Kulturprobleme beim Anbau von Kerbel

Kerbel ist ein beliebtes Heil- und Küchenkraut. In der Küche gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. So eignet dieser sich zum Beispiel hervorragend zum Verfeinern für Suppen und Dips. Sein milder süßer Geschmack erinnert an Anis, Dill und Fenchel. Am besten schmeckt Kerbel frisch gepflückt aus dem eigenen Garten. Damit eine erfolgreiche Ernte stattfinden kann, ist eine gesunde Aufzucht enorm wichtig. Deshalb sollten Krankheiten und Schädlinge frühzeitig erkannt und bekämpft werden. Dabei helfen kann Ihnen unsere Auflistung der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Kerbel zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Kerbel

Schädlinge/Insekten bei Kerbel

Gierschblattlaus bei Kerbel (Cavariella aegopodii)

Beschreibung: Die Gierschblattlaus ist an ihrer grünen Farbe und einer Größe von einem bis 3 mm zu erkennen. Sie setzt sich auf die Blätter des Kerbels und saugt dort den Pflanzensaft aus den Zellen. Dadurch verformen und verfärben sich die Blätter. Sie erscheinen gestaucht und verdreht und nehmen eine gelbe bis rote Farbe an. In der Folge sterben sie oder sogar die gesamte Pflanze ab. Des Weiteren hinterlassen die Blattläuse Honigtau auf den Blättern, welcher zu Schwärzepilzen und weiteren Erkrankungen führen kann. Die Gierschblattlaus dient auch als Überträger von Krankheiten hervorrufenden Viren. Pro Jahr kann die Gierschblattlaus bis zu drei Generationen hervorbringen.

Prävention: Kerbel sollte stets frisch und wenn möglich recht spät ausgesät werden. Außerdem ist eine Nähe zu Weiden möglichst zu vermeiden, da diese der Gierschblattlaus als Winterwirt dienen. Vor Wintereinbruch sollten die restlichen Pflanzenteile gut untergepflügt werden. Damit ein Befall möglichst schnell festgestellt wird, sollte auch eine Kontrolle anderer Wirtspflanzen regelmäßig erfolgen.

Bekämpfung: Vor allem im Gewächshaus können natürliche Feinde wie Florfliegen, Schwebfliegen oder die Blattlausschlupfwespe helfen. Aber auch ein Einsatz von Präparaten aus Rapsöl, Neem (Insektizid, das aus Samen des Neem-Baums hergestellt wird) oder Kaliseife ist möglich. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Kerbelmotte bei Kerbel (Depressaria chaerophylli)

Beschreibung: Die Kerbelmotte gehört zur Familie der Samendoldenmotten. Den eigentlichen Schaden verursacht jedoch nicht die Motte selbst, sondern ihre Raupen. Diese umspinnen die Blütenstände des Kerbels. Zudem fressen sie die Blütenstände an.

Prävention: Die Pflanze sollte regelmäßig auf Eier und Raupen kontrolliert werden, die, wenn vorhanden, rechtzeitig mit der Hand entfernt werden sollten.

Bekämpfung: Zur Bekämpfung der Rauben können Handelspräparate auf Basis vom Bakterium bacillus thuringiensis eingesetzt werden.

Japankäfer bei Kerbel (Popillia japonica)

Japankäfer bei Kerbel (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Kerbel

Welke, Wurzelfäule bei Kerbel (Pythium spp. und Rhizoctonia solani)

Beschreibung: Die Pilze der beiden Krankheiten entwickeln sich in der Regel zwischen 15 und 30 °C am besten. Eine Verbreitung der Krankheiten erfolgt entweder über Wasser oder durch infizierte Pflanzenreste oder Arbeitsgeräte. Bei Staunässe, kühlerer Witterung und einer mangelnden Versorgung mit Nährstoffen wird eine Erkrankung begünstigt. Die Keimlinge des Kerbels gehen nur teilweise auf. Am Stängelgrund lassen sich Einschnürungen und Verbräunungen finden. Für Keimlinge, die dennoch aufgegangen sind, besteht weiterhin die Gefahr zu verwelken. Sollte es so weit kommen, knicken die kleinen Pflanzen um und sterben ab. Aber auch ältere Kerbelpflanzen sind von einer Erkrankung betroffen. Vor allem am Tag macht der Kerbel einen verwelkten Eindruck, scheint sich aber über Nacht zu erholen. Auch an den Blättern lässt sich eine Erkrankung erkennen. Zunächst färben diese sich gelb und rot bevor sie absterben oder verfaulen. An der ganzen Pflanze kann es zu Wuchsverzögerungen kommen. Durch die Welke können zudem die Spitzen der Wurzeln eine braune Farbe annehmen und beginnen zu faulen. Über die Wurzeln hinweg ziehen sich rostbraune, braune und graue Flecken. Der Stängelgrund weist ebenfalls Einschnürungen und eine dunklere Farbe auf. Wenn es sich um einen besonders starken Befall handelt, kann es passieren, dass alle Seitenwurzeln absterben. Durch die Wurzelfäule können sich zudem Nekrosen (durch Kälte, Wärme, Gifte, Strahlen oder Stoffwechselstörungen abgestorbenes Gewebe) bilden. Diese sind eingesunken und von einem zunächst weißen dichten Myzel (Pilzgeflecht) überzogen, das an Spinnenweben erinnert. Mit der Zeit verfärbt es sich braun.

Prävention: Kerbel sollte generell nur in nicht befallenem Anzuchtsubstrat gepflanzt werden. Um eine Ansteckung an Wurzelfäule oder Welke zu vermeiden, sollte Staunässe möglichst vermieden werden. Ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den einzelnen Kerbelpflanzen hilft dabei. Zudem ist eine Anbaupause von drei Jahren von Vorteil. Bei der Düngung mit Stickstoff sollte sparsam vorgegangen werden. Dafür können biologische Dünger und Pflanzenstärkungsmittel helfen.
Bekämpfung: Erkrankte Kerbelpflanzen müssen entfernt werden.

Bekämpfung: Erkrankte Kerbelpflanzen müssen entfernt werden.

Echter Mehltau bei Kerbel (Erysiphe heraclei)

Echter Mehltau bei Kerbel (Erysiphe heraclei)

Beschreibung: Temperaturen über 15 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit sind optimale Voraussetzung für die Entwicklung des Pilzes. Übertragen wird die Krankheit hauptsächlich durch Wind, der die Konidien (Sporen) auf weitere Pflanzen verteilt. An der Pflanze überlebt Echter Mehltau im Myzel (Pilzgeflecht) und durch Ascosporen (Sporen, die der Fortpflanzung dienen). Das Myzel, welches eine weiße Farbe hat und mehlig aussieht, bedeckt die Blätter und Stängel des Kerbels. Zudem finden sich in diesem gelbe bis braune Punkte. Dabei handelt es sich um die Fruchtkörper des Pilzes. Die Blätter verfärben sich gelb und sterben ab. Außerdem kommt es zu Wuchsverzögerungen.

Prävention: Um eine Ausbreitung des Echten Mehltaus zu vermeiden sollte ein recht schnelles Pflanzenwachstum gefördert werden. Zusätzlichen Schutz bieten Pflanzenstärkungsmittel.

Bekämpfung: Echter Mehltau kann mit Hilfe von Netzschwefel bekämpft werden. Betroffene Pflanzen müssen zurückgeschnitten und gut gegossen werden.

Rost bei Kerbel (Puccinia chaerophylli)

Beschreibung: Optimale Bedingungen findet der Rost in schattigen Beständen vor, wo es zudem feucht ist. Mit Hilfe von Wasserspritzern und Wind werden die Basidiosporen (Ständersporen) verteilt, mit denen die Krankheit sich ausbreitet. Zwischen Ende April und Mitte Mai entstehen auf den Stängeln, Blattstielen und Blättern des Kerbels Pyknidien (schwarze Fruchtkörper). Diese haben eine braune bis schwarze Färbung und heben sich vom Untergrund ab. Anschließend kommt es zu violetten Schwellungen – den Rostpusteln –, die aufplatzen, Sporen freigeben und danach gelblich aussehen. Die sogenannten Uredosporen (Sommersporen der Rostpilze) können dann andere Pflanzen infizieren. Auf den Oberseiten der Blätter entstehen chlorotische Flecken (hellgrüne bis gelbe Flecken), die im Verlauf der Krankheit absterben. Über den Sommer entwickeln sich gelbrote Beulen. Zudem entstehen Flecken auf der Unterseite der Blätter, die eine orange, rote bis braune Farbe haben. Außerdem entwickeln sich die sogenannten Teleutosporen (Wintersporen der Rostpilze), welche den Winter an der Pflanze überdauern und im kommenden Frühjahr dann die Basidiosporen hervorbringen. Ab Herbst bilden sich auf der Unterseite braune bis schwarze Pusteln. Bei einem besonders starken Befall kommt es zum Vertrocknen und Absterben der Blätter. Die Krankheit trifft zunächst ältere Blätter und verbreitet sich vom unteren Teil der Pflanze allmählich nach oben. 

Prävention: Ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den Pflanzen sowie eine gute Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) ist sehr wichtig. Die Kerbelpflanzen sollten möglichst trocken gehalten werden. Beim Düngen ist es von Vorteil, wenn nicht zu viel Stickstoff enthalten ist.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

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