Kulturprobleme beim Anbau von Majoran

Majoran gilt als beliebtes Küchen- und Heilkraut. Ursprünglich kommt er aus der Mittelmeerregion und wurde dort bereits in der Antike genutzt. Hervorragend passt er zu mediterranen Gerichten wie Pasta oder Pizza. Aber auch in der traditionellen deutschen Küche findet der Majoran seinen Einsatz. Besonders gut schmeckt er frisch gepflückt aus dem eigenen Garten. Ein Anbau des Majorans ist nicht sonderlich schwer. Nur einen warmen und sonnigen Platz sowie einen nährstoffreichen Boden benötigt das Kraut. Doch auch trotz der besten Pflege kann es zu Schädlingsbefall oder Pflanzenerkrankungen kommen. Damit sie gut auf diese vorbereitet sind, haben wir hier eine Liste der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Majoran zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Majoran

Schädlinge/Insekten bei Majoran

Blattläuse bei Majoran (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Blattläuse bei Majoran (u.a. Aphis fabae, A. frangulae, Myzus persicae, Cavariella aegopodii, Brachycorynella asparagi, Pemphigus bursarius)

Beschreibung: Blattläuse werden zwischen 2 und 4 mm groß und haben stechende Mundwerkzeuge, mit denen sie Pflanzensaft aus den Pflanzen saugen. Je nach Art können die kleinen Tiere grün, gelb, rot oder schwarz gefärbt sein. Einige Blattläuse haben Flügel, andere sind flügellos. Manche Arten haben am Hinterteil zwei kleine Röhrchen, die nach hinten zeigen. Die Läuse durchlaufen vier Larvenstadien, nach denen sie sich jeweils häuten. Eine Vermehrung kann sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich erfolgen. Bei einem Blattläusbefall verfärben sich die Pflanzen, verformen sich und verkümmern. Zudem kann es bei der Pflanze durch den Befall zu Wuchsverzögerungen kommen. Die Blattläuse scheiden klebrigen Honigtau aus. Mit diesem sind die Blattoberflächen benetzt. Auf dem Honigtau können sich Schwärzepilze ansiedeln, was zu weiteren Erkrankungen führen kann. Des Weiteren können Blattläuse weitere Krankheiten übertragen.

Prävention: Auf zu hohe Stickstoffgaben sollte möglichst verzichtet werden, da diese einen Befall fördern.

Bekämpfung: Der Einsatz von zugelassenen Insektiziden ist möglich, kann je nach Wirkstoff aber auch Nützlinge schädigen. Es ist von Vorteil, natürliche Feinde der Blattlaus zu schützen. Dazu zählen Marienkäfer, Spinnen, Larven der Flor- und der Schwebfliege, Schlupfwespen, Raubwanzen, Ohrwürmer, Singvögel, Blumenwanzen, Gallmücken, Heupferde, Florfliegen und Larven der Schwebfliegen.

Erdraupen bei Majoran (Agrotis segetum, A. ypsilon)

Erdraupen bei Majoran (Agrotis segetum, A. ypsilon)

Beschreibung: Bei Erdraupen handelt es sich um die Larven verschiedener Eulenfalter. Sie sind zwischen 40 und 50 mm lang und weisen eine graue Farbe auf. Je nach Art können sie aber auch graubraun bis braun gefärbt sein. Eulenfalter legen ihre Eier an Blattunterseiten ab. Wenn die Raupen geschlüpft sind, ist es zunächst noch möglich, sie auch am Tag auf den Pflanzen zu finden. Nach einiger Zeit sind sie allerdings nur noch nachts oder bei dunklen Lichtverhältnissen (wie etwas bei trübem Wetter) zu sehen. Den Winter überstehen die Raupen in hellroten bis braunen Tönnchenpuppen (verpuppte Maden) im Boden. Sehr heiße und trockene Wetterperioden begünstigen eine Entwicklung der Raupen. Mehrere Generationen von Erdraupen pro Jahr sind möglich. Pflanzen, die von Erdraupen befallen sind, weisen bereits nach dem Auflaufen (Phase im Pflanzenwachstum, wenn der Keimling die Erdoberfläche durchstößt) Fraßränder, Loch- oder Fensterfraß auf. Zumeist wird dieser von noch jungen Raupen verursacht und erscheint deswegen eher unauffällig. Nicht selten werden Keimlinge direkt über der Erde abgefressen. Der Schaden durch ältere Raupen ist hingegen um einiges beträchtlicher: Betroffene Pflanzen verfärben sich gelblich, verwelken und sterben ab.

Prävention: Es sollte sichergestellt werden, dass der Boden gut befestigt ist, da Erdraupen leichte Böden bevorzugen. Zudem minimiert eine gleichmäßige Beregnung die Anzahl an Eulenfaltern.

Bekämpfung: Gegen Erdraupe können Insektizide (chemische Wirkstoffe, die Schädlinge abtöten) eingesetzt werden. Es können auf Schlupfwespen (Trichogramma) zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Japankäfer bei Majoran (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Majoran

Majoran-Welke bei Majoran (Pythium spp.)

Beschreibung: Optimale Bedingungen für die Entwicklung des Pilzes herrschen zwischen 30 und 36 °C. Während feuchten und kalten Wetterperioden breitet sich die Majoran-Welke besonders schnell aus. Auch Staunässe begünstigt eine Verbreitung. Der Pilz sitzt auf alten abgestorbenen Pflanzenteilen und bildet dort Überdauerungsorgane aus. Diese keimen und es entstehen Sporangien (Sporenbehälter von Pilzen), mit deren Hilfe Zoosporen (im Wasser bewegliche, zur ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienende Sporen) gebildet werden. Die Zoosporen verbreiten sich mit Hilfe von Wasser und infizieren andere Pflanzen. Im Gewebe der Majoranpflanze entsteht ein Myzel (Pilzgeflecht), das auf die Wurzeln übergeht und diese abtötet. Durch die Majoran-Welke gehen nicht alle Pflanzen auf (Phase im Pflanzenwachstum, wenn der Keimling die Erdoberfläche durchstößt). Zum Teil kommt es an den Keimlingen der Pflanze zu eingeschnürten Stängelgründen. Diese verbräunen mit der Zeit und es kommt zum Verwelken, Umfallen und Absterben der jungen Pflanzen. Ältere Majoranpflanzen weisen teilweise Wachstumsverzögerungen auf. Ihre Triebe knicken hakenförmig ab und die Blätter vergilben beziehungsweise sterben ab. Die Wurzeln verbräunen von der Spitze her und verfaulen. Zudem entstehen braune Flecken auf den Wurzeln. Wenn es sich um einen starken Befall handelt, können Seitenwurzeln entweder absterben oder in besonderem Maße neu ausgebildet werden. Auch an den Stängelgründen treten dunkle Flecken auf, diese breiten sich bis zu den Blättern aus. Das kann zu einer schwarzen Verfärbung der Blätter führen.

Prävention: Es ist wichtig, auf die richtige Bewässerung zu achten. Staunässe muss zwingend vermieden werden. Ein Einsatz von Stickstoffdünger sollte nur in Maßen erfolgen. Zusätzlich können biologische Dünger und Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.

Bekämpfung: Befallene Pflanzen müssen umgehend entfernt werden.

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