Schädlinge natürlich bekämpfen durch den Einsatz von Nützlingen

atürliche Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge

Ein Garten ohne Schädlinge existiert in der Regel nicht. Zwar kann durch korrekt angewandte Präventionsmaßnahmen einem schlimmen Schädlingsbefall vorgesorgt werden. Eine Garantie, dass Schädlinge Nutzpflanzen oder Blumen im Garten nicht befallen, gibt es aber nicht. Nicht immer ist der Einsatz der „harten Keule“ sinnvoll oder auch gewünscht. Der Trend geht lobenswerterweise in Richtung natürlicher Schädlingsbekämpfung. Sehr hilfreiche stellt sich hier der Einsatz von Nützlingen dar, die viele Nützlinge Schädlinge auf natürliche Art und Weise bekämpfen können.

Wer Nützlinge in seinem Garten ansiedeln möchte, muss diesen Nahrungsquellen und Nist- und Versteckmöglichkeiten anbieten. Mit verschiedensten Methoden kann der eigene Garten zu einem Nützlingsgarten umgestaltet werden. Dabei können schon einfache Maßnahmen helfen, den eigenen Garten oder Balkon bzw. einen Teil davon zu einer kleinen Nützlingsoase zu machen. In unserer Checkliste "Nützlingsgarten anlegen" finden Sie viele Tipps für Ihr Gartenprojekt!

Warum natürliche Schädlingsbekämpfung?

Warum natürliche Schädlingsbekämpfung?

Der Einsatz von Nützlingen ist umweltfreundlich. Chemische Mittel mögen im ersten Moment effektiver wirken, gleichzeitig aber verunreinigen sie die Böden sowie Luft und Wasser. Außerdem können sich auf Pflanzen und Früchten Rückstände des Mittels absetzen. Aus diesem Grund sollte, vor allem wenn sich Kinder oder Haustiere im Garten aufhalten, lieber nicht zu synthetischen Mitteln gegriffen werden.

Wer Nützlinge im Garten ansiedelt, schafft eine langfristige Präventionsmaßnahme gegen Schädlinge. Die nützlichen Helferlein verspeisen oder parasitieren die ungeliebten Tiere und bekämpfen diese damit zumeist dauerhaft. Beispielsweise frisst allein ein Marienkäfer innerhalb von drei Wochen zwischen 400 und 600 Blattläusen.

Nützlingen sind zudem einfach in der „Handhabung“. Sie werden im Garten ausgesetzt oder in diesen gelockt und erledigen ihre „Arbeit“ dort ganz automatisch. Hingegen muss bei Mitteln z.B. aus dem Baumarkt auf die richtige Anwendung geachtet werden muss, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden und einen Erfolg gegen die Schädlinge bewirken zu können. Außerdem besteht bei Mitteln die per „Giftspritze“ aufgetragen werden die Gefahr des Entstehens von unschöne Spritzflecken.

Die Ansiedlung von bestimmten Nützlingen ist somit nicht nur zur Bekämpfung bei einem bereits vorhandenen Schädlingsbefall sinnvoll, sondern auch als vorbeugende Maßnahme.

Nützlinge anlocken - so gestalten Sie Ihren Naturgarten

Nützlinge bevorzugen naturbelassene beziehungsweise naturnahe Gärten. Diese bieten ihnen Schutz, Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrung. Wenn Sie Nützlinge in Ihrem Garten oder auf dem Balkon ansiedeln möchten, haben Sie viele Möglichkeiten.

So gestalten Sie einen Nützlingsgarten:

  • Lassen Sie naturnahe Bereiche zu und verwende Sie Naturmaterialen: Alte Baumstämme, Reisighaufen oder ein ungemähter Randstreifen? Das sind alles wunderbare Lebensräume für kleine Helferlein.
  • Totholzhaufen und Steinhaufen sind tolle Winterquartier für diverse Insekten.
  • Laub und Schnittgut sollten nicht gleich entfernt werden. Geschichtete Haufen aus den Abfällen bieten ideale Verstecke für Nützlinge.
  • Früchte wie Samen und Beeren können im Herbst an den Pflanzen hängen bleiben. Sie sind eine perfekte Nahrung für Vögel.
  • Statt „nur Rasen“ kann eine artenreiche Blumenwiesen angelegt werden: Wildblumenwiesen sind beispielsweise sehr pflegeleicht und bieten Nahrung in Form von Nektar und Pollen für nektarsammelnde Insekten wie Bienen und Schmetterlinge. Und ein weiterer Vorteil: Blumenwiesen sehen traumhaft aus!
  • Unliebsame Pflanzen und vermeintliche Unkräuter wie etwa Brennnesseln sind ideale Futterpflanze für Schmetterlinge und bieten außerdem einen Rückzugsort für diverse Nützlinge.
  • Wie wäre es mit einem Naturteich, eine Trinkstelle für Insekten oder einem Feuchtbiotop? Solche kleinen Gewässer tragen sehr zum biologischen Gleichgewicht im Garten bei.
  • Pflegeleichte Bodendecker bieten vielen Kleintieren einen Lebensraum und sind daher ideal für Bereiche im Garten, wo sonst nichts richtig wachsen mag.
  • Das Anlegen eines Kompostes ist sinnvoll: Dort können sich viele Tiere niederlassen. Außerdem ist die entstehende Komposterde sehr gut als Dünger und Füllmaterial für Beete und Kübel geeignet.
  • Hecken und Holzzäune bzw. Zäune aus Naturmaterialien sind perfekt als Grundstückbegrenzung geeignet.
  • Bestenfalls werden im Garten Tierquartiere und Nisthilfen angeboten.
  • Schotterbeete bzw. Steinbeete mögen Nützlinge nicht. Sie strahlen sehr starke Hitze aus und bieten weder Schutz, noch Nahrung oder Wasser für kleine Helferlein.
  • Verzichten Sie im Garten und auf dem Balkon auf Pflanzenschutzmittel, Pestizide und Mineraldünger.

Naturzaun bietet Versteckmöglichkeiten und Lebensraum für Nützlinge

Trockenmauer bietet Nist- und Versteckmöglichkeiten und Lebensraum für Nützlinge

Grünes Dach für Naturgarten

Natürliche Schädlingsbekämpfung: Diese Nützlinge können gegen Schädlinge eingesetzt werden

Nicht in jedem Garten sind alle Nützlinge vorhanden oder können problemlos angesiedelt werden. Deshalb findet sich im Handel eine Vielzahl von angebotenen Nützlingen, die sogar über das Internet nach Hause bestellt werden können. Einige der Tierchen eignen sich – neben einem Einsatz im Freiland – auch für die Ansiedlung im Gewächshaus oder in geschlossenen Räumen.

Wichtig: Informieren Sie sich vorher, an welchem Einsatzort Sie den jeweiligen Nützling ausbringen können.

Welcher Nützling am besten den Befall Ihrer Pflanzen bekämpft, hängt davon ab, welcher Schädling für die Probleme sorgt. In der folgenden Liste finden Sie eine Übersicht von Schädlingen und ihren Antagonisten:

Schädlinge bekämpfen mit Nützlingen:

Schädling Welcher Nützling kann gegen den Schädling eingesetzt werden?
Apfelwickler (Larven) Grünspecht
Asseln Steinläufer, Erdkröten, Eidechsen
Ameisen Apfelwickler (Larven)
Spinnen, Frösche, Erdkröten, Eidechsen, Blindschleichen
Blattläuse Marienkäfer, Spinnen, Larven der Flor- und der Schwebfliege, Schlupfwespen, Raubwanzen, Ohrwürmer, Singvögel, Blumenwanzen, Gallmücken, Heupferde, Florfliegen, Larven der Schwebfliegen
Dickmaulrüssler Maulwürfe, Nematoden
Fliegen Singvögel, Spinnen, Molche, Hornissen, Heupferde, Frösche, Erdkröten, Gemeine und Deutsche Wespen, Raummilben (Fliegenlarven)
Japankäfer Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen, Laufkäfer, Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitische Nematoden (u.a. Steinernema sp, Heterorhabditis sp.), entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae)
Käfer Schlupfwespen, Erz- und Zehrwespen, Spinnen, Maulwürfe (Rüsselkäfer, Engerline), Goldlaufkäfer (Kartoffelkäferlarven), Heupferde (Käferlarven), Fledermäuse, Eidechsen, Lehmwespe (Blatt- und Rüsselkäfer)
Nematoden Raubmilben
Mäuse Ringelnatter, Schlangen, Igel, Spitzmäuse (Wühlmäuse)
Motten Schlupfwespen, Singvögel
Mücken Gemeine und Deutsche Wespen, Spinnen, Molche, Libellen, Fledermäuse
Raupen Larven der Florfliege, Laubkäfer, Ohrwürmer, Kröten, Singvögel, Gemeine und Deutsche Wespen, Lehmwespen (Falterraupen), Maulwürfe (Eulenraupen), Goldlaufkäfer, Igel, Erdkröten
Schnecken Igel, Tigerschnegel, Spitzmäuse, Laufenten, Singdrossel, Steinläufer, Spitzmäuse, Weinbergschnecken (fressen die Eier von Nacktschnecken), Molche, Goldlaufkäfer, Igel, Frösche, Erdkröten, Blindschleichen
Spinnen Gemeine und Deutsche Wespen, Singvögel, Steinläufer, Spitzmäuse, Hornissen, Grasfrösche, Eidechsen, Blindschleichen, Schlupfwespen
Spinnmilben Marienkäfer, Larven der Florfliege, Raubmilben, Gallmücken, Blumenwanzen, Raubwanzen, Larven der Schwebfliegen
Springwurmwickler (Puppen) Ohrwürmer
Thripse Larven der Florfliege, Raubwanzen, Raubmilben, Blumenwanzen
Traubenwickler (Puppen) Ohrwürmer
Trauermücken Raubmilben, SF-Nematoden
Weberknechte Singvögel, Fledermäuse
Weiße Fliege Schlupfwespen, Raubwanzen, Raubmilben, Marienkäfer, Blumenwanzen
Wollläuse Florfliegen

 

Pflanzenerkrankungen erkennen und bekämpfen

Auch bei der besten Pflege und langer Erfahrung im Bereich Gärtnern können Schadbilder wie Pflanzenkrankheiten oder der Befall mit Schädlingen auftreten. In unserem Themenbereich "Kulturprobleme" haben wir zur schnellen Erkennung alle gängigen Erkrankungen und Schädlinge beschrieben. Wir zeigen Ihnen dort zudem Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen auf.

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