Kulturprobleme beim Anbau von Koriander

Frische Korianderblätter im Salat oder geröstete Koriandersamen verarbeitet zu einem Gewürz: Das spezielle süßlich-herbe Aroma des Krautes holt das Urlaubsgefühl direkt in Ihre Küche. Aus dem Mittleren Osten stammend, ist der Geschmack besonders exotisch. Aber auch in asiatischen Gerichten findet dieser seine Verwendung. Am besten schmeckt Koriander aus dem eigenen Garten. Um dort richtig gedeihen zu können, benötigt das Kraut einen sonnigen Standort und lockeren Boden. Schon nach wenigen Wochen können Sie Ihren Koriander ernten. Damit während der Anbauphase mögliche Probleme schnell erkannt werden, haben wir Ihnen hier eine Liste mit den wichtigsten und häufigsten Kulturproblemen zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Koriander zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Koriander

Schädlinge/Insekten bei Koriander

Weichwanzen bei Koriander (Lygus spp./Orthops spp.)

Weichwanzen bei Koriander (Lygus spp./Orthops spp)

Beschreibung: Hohe Temperaturen und wenig Feuchtigkeit sind optimale Voraussetzungen für die Verbreitung von Weichwanzen. Ein Befall lässt sich zumeist ab Mitte Mai feststellen, wenn sich auf den Blattstielen und Blattadern des Korianders weiße bis gelbe Saugflecken befinden. Diese treten in ungleichmäßigen Abständen auf und verfärben sich mit der Zeit zunächst rot bis braun und später sogar schwarz. Dann bilden sich zudem Nekrosen und es kommt zum Vertrocknen und Herausbrechen der betroffenen Stellen. Dadurch entstehen Löcher in den Blättern. Zudem kommt es zu Wachstumsverzögerungen und Verkrümmungen. Über den Einstichstellen verfärbt sich das Gewebe der Pflanze dunkelgrün. Später treten Nekrosen und Welke auf. Auch die Blüten und Blütenstiele des Korianders zeigen Symptome auf. Sie bleiben geschlossen und weisen eine rote bis braune Farbe auf. Betroffene Fruchtanlagen entwickeln Nekrosen an den Stellen, an denen die Weichwanzen sie eingestochen haben. Des Weiteren entwickeln sich keine Früchte mehr. An den Dolden- und Blattstielen sind Beulen vorzufinden, die mit der Zeit aufbrechen. Das hat zur Folge, dass Krankheitserreger schneller in den Koriander eindringen können.

Prävention: Koriander sollte möglichst an einen Ort gesetzt werden, an dem es zuvor noch keinen Weichwanzenbefall gegeben hat. Kontrollieren Sie die vorhandenen Unkräuter regelmäßig. Zusätzlich können Kulturschutznetze verwendet werden.

Bekämpfung: Gegen Weichwanzen können Präparate aus Kaliseife, Pyrethrinen, Neem und Rapsöl eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Japankäfer bei Koriander (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Koriander

Rotwelke, Fusarium-Welke bei Koriander (Fusarium oxysporum)

Beschreibung: Eine hohe Feuchtigkeit begünstigt die Ausbreitung des Pilzes. Überdauerte er zuvor noch im Myzel, als Chlamydosporen oder saprophytisch im Boden, dringt er nun in den Koriander ein. Dort besetzt er die Leitungsbahnen der Wurzeln und bildet erneut sein Myzel aus. Zudem gibt dieser giftige Stoffe ab, sodass der Koriander sich nicht mehr gegen den Befall wehren kann. An abgestorbenen Pflanzenteilen entstehen Sporenlager, die polsterförmig erscheinen und Konidien enthalten. Diese werden mit Hilfe von Wasser, Arbeitsgeräten, Wind oder verseuchter Erde verteilt. Die Rotwelke tritt zunächst an älteren Pflanzen auf. Deren Blätter weisen Chlorosen auf und teilweise verfärbt sich die Pflanze rot und welkt. Im Gegensatz dazu wirkt der restliche Teil der Pflanze noch gesund und behält seine grüne Farbe. Am Stängelgrund entsteht eine grauschwarze Verfärbung, die sich den Stängel entlang nach oben ausbreitet. Zudem reißt die oberste Pflanzenhaut auf. Die betroffenen Teile des Korianders sterben mit der Zeit ab. Über ihnen bildet sich eine weiße Decke aus Myzel und Sporenlagern. Mit der Zeit verfärbt sich diese rosa bis orange. Auch die Gefäßbündel weisen eine rote bis braune Farbe auf. Auch kann es zum Ausbruch von Wurzelfäule kommen.

Prävention: Ein großer Pflanzabstand hilft, da so der Bestand gut gelüftet wird. Ein Einsatz von Kalidünger ist von Vorteil und sollte Stickstoffdünger vorgezogen werden. Wenn möglich sollte der pH-Wert des Bodens über 7 liegen.

Bekämpfung: Erkrankte Pflanzen müssen entfernt werden.

Gelbwelke, Ramulariose bei Koriander (Ramularia coriandri)

Beschreibung: Optimale Bedingungen findet der Pilz bei Temperaturen zwischen 13 und 20 °C vor. Aber auch feuchte Blätter begünstigen einen Befall. In Form eines Myzel überdauert der Erreger auf alten Pflanzenteilen, bis er neue Pflanzen infizieren kann. Die Sporen des Pilzes werden mit Hilfe von Wind und Wasser verteilt und keimen auf den Blättern des Korianders. Dadurch können sie in das Pflanzengewebe eindringen. Dort entstehen Konidienträger, die anschließend durch die obere Pflanzenhaut durchwachsen. Erkennbar sind diese Konidienträger an ihrer weißen bis grauen Farbe. Sie dienen dazu, die Krankheit weiterzuverbreiten. Durch die Gelbwelke entstehen auf den Stängeln des Korianders braune Flecken mit unterschiedlichen Formen. Sie sind eingesunken und haben eine Kruste. Die oberen Stellen der Stängel knicken hakenförmig um. Mit der Zeit werden die Stängel und Dolden immer brauner und nekrotischer. Während der Schossphase bilden sich zudem braunrote Flecken auf den Blättern der Pflanze, bevor sie vergilben und verwelken. Zudem befinden sich auf den braunen Pflanzenteilen weiße Punkte, die in einer Linie angeordnet sind und sich leicht von der Oberfläche abheben.

Prävention: Genügend Pflanzabstand ist wichtig, damit die Luft ausreichend zirkulieren kann und es nicht zu Feuchtigkeit kommt. Auch eine Anbaupause​ von mindestens vier Jahren sowie eine geeignete Fruchtfolge sind zu empfehlen.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

Echter Mehltau bei Koriander (Erysiphe heraclei)

Echter Mehltau bei Koriander (Erysiphe heraclei)

Beschreibung: Trockene und vor allem warme Wetterperioden sind optimale Bedingungen für die Entstehung von Echtem Mehltau. Der Erreger setzt sich auf alten Pflanzenteilen ab und übersteht so auch den Winter. Mit Hilfe von Wind verbreiten sich die Konidien. Auf der Oberseite der Blätter entsteht ein weißes Myzel, in welchem sich Oidien (Sporen) samt Oidienträgern und Chasmothecien befinden. Letztere sind in Form von schwarzen winzigen Flecken zu sehen.

Prävention: Durch eine regelmäßige und ausreichende Beregnung kann der Befall reduziert werden.

Bekämpfung: Mit Hilfe von Wassergaben können die Oidien geschädigt werden, wodurch sich die Krankheit schlechter ausbreitet. Zudem ist ein Einsatz von Fungiziden gegen einen akuten Befall ratsam, jedoch nicht immer zwingend nötig.

Bakteriosen/Bakterienerkrankungen bei Koriander

Bakterieller Doldenbrand/Bakterielle Blattflecken bei Koriander (Pseudomonas syringae pv. coriandricola)

Beschreibung: Eine Infektion des Korianders erfolgt zumeist über Wunden, durch die der Erreger in die Pflanze gelangen kann. Dort sorgt er dann für Veränderungen im Gewebe. Mit Hilfe von Wasserspritzern, über Arbeitsgeräte und Wind verteilt dieser sich. Eine Überwinterung findet auf alten Pflanzenteilen oder im Boden statt. Je nach Zeitpunkt der Infektion kommt es beim Doldenbrand zu unterschiedlichen Symptomen. So kann es in einem sehr frühen Stadium zu Verfärbungen auf den Blättern kommen. Diese erinnern an Fettflecken und haben eine dunkle blaue bis grüne Farbe. Mit der Zeit entwickeln sich diese zu braunen Nekrosen. Zudem kommt es zu gelblich braunen Läsionen auf den Stängeln des Korianders während der Schossphase. Die Flecken sind deutlich vom restlichen gesunden Gewebe abgegrenzt. Bei dem Doldenbrand verbräunen die Blütenstände des Korianders und es kommt zu Nekrosen. Zu Beginn des Befalls und während nassen Wetterperioden bildet sich Nassfäule an Dolden und Blüten. Dadurch entsteht Schleim an den betroffenen Pflanzenteilen. Nachdem die Dolden und Blüten wieder abgetrocknet sind, erscheinen sie vertrocknet und schwarz gefärbt. Auch zeichnet sich das erkrankte sichtlich vom gesunden Gewebe ab. Wenn die Erkrankung erst nach der Blüte ausbricht, weisen zudem die Früchte Verkümmerungen auf. Außerdem entstehen auf den Unterseiten der Blätter eingesunkene Flecken. Diese sind unregelmäßig angeordnet und haben eine wässrige, dunkle grüne bis braune Färbung. Auf der Oberseite entstehen wiederum rotbraune Nekrosen und braune Flecken, deren Mitte aufgehellt ist. Wenn Sie das Blatt gegen Licht halten, ist eine wässrige Umrandung um die Flecken erkennbar. Sollte es sich um einen sehr starken Befall handeln, vergilben die Blätter mit der Zeit und sterben ab.

Prävention: In der näheren Umgebung sollten keine weiteren Doldengewächse stehen. Dazu zählen zum Beispiel Liebstock und auch der Koriander selbst. Deshalb ist auch die Einhaltung von Anbaupausen und Fruchtfolgen wichtig. Damit die Bakterien möglichst keine Wunden zum Eindringen finden, muss Koriander mit Vorsicht behandelt werden. Zusätzlich sollte nicht zu viel gegossen werden.

Bekämpfung: Für den Haus- und Kleingarten stehen keine Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.

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