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Kulturprobleme beim Anbau von Kapuzinerkresse

Mit ihren bunten, großen Blüten ist die Kapuzinerkresse ein absoluter Hingucker in jedem Garten. Dabei sind die roten, orangen oder auch gelbe Blüten nicht nur schön anzusehen, sondern eignen sich auch hervorragend für leckere Salate, denn die Blüten sind essbar. Mit einem angenehm scharfen Aroma, das durch die enthaltenen Senföle ausgelöst wird, erinnert ihr Geschmack unter anderem an Radieschen. Zudem wird den enthaltenen Senfölen die ein oder andere Wirkung nachgesagt, so dass dieses Kraut auch als Heilkraut gilt. Kapuzinerkresse gilt als sehr robust gegenüber Krankheiten. Jedoch können einige Schädlinge der Pflanze schaden. Damit Sie einen Befall schnellstmöglich erkennen, haben wir Ihnen hier eine Auflistung der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme zusammengestellt. Mit Hilfe dieser Liste erfahren Sie nicht nur, woran die Schädlinge zu erkennen sind, sondern auch wie die Kapuzinerkresse vor einem Befall geschützt werden kann.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Kapuzinerkresse zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Kapuzinerkresse

Schädlinge/Insekten bei Kapuzinerkresse

Blattläuse bei Kapuzinerkresse (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Blattläuse bei Kapuzinerkresse (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Blattläuse bei Kapuzinerkresse (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Beschreibung: Blattläuse werden zwischen 2 und 4 mm groß und haben stechende Mundwerkzeuge, mit denen sie Pflanzensaft aus den Pflanzen saugen. Je nach Art können die kleinen Tiere grün, gelb, rot oder schwarz gefärbt sein. Einige Blattläuse haben Flügel, andere sind flügellos. Manche Arten haben am Hinterteil zwei kleine Röhrchen, die nach hinten zeigen. Die Läuse durchlaufen vier Larvenstadien, nach denen sie sich jeweils häuten. Eine Vermehrung kann sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich erfolgen. Bei einem Blattläusbefall verfärben sich die Pflanzen, verformen sich und verkümmern. Zudem kann es bei der Pflanze durch den Befall zu Wuchsverzögerungen kommen. Die Blattläuse scheiden klebrigen Honigtau aus. Mit diesem sind die Blattoberflächen benetzt. Auf dem Honigtau können sich Schwärzepilze ansiedeln, was zu weiteren Erkrankungen führen kann. Des Weiteren können Blattläuse weitere Krankheiten übertragen.

Prävention: Auf zu hohe Stickstoffgaben sollte möglichst verzichtet werden, da diese einen Befall fördern.

Bekämpfung: Der Einsatz von zugelassenen Insektiziden ist möglich, kann je nach Wirkstoff aber auch Nützlinge schädigen. Es ist von Vorteil, natürliche Feinde der Blattlaus zu schützen. Dazu zählen zum Beispiel Marienkäfer, Spinnen, Larven der Flor- und der Schwebfliege, Schlupfwespen, Raubwanzen, Ohrwürmer, Singvögel, Blumenwanzen, Gallmücken, Heupferde, Florfliegen und Larven der Schwebfliegen.

Schnecken bei Kapuzinerkresse (u.a. Deroceras reticulatum, Tandonia budapestensis, Arion rufus, Arion hortensis)

Schnecken bei Kapuzinerkresse (u.a. Deroceras reticulatum, Tandonia budapestensis, Arion rufus, Arion hortensis)

Beschreibung: Schnecken bevorzugen feuchte Umgebungen, da sie selbst zu 85 % aus Wasser bestehen. Sie bewegen sich wellenartig vorwärts und hinterlassen eine schimmernde Schleimspur. Diese ist oftmals auch ein erstes Indiz für einen Befall. Je nach Art sehen Schnecken sehr unterschiedlich aus und unterscheiden sich auch in der Größe. An die Oberfläche kommen sie zumeist bei schlechtem Wetter. Eine Fortpflanzung findet über Eiablage im Boden statt. Überwintern können Schnecken sowohl als Ei oder in ausgewachsener Form. Ein Schneckenbefall lässt sich vor allem an Fraßlöchern und Schabefraß feststellen, der unregelmäßig über die Pflanze verteilt ist. Dabei können alle Pflanzenteile (sowohl über als auch unter der Erde) betroffen sein. In der Regel werden Jungpflanzen bevorzugt, da deren Gewebe besonders viel Wasser enthält. Nicht selten fressen die Schnecken in solchen Fällen die gesamte Pflanze. Wenn Samen an- oder gar ganz aufgefressen werden, kann es sein, dass einige Pflanzen gar nicht auflaufen (Phase im Pflanzenwachstum, wenn der Keimling die Erdoberfläche durchstößt).

Prävention: Um einem Schneckenbefall vorzubeugen, sind verschiedene Herangehensweisen möglich. So hilft eine regelmäßige Bodenbearbeitung genauso wie ein Schneckenzaun oder eine Drainage. Zudem sollten natürliche Fressfeinde gefördert werden. Dazu zählen Igel, Tigerschnegel, Spitzmäuse, Laufenten, Singdrossel, Steinläufer, Spitzmäuse, Weinbergschnecken (fressen die Eier von Nackschnecken), Molche, Goldlaufkäfer, Igel, Frösche, Erdkröten und Blindschleichen.

Bekämpfung: Ein Einsatz von Molluskiziden (chemische Wirkstoffe, die gegen Weichtiere eingesetzt werden) oder Nematoden ist möglich.

Großer Kohlweißling bei Kapuzinerkresse (Pieris brassicae)

Großer Kohlweißling bei Kapuzinerkresse (Pieris brassicae)

Beschreibung: Den Schaden verursacht nicht der Große Kohlweißling selbst, sondern seine Raupen. Seine Eier legt der Tagfalter zumeist an Kohl ab, die Kapuzinerkresse befallen die Raupen aber genauso gern. Sie fressen zunächst kleine Löcher in die Blätter. Mit der Zeit wachsen die Raupen und sind an ihrem gefleckten Aussehen zu erkennen. Schwarze sowie gelblichgrüne Flecken überziehen den behaarten Körper. Je älter die Tierchen werden, desto größer werden auch die Löcher, die sie in die Kapuzinerkresse fressen. Außerdem fressen sie sich auch teilweise bis zum Herz der Pflanze. Dabei scheiden sie kugelförmigen Kot aus, der die Kapuzinerkresse vergiftet. Es kommt zum Verrotten der Pflanze.

Prävention: Mit Hilfe eines Kulturschutznetzes oder eines Vlieses kann einem Befall der Raupen des Großen Kohlweißlings entgegengewirkt werden.

Bekämpfung: Eier oder Raupen, die sich an der Kapuzinerkresse befinden, müssen eingesammelt werden. Zudem ist ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit bacillus thuringiensis möglich. Zusätzlich sind natürliche Fraßfeinde wie die Schlupfwespe von Vorteil. Dementsprechend lohnt es sich, ihr Vorkommen zu fördern.

Japankäfer bei Kapuzinerkresse (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

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