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Kulturprobleme beim Anbau von Kamille

Kamille ist nicht nur eine schöne Blume für den Garten, sondern vor allem auch aufgrund der ihr zugesprochenen heilenden Kräfte bekannt. Deshalb war die Kamille bereits im Alten Ägypten beliebt. Wer Kamille im eigenen Garten anpflanzen will, braucht neben einem sonnigen Standort nicht viel. Beim Boden ist das Kraut recht anspruchslos und auch die Pflege gestaltet sich einfach. Nach der Blüte sollte die Pflanze zwischenzeitlich immer wieder zurückgeschnitten werden, damit neue Triebe kommen können. Damit bei der Anzucht der Kamille möglichst alles ohne größere Probleme abläuft, haben wir Ihnen hier eine Auflistung der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Kamille zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Kamille

Schädlinge/Insekten bei Kamille

Schwarze Bohnenblattlaus bei Kamille (Aphis fabae)

Schwarze Bohnenblattlaus bei Kamille (Aphis fabae)

Beschreibung: Ein Befall der schwarzen Bohnenlaus lässt sich recht einfach erkennen: In großen Kolonien setzen sich die Läuse an jungen Trieben und Stängeln fest. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen sie die Blätter an und ernähren sich vom Saftstrom. In Folge dessen scheiden die Läuse Honigtau aus, welcher die Oberfläche der Pflanze klebrig macht und auf dem sich Schwärzepilze häufig festsetzen. Der Saftverlust kann zu erheblichen Pflanzenschäden führen. Wenn der Befall besonders schlimm ist, können betroffene Pflanzen gar absterben. Des Weiteren kann ein Befall der schwarzen Bohnenlaus zu anderen Krankheiten wie dem Bohnengelbmosaik-Virus führen, welches von den Läusen übertragen wird.

Prävention: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

Bekämpfung: Bei einem Befall der schwarzen Bohnenlaus helfen vor allem natürliche Feinde wie Florfliegen oder Marienkäfer sowie deren Larven. Zusätzlich können nützlingsschonende Insektizide (chemische Wirkstoffe, die Schädlinge abtöten) ab Beginn der Kolonienbildung, Kaliseife sowie Neemöl- (Insektizid, das aus Samen des Neem-Baums hergestellt wird) und Rapsölpräparate eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Kleine oder Grüne Pflaumenblattlaus bei Kamille (Brachycaudus helichrysi)

Kleine oder Grüne Pflaumenblattlaus bei Kamille (Brachycaudus helichrysi)

Beschreibung: Etwa ab Mai verlässt die Kleine Pflaumenblattlaus ihren Hauptwirt die Pflaume und wechselt für den Sommer auf Pflanzen aus der Familie der Korbblütler. An der Kamille setzt sie sich vor allem an den Triebspitzen ab. Dort sticht sie die Blätter an und saugt den Pflanzensaft aus den Zellen. An den Blättern zeigen sich gelbe gesprenkelte Flecken sowie Verformungen. Teilweise kann es zu Blasenbildungen kommen. Wenn es sich um einen starken Befall handelt, verbräunen die Blatter und sterben ab. Außerdem überträgt die Kleine Pflaumenblattlaus Viruskrankheiten wie zum Beispiel das Scharkavirus oder das Ackerbohnenwelkvirus.

Prävention: Kamille sollte möglichst nicht in der Nähe von Pflaumenbäumen und Bohnenpflanzen angepflanzt werden. Zusätzlich können Kulturschutznetze mit einer Maschengröße unter 0,5 mm helfen.

Bekämpfung: Präparate aus Kaliseife, Neem (Insektizid, das aus Samen des Neem-Baums hergestellt wird), Rapsöl oder Pyrethrinen (Insektizid, das aus Chrysanthemen Blüten hergestellt wird) können gegen die Kleine Pflaumenblattlaus eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Kamillenglattkäfer bei Kamille (Olibrus aeneus)

Kamillenglattkäfer bei Kamille (Olibrus aeneus)

Beschreibung: Den Hauptschaden an der Kamille verursachen die weiß bis gelb gefärbten Larven. Sie werden etwa 4 mm lang. Die ausgewachsenen Käfer haben eine metallisch grüne bis schwarze Farbe und werden um die 2 mm groß. Dabei kann bereits eine Larve des Kamillenglattkäfers mehrere Blüten beschädigen. Sie fressen sich in den Blütenboden, weswegen es dort zu Vebräunungen und Verkümmerung an den Röhrenblüten kommen kann. Zwischen den Röhrenblüten befinden sich Fraßgänge der Larven. Mit der Zeit verfärbt sich der gesamte Blütenkopf der Kamille braun und verfällt. Wenn die Kamille verarbeitet wird, kommt es zu einem hohen Anteil an Grus (kleine, zerbröckelte Teilchen). Der Kamillenglattkäfer bringt eine Generation pro Jahr hervor.

Prävention: Die Kamille sollte bereits recht früh – vorzugsweise im Herbst – ausgesät werden. Zudem sollte eine regelmäßige Kontrolle der Bestände erfolgen. Um die Gefahr eines Befalls zu minimieren, ist der Einsatz von Kulturschutznetze von Vorteil.

Bekämpfung: Die Larven beziehungsweise Käfer müssen einzeln abgesammelt werden.

Kamillenstängelrüssler bei Kamille (Microplontus (Ceutorhynchus) rugulosus)

Kamillenstängelrüssler bei Kamille (Microplontus (Ceutorhynchus) rugulosus)

Beschreibung: Zwischen Mai und Oktober befällt der Kamillenstängelrüssler die Kamille. Den Hauptschaden verursachen die Larven des Kamillenstängelrüsslers. Sie sind weiß bis gelblich gefärbt und haben einen dünnen, etwa 6 mm langen Körper. Die ausgewachsenen Tiere werden zwischen 3 und 4 mm lang und haben eine weißbraune Färbung. Die Larven fressen sich in die Triebe und die Blüten der Kamille. Die Stängel der befallenen Kamille verfärben sich zunächst rot, bevor sie später bräunlich erscheinen. Auch an den Blättern zeigt sich der Befall. Sie vergilben und es kommt zum Verwelken. Die Blüten der Kamille wachsen nur noch kümmerlich oder verwelken ebenfalls. Der Kamillenstängelrüssler bringt eine Generation pro Jahr hervor.

Prävention: Um einen Befall des Kamillenstängelrüsslers möglichst zu vermeiden, sollten neben einem Fruchtwechsel (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) auch Kulturschutznetze zum Einsatz kommen. Zudem sollte die Entwicklung der Jungpflanzen unterstützt werden.

Bekämpfung: Befallene Kamillen sollten schnellstmöglich entfernt werden. Der Einsatz von Heterorhabditis bacteriophora kann den Befall bis zu 90% reduzieren.

Japankäfer bei Kamille (Popillia japonica)

Japankäfer bei Kamille (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei ​Kamille

Echter Mehltau bei Kamille (Golovinomyces cichoracearum var. cichoracearum)

Beschreibung: Temperaturen über 15 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit sind optimale Voraussetzung für die Entwicklung des Pilzes. Übertragen wird die Krankheit hauptsächlich durch Wind, der die Konidien (Sporen) auf weitere Pflanzen verteilt. An der Pflanze überlebt Echter Mehltau im Myzel (Pilzgeflecht) und durch Ascosporen (Sporen, die der Fortpflanzung dienen). Auf den Blättern der Kamille bilden sich kleine weiße Punkte, die schon nach kurzer Zeit immer größer werden bis sie schließlich ineinander übergehen. Dabei befinden sich diese Flecken sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite der Blätter. Mit der Zeit vergilben die Blätter, vertrocknen und sterben ab. Das Myzel, welches ebenfalls eine weiße Farbe hat und mehlig aussieht, bedeckt die gesamte Pflanze. Zudem finden sich in diesem gelbe bis braune Punkte. Dabei handelt es sich um die Fruchtkörper des Pilzes. Neu gewachsene Kamillenblüten bleibt meist im Wachstum zurück und verkümmern.

Prävention: Um eine Ausbreitung des Echten Mehltaus zu vermeiden sollte ein recht schnelles Pflanzenwachstum gefördert werden. Zusätzlichen Schutz bieten Pflanzenstärkungsmittel.

Bekämpfung: Echter Mehltau kann mit Hilfe von Netzschwefel bekämpft werden.

Falscher Mehltau bei Kamille (Paraperonospora leptosperma)

Beschreibung: Mit Hilfe von Oosporen (Zellen, die durch Befruchtung entstehen) überdauert der Pilz im Boden oder auf alten Pflanzenresten. Diese Oosporen geben nach der Keimung wiederum Sporen frei, die dann durch Spritzwasser oder Wind verteilt werden. Landen diese Sporen dann auf den Blättern der Kamille, keimen sie dort und dringen über die Stomata (Poren in der äußeren Pflanzenhaut) in die Pflanze ein. Dort bildet sich zwischen den Zellen ein Myzel (Pilzgeflecht). Die Blätter sind von gelblich, bleichen Flecken überzogen, welche sich mit der Zeit braun verfärben. Im Verlauf der Krankheit kommt es zum Vergilben und schließlich zum Absterben der Blätter. Die Stängel und Blätter der Kamille sind mit einem weißen Konidienrasen (Sporenrasen) bedeckt. Dieser wächst aufgrund des Myzels aus kleinen Spaltöffnungen heraus. Aber auch die Blüten der Kamille können unter dem Falschen Mehltau leiden. Sie sind steril und verfaulen.

Prävention: Kamille sollte möglichst nicht in der Nähe von Überwinterungsbeständen angepflanzt werden, da von diesen eine erhöhte Übertragungsgefahr ausgeht. Um einen Ausbruch von Falschem Mehltau möglichst zu vermeiden, sollte ein ausreichend großer Pflanzabstand eingehalten werden. Dadurch kann der Bestand bei Feuchtigkeit schneller trocknen.

Bekämpfung: Erkrankte Kamille muss so schnell wie möglich entfernt werden.

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