Kulturprobleme beim Anbau von Salbei

Das wohl markanteste Merkmal des Salbeis sind seine behaarten grünen Blätter. Dabei gibt es sehr viele verschiedene Arten von Salbei, sodass sich sicherlich für jeden Gartenliebhaber die passende Sorte findet. Bekannt ist das Kraut für seine ätherischen Öle, denen eine heilende Wirkung gegen vielerlei Krankheiten nachgesagt wird. Aber genauso gut eignet sich Salbei als Küchenkraut. Vor allem in der mediterranen Küche findet er seinen Einsatz und passt aufgrund seines zart bitteren Aromas hervorragend zu fettigen Gerichten. Damit auch Sie in den Genuss von frischem Salbei aus dem eigenen Garten kommen, haben wir Ihnen hier eine Auflistung der wichtigsten und häufigsten Kulturprobleme zusammengestellt. Diese Liste soll Ihnen dabei helfen, möglicherweise auftretende Probleme rechtzeitig zu erkennen und gegen diese vorzugehen.

Kulturprobleme vermeiden durch korrekten Anbau

Wussten Sie, dass Sie viele Krankheiten und Schädlinge bereits durch einen korrekten Anbau und durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden können? Wir empfehlen Ihnen daher einen Blick auf unsere Kulturanleitung für Salbei zu werfen.

Zur Kulturanleitung für Salbei

Schädlinge/Insekten bei Salbei

Messingeule bei Salbei (Diachrysia chrysitis)

Messingeule bei Salbei (Diachrysia chrysitis)

Beschreibung: Der Schaden am Salbei wird nicht durch den Falter selbst, sondern durch seine Raupen verursacht. Diese sind hellgrün gefärbt und haben mehrere weiße Streifen auf dem Rücken und an den Seiten. Sie werden gut 40 mm lang. Die Raupen sind zwischen Mai und Juli aktiv und fressen die Salbeiblätter an. Zunächst kommt es am Rand der Blätter und in der Mitte zu Löchern. Umso stärker der Befall wird, desto abgefressener sind die Blätter, bis schließlich nur noch das Blattskelett übrigbleibt. Die Messingeule bringt pro Jahr zwei Generationen hervor.

Prävention: Damit die Raupen der Messingeule nicht den Salbei befallen, sollte dieser möglichst früh gesät werden. Zudem ist eine aktive Unkrautbekämpfung von Vorteil. Zusätzlich können Kulturschutznetze eingesetzt werden.

Bekämpfung: Befallene Salbeipflanzen sollten entfernt und die Eier der Messingeule entsorgt werden. Auch natürliche Feinde wie die Schlupfwespe helfen gegen die Raupen. Zudem ist ein Einsatz von Bacillus thuringiensis ssp. aizawai-Präparaten möglich. Zudem hilft das regelmäßige Absammeln der Schädlinge, um die Population klein zu halten.

Weichwanzen bei Salbei (Lygus spp./Orthops spp.)

Weichwanzen bei Salbei (Lygus spp./Orthops spp.)

Beschreibung: Hohe Temperaturen und wenig Feuchtigkeit sind optimale Voraussetzungen für die Verbreitung von Weichwanzen. Ein Befall lässt sich zumeist ab Mitte Mai feststellen, wenn sich auf den Blattstielen und Blattadern des Salbeis weiße bis gelbe Saugflecken befinden. Diese treten in ungleichmäßigen Abständen auf und verfärben sich mit der Zeit zunächst rot bis braun und später sogar schwarz. Nachfolgend bilden sich Nekrosen (durch Kälte, Wärme, Gifte, Strahlen oder Stoffwechselstörungen abgestorbenes Gewebe) und es kommt zum Vertrocknen und Herausbrechen der betroffenen Stellen. Dadurch entstehen Löcher in den Blättern. Zudem kommt es zu Wachstumsverzögerungen und Verkrümmungen.

Prävention: Salbei sollte möglichst an einen Ort gesetzt werden, an dem es zuvor noch keinen Weichwanzenbefall gegeben hat. Entfernen Sie die vorhandenen Unkräuter die als Wirtpflanze dienen können regelmäßig. Zusätzlich können Kulturschutznetze verwendet werden.

Bekämpfung: Gegen Weichwanzen können Präparate aus Kaliseife, Pyrethrinen und Rapsöl eingesetzt werden.

Zikaden bei Salbei (Eupteryx sp./Emelyanoviana mollicula)

Zikaden bei Salbei (Eupteryx sp./Emelyanoviana mollicula)

Beschreibung: Trockene und milde Wetterperioden begünstigen einen Befall. Die kleinen grüngelblichen Tiere sind schlank und werden zwischen 2 und 4 mm groß. Mit ihrem Saugrüssel stechen sie in die Blätter des Krauts und saugen dort das Blattmesophyll (Grundgewebe der Blätter, das zwischen der oberen und unteren Oberhaut liegt) aus. Die ersten Symptome eines Befalls sind ab Mitte Mai erkenntlich. Auf den Blättern sind weiße Saugstellen zu sehen. Diese haben einen grau bis silberfarbenen Glanz. Durch die hohe Anzahl an weißen Saugstellen sehen die Blätter weiß gesprenkelt aus. Mit der Zeit verlieren die Blätter immer mehr an Farbe. Zunächst erscheinen sie fahlgrün, bis sie schließlich komplett ihre grüne Farbe verlieren. Auf den Unterseiten der Blätter sind weiße Häutungsreste der Zikaden zu finden. An den Blatträndern entstehen teilweise Nekrosen (durch Kälte, Wärme, Gifte, Strahlen oder Stoffwechselstörungen abgestorbenes Gewebe). Einige Blätter sterben auch ab. Zudem können Zikaden andere Krankheitserreger übertragen. Dazu gehört unter anderem das Bakterium Stolbur-Phytoplasma, was zum Absterben der Pflanze führen kann. Das Bakterium höhlt das Innere der Triebe aus, wodurch keine Nährstoffe mehr transportiert werden können. Außerdem bildet die Pflanze nur noch kleinere Blüten aus.

Prävention: Beim Anbau sollte auf eine geeignete Fruchtfolge (über mehrere Jahre geplante Anbaureihenfolge) geachtet werden. Zudem sollte an dem gewählten Standort möglichst kein früherer Zikadenbefall vorgefallen sein. Entfernen Sie Unkraut regelmäßig. Ein möglichst schnelles Pflanzenwachstum sollte gefördert werden. Des Weiteren sind auch Kulturschutznetze von Vorteil.

Bekämpfung: Gegen die Larven der Zikaden können Neempräparate (Insektizid, das aus Samen des Neem-Baums hergestellt wird) eingesetzt werden. Der Einsatz von Neem sollte nicht vor 22 Uhr während der Bienenflugzeit erfolgen. Im Idealfall sollte eine Behandlung in der Blütezeit unterlassen werden. Bei einer späteren Feststellung des Befalls helfen auch Pyrethrine (Insektizid, das aus Chrysanthemenblüten hergestellt wird) und Kaliseife. Ein radikaler Rückschnitt nach der Ernte dezimiert die Zikaden ebenfalls.

Japankäfer bei Salbei (Popillia japonica)

Japankäfer bei Salbei (Popillia japonica)

Beschreibung: Der ursprünglich aus Asien stammende Japankäfer richtet schwere Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an. Der Japankäfer ist 8 bis 12 mm lang. Die Oberseite der Flügel erscheint metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper gold-grün schimmern. Gut ist der Japankäfer an den weißen Haarbüscheln zu erkennen, von denen dieser je fünf kleine auf beiden Seiten des Hinterleibs und zwei größere am Körperende trägt. Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und ähnelt in Aussehen und Biologie dem Juni- oder Gartenlaubkäfer. Daher besteht eine Verwechslungsgefahr. Im Gegensatz zum Japankäfer besitzt dieser aber nicht die typischen weissen Haarbüschel.

Die Engerlinge leben im Boden feuchter Wiesen und ernähren sich vorwiegend von Gras- und Kräuterwurzeln. Dies kann einen deutlichen Schaden an Grasflächen oder Kräutern bedeuten. Nachdem sich die Larven verpuppt haben, schlüpfen zwischen Mai und Juni die adulten Japankäfer. Die Hauptflugzeit der Japankäfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanze an – teilweise bis auf die Zweige, so dass Blattskelette (Skelettierfraß) entstehen können. Befallene Pflanzenteile färben sich braun und können abfallen. Wenn eine Pflanze Blüten vorweist, sind diese ebenfalls nicht vor zusätzlichen Fraßspuren des Käfers geschützt. Interessanterweise ist zu beobachten, dass sie scheinbar einzelne Pflanzen gänzlich kahlfressen, während benachbarte Pflanzen kaum Schädigungen aufweisen.

Prävention: Es sollte eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst erfolgen. Dies vermindert die Überlebenschance von bodennah fressenden Larven. Im Rahmen dieser Bearbeitung sollten diese Larven erfasst werden. Vermeiden Sie eine Bewässerung von Grasflächen zur Hauptflugzeit, da sich so die Attraktivität für eine Eiablage der Weibchen vermindert. Weiterhin kann eine höhere Rasenschnitthöhe Ausbreitung und Vermehrung des Japankäfers entgegenwirken. Sie können Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell überwachen. Wenn Sie einen Befall feststellen, sollte dieser unbedingt dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (siehe Abschnitt „Bekämpfung“).

Bekämpfung:  Verschiedene Nützlinge wie u.a. Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer fressen die Larven im Boden. Gegen die Larven können außerdem Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) eingesetzt werden. Kleine Ansammlungen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) und durch mechanisches Absammeln bekämpft werden.

Da eine Ausbreitung in Europa unbedingt zu vermeiden ist, sollte bei dem Verdacht auf einen Befall mit dem Japankäfer dieser eingefangen (z.B. in einem Schraubglas) und der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert werden. Die Kontaktangaben finden Sie unter www.bvl.bund.de.

Pilzerkrankungen bei Salbei

Echter Mehltau bei Salbei (Erysiphe spp.)

Echter Mehltau bei Salbei (Erysiphe spp.)

Beschreibung: Temperaturen über 15 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit sind optimale Voraussetzung für die Entwicklung des Pilzes. Übertragen wird die Krankheit hauptsächlich durch Wind, der die Konidien (Sporen) auf weitere Pflanzen verteilt. An der Pflanze überlebt Echter Mehltau im Myzel (Pilzgeflecht) und durch Kleistothecien (Fruchtkörper) mit Ascosporen (Sporen, die der Fortpflanzung dienen). Auf den Blättern des Salbeis bilden sich kleine weiße Punkte, die schon nach kurzer Zeit immer größer werden, bis sie schließlich ineinander übergehen. Dabei befinden sich diese Flecken auf den Oberseiten und den Unterseiten der Blätter. Mit der Zeit vergilben die Blätter und vertrocknen, bevor sie absterben. Das Myzel, welches ebenfalls eine weiße Farbe hat und mehlig aussieht, bedeckt die gesamte Pflanze. Zudem finden sich in diesem gelbe bis braune Punkte. Dabei handelt es sich um die Fruchtkörper des Pilzes. Außerdem kommt es zu Wuchsverzögerungen.

Prävention: Um eine Ausbreitung des Echten Mehltaus zu vermeiden sollte ein recht schnelles Pflanzenwachstum gefördert werden. Zusätzlichen Schutz bieten Pflanzenstärkungsmittel sowie ein früher Schnitt und kurze Beregnung.

Bekämpfung: Echter Mehltau kann mit Hilfe von Präparaten aus Schwefel und Kupfer bekämpft werden.

Falscher Mehltau bei Salbei (Peronospora salvia officinalis spp.)

Beschreibung: Eine Erkrankung an Falschem Mehltau wird durch warme und nasse Wetterperioden begünstigt. Oosporen (Zellen, die durch Befruchtung entstehen) geben nach ihrer Keimung Sporangien (Sporenbehälter von Pilzen) frei, die dann durch Spritzwasser oder Wind verteilt werden. Landen diese Sporen auf kleinen Öffnungen in der oberen Pflanzenschicht, können sie ohne Probleme in den Salbei eindringen. Dort bildet sich zwischen den Zellen ein Myzel (Pilzgeflecht) mit Konidienträgern (Sporenträger). Diese Konidienträger wachsen dann wiederrum aus kleinen Öffnungen nach außen, sind an ihrer schwarzen Farbe erkennbar und verbreiten die Krankheit weiter. Die Symptome zeigen sich zunächst an den unteren Blättern, breiten sich dann aber bis zum oberen Teil des Salbeis aus. Die Oberseiten der Salbeiblätter weisen blasse grünliche Flecken auf. Diese verändern sich mit der Zeit in Form und Farbe. Es entstehen gelblichbraune, eckige Läsionen (Verletzungen des Gewebes), deren Grenzen von den Blattadern bestimmt werden. Im Verlauf der Krankheit werden die Läsionen immer größer und verfärben sich dunkelbraun. Im Gegensatz dazu entsteht auf der Unterseite der Blätter ein Pilzrasen mit grauer bis violetter Farbe. Der Pilzrasen entwickelt sich jedoch zumeist nur auf weniger behaarten Blättern.

Prävention: Salbei sollte so gepflanzt werden, dass möglichst viel Luft an den Bestand gelangt und es nicht zu Staunässe beziehungsweise nassen Blättern kommt. Deshalb sollte Salbei auch nicht „über Kopf“ gegossen werden. Lockern Sie zudem den Boden regelmäßig auf. Eine Einhaltung von Anbaupausen ist zu empfehlen. Auch können Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.

Bekämpfung: Falscher Mehltau kann mit Hilfe von Präparaten aus Schwefel und Kupfer bekämpft werden.

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