (Microtus arvalis)

Feldmaus bei Fenchel (Microtus arvalis)

Feldmaus bei Fenchel (Microtus arvalis)

Beschreibung: In der Regel werden Feldmäuse bis zu ca.12 cm groß und haben eine gelbgraue bis braungraue Fellfarbe. Ihre Schwanzlänge beträgt in etwa ein Drittel ihrer Körperlänge. Zu finden sind sie vor allem in mittelschweren, durchlässigen Böden, da sie unter der Erde in Tunnelbauten leben. Pro Jahr können mehrere Würfe mit bis zu 13 Jungtieren erfolgen. Die Feldmaus verursacht vor allem Schäden während der Lagerung. In Kellern oder Schuppen frisst sie das eingelagerte Gemüse an. Ab und zu frisst das Tier auch Samen oder junge Pflanzen.

Prävention: Natürliche Fraßfeinde stellen unter anderem Eulen und Greifvögel dar. Hierbei lohnt es sich für Greifvögel entsprechende Sitzstangen im Garten aufzustellen.

Bekämpfung: Eine Bekämpfung sollte bestenfalls im späten Winter bis Frühjahr erfolgen, da die Mäuse zu dieser Zeit wenig Nahrung finden. Durch das Bearbeiten des Bodens werden die unterirdischen Tunnel zerstört, in denen die Tiere leben. Auch Lebendfallen kommen für die Bekämpfung in Frage und zählen zu den humaneren Bekämpfungsmethoden.

Große Wühlmaus/Schermaus bei Fenchel (Arvicola terrestris)

Große Wühlmaus/Schermaus bei Fenchel (Arvicola terrestris)

Beschreibung: Wie es der Name bereits andeutet, erreicht die Große Wühlmaus eine Größe von bis zu 18 cm. Ihr Fell hat eine hellbraune bis dunkelbraune Färbung und ihre Schwanzlänge entspricht in etwa der Hälfte ihrer Körperlänge. Am liebsten bauen die Mäuse ihre unterirdischen Tunnel in lockeren und feuchten Böden. Gleichbleibende Wetterperioden begünstigen eine Fortpflanzung der Großen Wühlmaus, sodass mehrere Würfe pro Jahr mit bis zu 14 Jungtieren durchaus möglich sind. An den Wurzeln von betroffenen Pflanzen sind Fraßspuren zu finden, die an Rillen erinnern. Zudem lassen sich die Pflanzen ohne großen Kraftaufwand aus der Erde ziehen und verwelken zumeist.

Prävention: Natürliche Fraßfeinde stellen unter anderem Eulen und Greifvögel dar. Hierbei lohnt es sich für Greifvögel entsprechende Sitzstangen im Garten aufzustellen.

Bekämpfung: Eine Bekämpfung sollte bestenfalls im späten Winter bis Frühjahr erfolgen, da die Mäuse zu dieser Zeit wenig Nahrung finden. Durch das Bearbeiten des Bodens werden die unterirdischen Tunnel zerstört, in denen die Tiere leben. Auch Lebendfallen kommen für die Bekämpfung in Frage und zählen zu den humaneren Bekämpfungsmethoden.

Minierfliege bei Fenchel (Liriomyza spp.)

Beschreibung: Es gibt verschiedene Arten von Minierfliegen. Einige sind an ihren gelben Rücken zu erkennen. Ansonsten sind die Fliegen schwarz und haben eine Größe zwischen 1 und 3 mm. Warme Temperaturen befördern die Entwicklung der Minierfliege. Die weibliche Fliege sticht mit dem sogenannten Legebohrer das Blatt an und legt die Eier direkt in das Blatt. Notfalls können die Larven den Winter verpuppt im Boden überstehen. Ihre Larven haben weder Kopf noch Beine und fressen sich durch das Innere der Pflanzen. Die ist mit Minen durchzogen, die von den Maden verursacht worden. Deutlich erkennbar sind Fraß- und Saugpunkte, die durch die ausgewachsenen Fliegen verursacht werden, wenn sie den Pflanzensaft aus den Zellen saugen. Durch den Befall werden die Pflanzen so geschwächt, dass es zu Wuchsverzögerungen oder sogar zum Absterben kommen kann. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen. Des Weiteren können über die Minierfliegen weitere Krankheiten übertragen werden.

Prävention: Der Einsatz von Kulturschutznetzen mit einer Maschenweite von 0,85 mm kann einen Zuflug aufhalten. Zusätzlich kann die Kulturen an windigen Flächen/Lagen gepflanzt werden, da Minierfliegen diese gerne meiden.

Bekämpfung: Mit Hilfe von Klebetafeln kann ein Befall am einfachsten festgestellt werden. Betroffene Pflanzenteile sollten umgehend entfernt werden. Ein Einsatz von Insektiziden und Nützlingen – wie zum Beispiel Schlupfwespen – ist zu empfehlen.

Mottenschildläuse/Weiße Fliege bei Fenchel (u.a. Bemisia tabaci, Aleyrodes proletella, Trialeurodes vaporariorum)

Mottenschildläuse/Weiße Fliege bei Fenchel (u.a. Bemisia tabaci, Aleyrodes proletella, Trialeurodes vaporariorum)

Beschreibung: Die Weiße Fliege hat ihren Namen von ihrem weißlichen Aussehen, welches durch einen weißen Wachsstaub, der sich über dem Körper und den Flügeln verteilt, ausgelöst wird. Sie sind nur 1 bis 2 mm groß und besitzen stechende Mundwerkzeuge, mit denen sie den Pflanzensaft aussaugen können. Die Larven durchlaufen mehrere Stadien, bevor sie sich zu Fliegen entwickeln. Den Winter überstehen sie verpuppt. Pro Jahr kann die Weiße Fliege mehrere Generationen hervorbringen. Mottenschildläuse setzen sich an die Pflanzen und saugen dort den Pflanzensaft direkt aus den Leitungsbahnen. Somit schädigen sie die Pflanze, in dem sie ihr Assimilate entziehen, die für die Biomasseproduktion benötigt werden. Zudem hinterlassen die Läuse sogenannten Honigtau, welcher zum einen die Pflanzen verklebt und zum anderen weitere Erreger anderer Krankheiten anzieht. Aber auch die Weiße Fliege selbst kann andere Krankheiten übertragen.

Prävention: Um eine Verbreitung der Weißen Fliege möglichst zu vermeiden, sollten alte Pflanzenreste immer schnell entfernt werden. Zudem ist eine Förderung von Nützlingen (wie beispielsweise Schlupfwespen, Raubwanzen, Raubmilben, Marienkäfer und Blumenwanzen) von Vorteil.

Bekämpfung: Ein Einsatz von Insektiziden (chemische Wirkstoffe, die Schädlinge abtöten) ist möglich. Im Gewächshaus kann ein frühzeitiger Einsatz von Encarsia formosa (Schlupfwespe) den Befall vollständig bekämpfen.

Schnecken bei Fenchel (u.a. Deroceras reticulatum, Tandonia budapestensis, Arion rufus, Arion hortensis)

Beschreibung: Schnecken bevorzugen feuchte Umgebungen, da sie selbst zu 85 % aus Wasser bestehen. Sie bewegen sich wellenartig vorwärts und hinterlassen eine schimmernde Schleimspur. Diese ist oftmals auch ein erstes Indiz für einen Befall. Je nach Art sehen Schnecken sehr unterschiedlich aus und unterscheiden sich auch in der Größe. An die Oberfläche kommen sie zumeist bei schlechtem Wetter. Eine Fortpflanzung findet über Eiablage im Boden statt. Überwintern können Schnecken sowohl als Ei oder in ausgewachsener Form. Ein Schneckenbefall lässt sich vor allem an Fraßlöchern und Schabefraß feststellen, der unregelmäßig über die Pflanze verteilt ist. Dabei können alle Pflanzenteile (sowohl über als auch unter der Erde) betroffen sein. In der Regel werden Jungpflanzen bevorzugt, da deren Gewebe besonders viel Wasser enthält. Nicht selten fressen die Schnecken in solchen Fällen die gesamte Pflanze. Wenn Samen an- oder gar ganz aufgefressen werden, kann es sein, dass einige Pflanzen gar nicht auflaufen.

Prävention: Um einem Schneckenbefall vorzubeugen, sind verschiedene Herangehensweisen möglich. So hilft eine regelmäßige Bodenbearbeitung genauso wie ein Schneckenzaun oder eine Drainage. Zudem sollten natürliche Fressfeinde gefördert werden. Dazu zählen Igel, Tigerschnegel, Spitzmäuse, Laufenten, Singdrossel, Steinläufer, Spitzmäuse, Weinbergschnecken (fressen die Eier von Nackschnecken), Molche, Goldlaufkäfer, Igel, Frösche, Erdkröten und Blindschleichen.

Bekämpfung: Ein Einsatz von Molluskiziden oder Nematoden ist möglich.

Thripse bei Fenchel (u.a. Frankliniella occidentalis, Thrips tabaci)

Beschreibung: Thripse sind mit einer Größe zwischen 0,8 und 2 mm nur schwer zu entdecken. Sie haben entweder eine braungelbe oder schwarze Färbung und haben an ihren Füßen ein faltbares Haftorgan. Die Mehrheit der Arten besitzt zudem Flügel. Bis zum ausgewachsenen Thrips durchlaufen die Larven mehrere Stadien. Währenddessen sind sie heller gefärbt als die ausgewachsenen Tierchen. Die Verbreitung des Thrips erfolgt durch den Wind und eine Überwinterung kann je nach Art sowohl als Larve oder als ausgewachsenes Tier erfolgen. Mit ihren stechenden Mundwerkzeugen saugen sie den Pflanzensaft aus den Zellen. In der Folge sterben betroffene Samenanlagen, Blüten und Fruchtknoten allmählich ab. Auf der Oberseite der Blätter sind kleine Saugschäden zu erkennen, die glänzend silbern erscheinen. Nach einiger Zeit verfärben diese sich braun. Auf der Unterseite sind Kotkugeln zu finden. Zudem können Thripse andere Krankheiten übertragen.

Prävention: Zur Vorbeugung gegen Thrips können Kulturschutznetze eingesetzt werden. Deren helle Farbe erschwert es den Insekten die Pflanzen zu finden, jedoch sind ihre Maschen nicht fein genug, um die Thripse vollständig abzuhalten.

Bekämpfung: Ein Einsatz von systemisch wirkenden Insektiziden ist möglich. Im Gewächshaus können zudem Nützlinge (beispielsweise Larven der Florfliege, Raubwanzen, Raubmilben, Blumenwanzen oder Nematoden) eine Hilfe sein.

Wanzen bei Fenchel (u.a. Lygus spp., Calocoris spp., Eurydema spp., Nezara viridula)

Wanzen bei Fenchel (u.a. Lygus spp., Calocoris spp., Eurydema spp., Nezara viridula)

Beschreibung: Es gibt verschiedene Arten von Wanzen. So zählt zum Beispiel die Nezara viridula zu den Baumwanzen, während die Lygus zu den Weichwanzen zählt. Neben harten Flügeln, die an Leder erinnern, besitzen sie ein Schildchen und stechende Mundwerkzeuge. Mit diesen saugen sie den Pflanzensaft aus den Zellen. Trockene und warme Wetterperioden fördern eine Verbreitung der Wanzen, die je nach Art unterschiedliche Pflanzen bevorzugen. Eine Überwinterung erfolgt im ausgewachsenen Stadium. Von Wanzen befallene Pflanzen weisen weiße Flecken auf. Dies sind die Saugstellen, an denen die kleinen Tierchen den Pflanzensaft angezapft haben. Durch diesen Befall kommt es zu Wuchsverzögerungen und gekräuselten Blättern. Die Art Lygus rugulipennis tritt vor allem im Gewächshaus auf und sticht dort die Blüten verschiedenster Pflanzen an. Das führt zu einem frühzeitigen Abwurf der Blüten.

Prävention: Ein Kulturschutznetz kann die Kulturen vor Wanzen schützen.

Bekämpfung: Je nach Art gibt es unterschiedliche Bekämpfungsmethoden. Die Eurydema zum Beispiel kann mit Hilfe von Insektiziden oder natürlichen Feinden (wie der Schlupfwespe) eingedämmt werden. Alle Wanzen können mit zugelassenen Insektiziden im Haus- und Kleingarten bekämpft werden.

Japankäfer bei Fenchel (Popillia japonica)

Japankäfer bei Fenchel (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Fenchel

Keimlingskrankheiten bei Fenchel (Olpidium brassicae, Pythium debaryanum, Rhizoctonia solani, Fusarium spp., Phytophthora spp., Thielaviopsis basicola)

Beschreibung: Unter der Keimlingskrankheiten wird das Zusammenkommen mehrerer verschiedener phytopathogener Pilze und Bakterien verstanden. In der Regel lösen dabei vor allem Bodenpilze diese Krankheiten aus. Die Erreger können sowohl über das Gießwasser als auch durch befallenes Saatgut oder verunreinigte Gartenutensilien übertragen werden. Häufig aber sitzen die Pilze auf Pflanzenresten am Boden und gehen von dort aus auf die Keimlinge über. Bei heißen Wetterlagen sowie erhöhter Luftfeuchtigkeit oder Luftmangel steigt das Risiko einer Infektion. Ein Symptom der Keimlingskrankheiten ist, dass die Saat zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufläuft. Zudem werden Keimlinge so stark geschwächt, dass sie welken und absterben. Der untere Teil des Stängels bis hin zum Wurzelbeginn weist entweder eine braune bis schwarze Färbung auf oder erscheint glasig. Außerdem kann es zu wässrigen Stellen und Einschnürungen kommen. Der Boden auf dem die Keimlinge wachsen, ist mit weiß- bis graugefärbten Hyphen überzogen. Diese erinnern an ein Spinnennetz. Manche Pflanzen überstehen eine Erkrankung, sind jedoch anschließend verkümmert und bringen nur minderwertige Setzlinge hervor.

Prävention: Um Keimlingskrankheiten möglichst zu vermeiden, ist eine hygienische Reinigung von Arbeitsgeräten und Aufbewahrungsutensilien enorm wichtig. Größere Erdklumpen sollten zu feiner Erde auseinandergebrochen werden. Zudem ist es möglich, verseuchten Boden zu dämpfen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Blatt- und Stängelanthraknose des Fenchels bei Fenchel (Passalora puncta (Anamorph) Mycosphaerella anethi (Teleomorph))

Beschreibung: Optimale Bedingungen für den Pilz herrschen bei 20 °C. Aber auch kühle Nächte sowie eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (98 %) fördern eine Entwicklung. Im Zeitraum von August bis Oktober bilden sich die schwarzen Sporenlager, in denen der Erreger überwintert. Ab April bilden sich dann die sogenannten Ascosporen. Diese keimen auf den Pflanzen und dringen über die Stomata (Poren in der äußeren Pflanzenhaut) in das Kraut ein. Später bilden sich Konidien, die mit Hilfe von Regen oder Wind die Krankheit weiterverbreiten. Eine Zeit lang kann der Pilz auf Saatgut oder Pflanzenresten überleben. Eine Erkrankung an der Blatt- und Stängelanthraknose ist bereits in einem frühen Stadium erkennbar. An den unteren Blattetagen färbt sich die Pflanze gelb bis bräunlich bis sie schließlich absterben. Dieser Prozess setzt sich bis in die Spitzen fort. Des Weiteren entsteht der Schein, dass die Pflanze gestreift wären. Das liegt an den weißgrauen Konidienlagern, die sich auf dem Kraut verbreiten. Zudem verliert die Pflanze einen großen Teil des Gewebes, das für die Photosynthese verantwortlich ist. Dadurch kommt es zu einem Verlust der Biomasseproduktion und einem geringeren Ertrag.

Prävention: Um eine Ausbreitung der Blatt- und Stängelanthraknose zu verbreiten, sollten die Pflanzen mit einem ausreichend großen Pflanzabstand zueinander gesät/gesetzt werden. Auf diese Weise kann überschüssiges Wasser schneller verdunsten oder versickern. Zudem ist eine weite Fruchtfolge von Vorteil.

Bekämpfung: Gegen die Krankheit können Fungizide eingesetzt werden.

Cercospora-Blattfleckenkrankheit bei Fenchel (Cercospora foeniculi)

Beschreibung: Die Konidien, mit welchen sich der Pilz fortpflanzt, werden über den Wind verstreut. Des Weiteren kann der Erreger auch mit infizierten Pflanzenresten verschleppt werden. In das Kraut gelangt der Pilz durch Stomata (Poren in der äußeren Pflanzenhaut). Erste Symptome der Krankheit sind zumeist an älteren Pflanzenteilen festzustellen. Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit führt zu runden oder ovalen Läsionen (Verletzungen des Gewebes) an der Pflanze. Diese sind braungrau und von einem rötlichbraunen Rand umzogen. Mit der Zeit werden die Flecken immer größer und gehen ineinander über. Zudem entsteht auf den Läsionen ein weißgraues Pilzgeflecht und es kann zum Austrocknen oder Verfaulen der Stellen kommen, bis schließlich große Teile des Krautes absterben.

Prävention: Ein Fruchtwechsel von mindestens vier Jahren ist zu empfehlen.

Bekämpfung: Ein Einsatz von Fungiziden gegen Cercospora-Blattfleckenkrankheit ist möglich.

Echter Mehltau an Apiaceaen bei Fenchel (Erysiphe heraclei)

Beschreibung: Trockene und vor allem warme Wetterperioden sind optimale Bedingungen für die Entstehung von Echtem Mehltau. Der Erreger setzt sich auf alten Pflanzenteilen ab und übersteht so auch den Winter. Mit Hilfe von Wind verbreiten sich die Konidien. Es entsteht ein weißes Myzel, in welchem sich Oidien (Sporen) samt Oidienträgern und Chasmothecien befinden. Letztere sind in Form von schwarzen winzigen Flecken zu sehen.

Prävention: Damit Echter Mehltau möglichst erst gar nicht ausbrechen kann, sollte resistentes Saatgut verwendet werden.

Bekämpfung: Mit Hilfe von Wassergaben können die Oidien geschädigt werden, wodurch sich die Krankheit schlechter ausbreitet. Zudem kann ein Einsatz von Fungiziden gegen einen akuten Befall erfolgen. Dies ist jedoch nicht immer zwingend nötig.

Möhrenschwärze oder Blattbrand bei Fenchel (Alternaria dauci)

Beschreibung: Diese typische Pilzerkrankung der Möhre befällt auch oft Fenchelpflanzen, da die beiden Kulturen sie zur selben Familie der (Apiaceae) gehören. Bei feuchter Witterung sowie einer Temperatur von 28 °C entwickelt sich der Pilz besonders gut. Dadurch kann es vor allem während sehr nassen Wetterperioden zu erheblichen Ernteverlusten kommen. Die Krankheit verbreitet sich über die Konidien, welche zunächst auf der Pflanze sitzen und später über den Wind verbreitet werden. Zudem überdauert die Möhrenschwärze auf alten Pflanzenteilen im Boden und kann über Samen übertragen werden. Zunächst bilden sich auf den Blattstielen und den Blättern des Krautes kleine braune Flecken. Diese sind von vergilbtem Gewebe umgeben. Mit der Zeit werden sie immer größer, bis sie schließlich ineinanderfließen. Auf den Flecken bilden sich schwarze Konidienträger. Die geschwächten Pflanzenteile neigt je nach Witterung schneller zum Vertrocknen oder Verfaulen als gesunde Pflanzenteile. Des Weiteren sterben Keimlinge ab.

Prävention: Ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den einzelnen Pflanzen ist wichtig. Zudem sollten nach der Ernte alle alten Pflanzenteile entfernt werden.

Bekämpfung: Um die Krankheit zu bekämpfen, können Fungizide eingesetzt werden. Außerdem ist ein Fruchtwechsel von mindestens drei Jahren von Vorteil, wenn die Möhrenschwärze eingedämmt werden soll.

Violetter Wurzeltöter bei Fenchel (Rhizoctonia crocorum (Anamorph) Helicobasidium brebissonii (Teleomorph))

Beschreibung: Mit Hilfe von Sklerotien (Pilzgeflechtverdickungen) befällt der Pilz die Pflanze. Dabei können die Sklerotien über eine sehr lange Zeit in der Erde verharren. Des Weiteren entsteht teilweise auch die sexuelle Form des Pilzes – in Form von Fruchtkörpern – auf den Sklerotien. In diesen Fruchtkörpern werden Basidiosporen gebildet, welche sich wiederrum mit Hilfe von Wind verbreiten. Optimale Bedingungen für die Entwicklung des Pilzes herrschen bei 20 - 25 °C. Zu erkennen ist der violette Wurzeltöter an dem violetten Myzel, das sich auf der Pflanze bildet. Zunächst ist dieses noch rotviolett gefärbt, wird aber im Verlauf der Krankheit dunkler bis hin zu einer schwarzvioletten Farbgebung. Das Pilzgeflecht kann auch dicke Stränge hervorbringen. Dort kommt es zudem zur Bildung von Sklerotien.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Die Pflanze nimmt den Erreger bereits in der Erde auf, wo er sich nestartig ausbreitet. Deshalb ist eine Bekämpfung des violetten Wurzeltöters nach der Infektion nicht mehr möglich. Auf betroffenen Feldern sollten für mindestens drei Jahre keine Wirtspflanzen des Erregers angepflanzt werden.

Bakteriosen/Bakterienerkrankungen bei Fenchel

Bakterienfäule bei Fenchel (Pectobacterium carotovorum ssp. Carotovorum)

Beschreibung: Durch Beschädigungen an der Pflanze können die Bakterien eindringen. Sie befinden sich im Boden und mögen es vor allem feucht warm. Temperaturen ab 20 °C sowie feuchte Witterung fördern die Entwicklung der Bakterien. Zudem wird durch das Bakterium eine erhöhte Dosis des Gases Phytohormon Ethylen ausgeschüttet, welches wiederum einen Befall begünstigt.

Prävention: Da die Bakterien vor allem durch Wunden in das Kraut gelangen, sollten Maßnahmen gegen Fraßfeinde wie Schnecken oder Raupen getroffen werden, sodass diese das Gemüse nicht mehr anfressen können.

Bekämpfung: Bei betroffenen Beeten sollten lange Fruchtwechsel durchgeführt werden, um das Bakterium einzudämmen.

Nematoden bei Fenchel

Nematoden bei Fenchel (u.a. Ditylenchus dipsaci, Meloidogyne hapla, Globodera rostochiensis, Heterodera schachtii)

Nematoden bei Fenchel (u.a. Ditylenchus dipsaci, Meloidogyne hapla, Globodera rostochiensis, Heterodera schachtii)

Nematoden bei Fenchel (u.a. Ditylenchus dipsaci, Meloidogyne hapla, Globodera rostochiensis, Heterodera schachtii)

Nematoden bei Fenchel (u.a. Ditylenchus dipsaci, Meloidogyne hapla, Globodera rostochiensis, Heterodera schachtii)

Beschreibung: Nematoden sind kleine Fadenwürmer, die entweder keine Farbe haben oder weiß gefärbt sind. Je nach Art sind unterschiedliche Bereiche der Pflanze betroffen. So gibt es Arten, die sich eher an den oberirdischen Pflanzenteilen absetzen (z.B. Ditylenchus) und andere, die vor allem die Wurzeln befallen (z.B. Meloidogyne). Oftmals wird ein Befall erst recht spät entdeckt. Betroffene Pflanzen verwelken, weisen Wuchsverzögerungen auf und bilden direkt über dem Boden nur einige bis keine Seitensprosse. Zudem lässt sich am Stängelgrund eine schwarze Verfärbung feststellen. Je nach Art der Nematode kann es zu weiteren Symptomen kommen. So vergilbt die Pflanze allmählich und an den Wurzeln bilden sich Gallen bei einem Befall der Art Meloidogyne. Pflanzen, die von Ditylenchus dipsaci, befallen sind faulen hingegen öfter und es kommt zu geschwollenen Stellen an Stängeln. Unter der Art Heterodera schachtii leidende Pflanzen weisen kürzere Wurzeln auf, die zumeist verdickt und stärker verzweigt sind als normalerweise. Des Weiteren sind Zysten der Nematoden an den Wurzeln zu finden.

Prävention: Generell sollte nur gesundes Saatgut verwendet werden. Eine Fruchtfolge von mehreren Jahren ist zu empfehlen. Am besten sollten dabei auch Nichtwirtspflanzen mit eingeplant werden. Zudem ist eine gute Unkrautbekämpfung von Vorteil genauso wie das Setzen von Fangpflanzen (beispielsweise Ölrettich).

Bekämpfung: Gegen einen Befall können spezielle Bakterien oder Pilze eingesetzt werden. Auch eine Bodendämpfung und der Einsatz von Nematiziden (Schädlingsbekämpfungsmittel, die gegen Fadenwürmer eingesetzt werden) hilft.

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