Kulturprobleme beim Anbau von Pfefferminze

Die Pfefferminze gehört zu den beliebtesten Kräutern überhaupt, denn neben ihrem erfrischenden Geschmack soll diese zudem noch heilende Kräfte besitzen. Sie wird ihr nachgesagt, dass sie nicht nur bei Verdauungsbeschwerden hilft, sondern auch entzündungshemmend wirken soll – all das aufgrund ihrer ätherischen Öle. Pfefferminze lässt sich hervorragend zu frischen Limonaden, Cocktails oder köstlichen Tees verarbeiten. Der Anbau von Pfefferminze im eigenen Garten bringt somit mehrere Vorteile mit sich. Aber auch bei der besten Pflege können Krankheiten oder Schädlinge auftreten. Damit Sie diese schnellstmöglich erkennen, haben wir Ihnen hier eine Liste mit den häufigsten und wichtigsten Kulturproblemen zusammengestellt.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Pfefferminze zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Pfefferminze

Schädlinge/Insekten bei Pfefferminze

Minzblattlaus bei Pfefferminze (Ovatus crataegarius)

Beschreibung: Die kleinen Minzblattläuse, die eine helle fast durchscheinende Färbung haben, sitzen oftmals an den Spitzen der Triebe. Dort saugen sie den Pflanzensaft aus, was zum Verlust von Assimilaten führt. Zudem verfärben sich die Triebe. Des Weiteren dient die Minzblattlaus als Überträger von Viruskrankheiten wie beispielsweise des Mint virus.

Prävention: Ein Fruchtwechsel kann vorbeugend gegen die Minzblattlaus wirken. Auch Kulturschutznetze mit einer Maschengröße von maximal 0,5 mm sind hilfreich.

Bekämpfung: Natürliche Fraßfeinde wie Schwebfliegen oder Blattlausschlupfwespen helfen gegen die Minzblattlaus. Zudem können Präparate aus Kaliseife, Neem, Rapsöl oder Pyrethrine eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Erdflohkäfer bei Pfefferminze (Longitarsus spp.)

Erdflohkäfer bei Pfefferminze (Longitarsus spp.)

Beschreibung: Erdflohkäfer werden nur maximal 2,5 mm groß und haben eine braungelbliche bis rote Färbung. Die Larven des Käfers fressen ab April an den Wurzeln der Pfefferminze. Im Juli verpuppen sie sich und schlüpfen im August als Käfer. Zunächst befallen die Erdflohkäfer vor allem Keimlinge und jüngere Pflanzen. Dort fressen sie an den Trieben 2 bis 5 mm große Löcher hinein. Dadurch entsteht brauner Fensterfraß. Die Oberhaut der Blätter bleibt zunächst erhalten, vertrocknet aber mit der Zeit und reißt schließlich auseinander. Die Erdflohkäfer fressen bis November an der ganzen Pflanze, sodass junge Knospen sogar zum Teil komplett gefressen werden. Der Erdflohkäfer bringt eine Generation pro Jahr hervor.

Prävention: Die Pfefferminze sollte möglichst früh ausgesät und im jungen Stadium gefördert werden, sodass ein schnelles Wachstum begünstigt wird. Zudem helfen ein gleichmäßig feuchter Boden, Mulchen und regelmäßiges Hacken. Auch Kulturschutznetze können zur Prävention von Erdflohkäfern eingesetzt werden.

Bekämpfung: Ein Einsatz von Pyrethrin- und Neempräparaten ist möglich. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Minzen-Blattkäfer bei Pfefferminze (Chrysolina spp.)

Beschreibung: Minzen-Blattkäfer haben eine metallisch glänzende Farbe. Ihre Flügeldecken sind nach oben gewölbt. Bei der Pfefferminze befinden sich auf den Unterseiten der Blätter die braunen Larven des Minzen-Blattkäfers. Sie fressen dort Löcher in die Blätter und hinterlassen schwarze kleine Kotkugeln. Die Larven fressen etwa vier bis sechs Wochen, bevor sie sich im Boden verpuppen. Nach gut zwei Wochen schlüpfen die Käfer. Diese haben eine Flugzeit von Mai bis August, bevor sie im Boden überwintern. Durch die Minzen-Blattkäfer entsteht an den Spitzen der Triebe sogenannter Blattrandfraß. Die einzelnen Löcher sind zwischen 0,5 und 1,5 cm groß. Wenn es sich um einen besonders starken Befall handelt, werden die Blätter sogar ganz abgefressen. Allein die mittleren Rippen bleiben stehen. Der Minzen-Blattkäfer bringt eine Generation pro Jahr hervor.

Prävention: Um einem Befall des Minzen-Blattkäfers vorzubeugen, sollte die Pfefferminze über Direktsaat ausgebracht werden. Zudem hilft auch ein frühzeitiges erstes Beschneiden der Pflanze. Zusätzlich können Kulturschutznetze und ein Fruchtwechsel eingesetzt werden.

Bekämpfung: Die Larven müssen von den Pfefferminzpflanzen abgesammelt und die Eier zerdrückt werden. Außerdem ist ein Einsatz von Präparaten aus Rapsöl, Neem oder Pyrethrine möglich. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

Grüner Schildkäfer bei Pfefferminze (Cassida viridis)

Grüner Schildkäfer bei Pfefferminze (Cassida viridis)

Beschreibung: Grüne Schildkäfer sind sehr flach und passen sich aufgrund ihrer grünen Farbe gut an die Blätter der Pfefferminze an. Sie werden zwischen 7 und 10 mm groß. Die jungen Larven des Grünen Schildkäfers fressen die Blätter an und hinterlassen somit Schabefraß. Ältere Larven und der Käfer selbst hingegen hinterlassen ovale, längliche Löcher in den Blättern. Nicht selten fressen die Larven auch den Blattrand mit. Im Verlauf der Krankheit kann es zu weiteren Deformierungen der Blätter kommen.

Prävention: Die Fruchtfolge sollte eingehalten werden. Es sollte außerdem darauf verzichtet werden, Pfefferminzpflanzen in der Nähe von Brennnesseln oder Korbblütlern zu pflanzen.

Bekämpfung: Die Käfer müssen von den Pflanzen abgesammelt werden.

Zikaden bei Pfefferminze (Eupteryx sp.)

Zikaden bei Pfefferminze (Eupteryx sp.)

Beschreibung: Trockene und milde Wetterperioden begünstigen einen Befall. Die kleinen grüngelblichen Tiere sind schlank und werden zwischen 2 und 4 mm groß. Mit ihrem Saugrüssel stechen sie in die Blätter der Pfefferminze und saugen dort das Blattmesophyll aus. Die ersten Symptome eines Befalls sind ab Mitte Mai erkenntlich. Auf den Blättern der Pfefferminze sind weiße Saugstellen zu sehen. Diese haben einen grau bis silberfarbenen Glanz. Durch die hohe Anzahl an weißen Saugstellen sehen die Blätter weiß gesprenkelt aus. Mit der Zeit verlieren die Blätter immer mehr an Farbe. Zunächst erscheinen sie fahlgrün, bis sie schließlich komplett ihre grüne Farbe verlieren. Auf den Unterseiten der Blätter sind weiße Häutungsreste der Zikaden zu finden. An den Blatträndern entstehen teilweise Nekrosen. Einige Blätter sterben auch ab.

Prävention: Beim Anbau von Pfefferminze sollte auf eine geeignete Fruchtfolge geachtet werden. Zudem sollte an dem gewählten Standort möglichst kein früherer Zikadenbefall vorgefallen sein. Unkraut sollte regelmäßig entfernt werden. Ein möglichst schnelles Pflanzenwachstum sollte gefördert werden. Des Weiteren sind auch Kulturschutznetze von Vorteil.

Bekämpfung: Gegen die Larven der Zikaden können Neempräparate eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden. Bei einer späteren Feststellung des Befalls helfen auch Pyrethrine und Kaliseife. Ein radikaler Rückschnitt nach der Ernte dezimiert die Zikaden ebenfalls.

Japankäfer bei Pfefferminze (Popillia japonica)

Japankäfer bei Pfefferminze (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Pfefferminze

Echter Mehltau bei Pfefferminze (Erysiphe biocellata)

Echter Mehltau bei Pfefferminze (Erysiphe biocellata)

Echter Mehltau bei Pfefferminze (Erysiphe biocellata)

Beschreibung: Temperaturen über 15 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit sind optimale Voraussetzung für die Entwicklung des Pilzes. Übertragen wird die Krankheit hauptsächlich durch Wind, der die Konidien auf weitere Pflanzen verteilt. An der Pflanze überlebt Echter Mehltau im Myzel und durch Ascospore. Auf den Blättern der Pfefferminze bilden sich kleine weiße Punkte, die schon nach kurzer Zeit immer größer werden bis sie schließlich ineinander übergehen. Dabei befinden sich diese Flecken hauptsächlich auf der Oberseite der Blätter. Mit der Zeit vergilben die Blätter und nehmen auf der Oberseite teilweise eine rote bis braune Farbe an, bevor sie absterben. Das Myzel, welches ebenfalls eine weiße Farbe hat und mehlig aussieht, bedeckt die gesamte Pflanze. Zudem finden sich in diesem gelbe bis braune Punkte. Dabei handelt es sich um die Fruchtkörper des Pilzes. Außerdem kommt es zu Wuchsverzögerungen.

Prävention: Um eine Ausbreitung des Echten Mehltaus zu vermeiden sollte ein recht schnelles Pflanzenwachstum gefördert werden. Zusätzlichen Schutz bieten Pflanzenstärkungsmittel.

Bekämpfung: Echter Mehltau kann mit Hilfe von Netzschwefel bekämpft werden.

Pfefferminzrost bei Pfefferminze (Puccinia menthae)

Beschreibung: Optimale Bedingungen findet der Pfefferminzrost in schattigen Beständen vor, wo es zudem feucht ist. Mit Hilfe von Wasserspritzern und Wind werden die Basidiosporen verteilt, mit denen die Krankheit sich ausbreitet. Zwischen Ende April und Mitte Mai entstehen auf den Stängeln, Blattstielen und Blättern der Pfefferminze Pyknidien. Diese haben eine braune bis schwarze Färbung und heben sich vom Untergrund ab. Anschließend kommt es zu violetten Schwellungen – den Rostpusteln –, die aufplatzen, Sporen freigeben und danach gelblich aussehen. Die sogenannten Uredosporen können dann andere Pflanzen infizieren. Auf den Oberseiten der Blätter entstehen chlorotische Flecken, die im Verlauf der Krankheit absterben. Über den Sommer entwickeln sich dann gelbrote Beulen. Zudem entstehen Flecken auf der Unterseite der Blätter, die eine orange, rote bis braune Farbe haben. Außerdem entwickeln sich die sogenannten Teleutosporen, welche den Winter an der Pflanze überdauern und im kommenden Frühjahr dann die Basidiosporen hervorbringen. Ab Herbst bilden sich auf der Unterseite braune bis schwarze Pusteln. Bei einem besonders starken Befall kommt es zum Vertrocknen und Absterben der Blätter. Die Krankheit trifft zunächst ältere Blätter und verbreitet sich vom unteren Teil der Pflanze allmählich nach oben.

Prävention: Beim Anbau sollte auf resistente Sorten zurückgegriffen werden. Außerdem ist ein ausreichend großer Pflanzabstand zwischen den Pflanzen sowie eine gute Fruchtfolge wichtig. Die Pfefferminzpflanzen sollten möglichst trocken gehalten werden. Beim Düngen ist es von Vorteil, wenn nicht zu viel Stickstoff enthalten ist.

Bekämpfung: Gegen den Pfefferminzrost können Neemölpräparate eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden.

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