Kiepenkerl Bohnen

Bohnen aus dem eigenen Garten

Als „Bohnen“ werden die Hülsen und Körner verschiedener Leguminosen bezeichnet. Es handelt sich dabei um sehr unterschiedliche Pflanzen, die sich aber in ihrer Verwendung ähneln. Bohnen sind schon seit Jahrtausenden ein wichtiges Nahrungsmittel.

Puffbohnen

Puffbohne Vicia faba

Puffbohne Vicia faba

Die Puff-, Sau- oder Faba-Bohne (Vicia faba) ist in Mitteleuropa seit der Bronzezeit bekannt. Sie stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient, wo sie bereits seit etwa 6000 v. Chr. in Kultur ist. Die Pflanzen sind anspruchslos, standfest und vertragen auch salzige und sind sehr kältetolerant Böden. Die trocknen Körner sind gleichzeitig Nahrungsmittel und Saatgut. Sie lassen sich leicht lagern und gut transportieren, was sie zu einer guten Handelsware macht. Darum verbreiteten sich die Faba-Bohnen schnell bis in die Küstenregionen an Nord- und Ostsee. Bis zum Ende des Mittelalters waren diese „Dicken Bohnen“ oder „Echten Bohnen“ gemeint, wenn von „Bohnen“ die Rede war. Sie gehörten zu den Grundnahrungsmitteln der armen Leute. Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Redewendung „nicht die Bohne“ verwendet, wenn etwas klein und unbedeutend erschien.

Puffbohnen Körner

Dreifach Weisse, Piccola, Hangdown grünkernig und Frühe Weißkeimige

Es gibt verschiedenen Sorten von Puffbohnen. Hauptsächlich unterscheiden sie sich in der Farbe des frischen Korns und ihren Kocheigenschaften. Frische Puffbohnen sind grün oder weiß. Beim Trocknen werden sie beige, dunkelgrün oder braun. ´Witkiem´  verfärbt sich selbst und das Wasser beim Kochen braun. Das ist vor allem beim Einkochen für Konserven und in Eintöpfen unattraktiv. Diese Sorten sind aber schön zart und haben ein gutes Aroma. ´Dreifach Weiße´ ist eine weißkochende Sorte. Ihre Körner bleiben hell und verfärben das Kochwasser nicht. ´Hangdown, grünkernig´ bleibt beim Kochen grün.

Da Puffbohnen sehr kältetolerant sind, können sie bereits im Februar und März ausgesät werden. Im Juni oder Juli können die Bohnen dann geerntet werden und die Beete werden frei für Folgekulturen wie Einlegegurken, Grünkohl, Salate und Spinat.

Gartenbohnen

Stangenbohnen Buschbohnen

Stangenbohnen, Buschbohnen

Wenn wir heute von Bohnen sprechen, dann meinen wir meistens die feinere Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Diese Fasolen stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und kamen erst im 15. Jahrhundert auf dem Seeweg zu uns. Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) sind eine kletternde Form, die an Stangen oder Schnüren nach oben gezogen wird.  Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus) sind Sorten mit begrenztem Wuchs. Sie benötigen keine Stütze.

Unabhängig von der Wuchsform gibt es Bohnentypen, die unterschiedlich verwendet werden.

Buschbohne

Grüne Bohne

Die grünen Hülsen von ´Duplika´, ´Maxi´, ´Limka´ und vielen anderen Sorten können als Brech- oder Schnippelbohnen verwendet werden. Die breiten flachen Schwertbohnen werden meist in feine Streifen geschnitten und die rundhülsigen Sorten in Stücke geschnitten oder gebrochen. Violette Sorten wie ´Purple Teepee´ und ´Blauhilde´ werden beim Kochen grün. Viele Sorten können für den Vorrat eingefroren werden. Werden sie vorher kurz blanchiert behalten sie ihre frisch-grüne Färbung auch nach dem Auftauen.

Trockenkochbohnen

Borlotto Rosso, Monstranzbohne, Facta, Brown Dutch

Die Filetbohnen ´Prinzessa´ und ´Primavera´ haben feine, runde Hülsen. Sie werden jung vor der Kornbildung geerntet und im Ganzen verwendet. Sie können Eingekocht oder nach kurzem blanchieren Eingefroren werden.

´Facta´, ´Brown Dutch´ und die gesprenkelte ´Borlotto Rosso´ sind dagegen Palbohnen. Sie werden erst geerntet, wenn die Hülsen völlig trocken und die Körner ganz ausgereift sind. Dann lassen sich die Körner an einem luftigen Ort problemlos trocken lagern und können bei Bedarf für Eintöpfe verwendet werden. Ihre jungen Hülsen können auch wie Schnippel oder- Brechbohnen zubereitet werden.

Die goldgelben Wachsbohnen ´Golden Teeppee´,  ´Golddukat´, ´Voletta´ und ´Neckargold´ werden vor allem zum Einkochen und für Bohnensalate verwendet.

Gartenbohnen sind sehr kälteempfindlich. Sie dürfen keinen Frost bekommen und werden darum erst ab Mitte Mai bis etwa Mitte Juni ausgesät.

Feuerbohne oder Prunkbohnen

Prunkbohnen

Prunkbohnen

Die Feuerbohne stammt ursprünglich aus Mittelamerika. Sie wird bei uns vor allem als Zierpflanzen kultiviert. Sie eignen sich gut als Trockenkochbohnen für Eintöpfe.

Die Bohnenkörner sind nierenförmig und deutlich größer als die von Gartenbohnen. Häufig sind sie violett und haben eine dunkelviolette bis schwarze Sprenkelung. Die typische Zeichnung findet man z. B. bei der Sorte ´Lady Di´ und ´Rotblühende´. ´Emergo´ bildet besonders große rein weiße Körner. Darum ist die Sorte auch als ´Weiße Riesen´ bekannt.

Prunkbohnen

St.George, Lady
Di, Emergo, Tenderstar

´St. George´ und ´Tenderstar´ sind Sorten mit zarten, fast fadenlosen Hülsen. Diese können jung geerntet und als Schnippelbohnen zubereitet werden. Ihre Körner sind bräunlich und haben eine rotbraune Zeichnung.

Feuerbohnen sind Kletterpflanzen und benötigen ein Gerüst an dem sie sich hinaufwinden können.

Sie eignen sich um Begrünen von Hauswänden, Zäunen und Mauern. Ihre Blüten sind je nach Sorte weiß, rot, rosa oder zweifarbig. Sie sind eine attraktive Nahrungsquelle für Hummeln, Bienen und andere nektar- und pollensammelnde Insekten.

Tipps zur Kultur

Bohnen Vielfalt

Bohnen Vielfalt

Ackerbohnen vertragen niedrige Temperaturen und können schon im Februar ausgesät werden. Wenn es im Frühjahr dann wärmer wird, sind die Puffbohnen bereits recht kräftig und werden weniger von der Schwarzen Bohnenlaus befallen, die jungen Triebe bevorzugt.

Die Gartenbohne und die Feuerbohne vertragen keinen Frost und werden nicht vor Mitte Mai ausgesät.

Ackerbohnen werden in Reihen ausgesät. Dazu werden die Bohnen in einem Abstand von etwa 10 cm einzeln in 5 bis 8 cm tiefe Löcher oder Rillen abgelegt. Der Reihenabstand beträgt 40 bis 50 cm.

Buschbohnen können in Reihen oder in Horsten ausgesät werden. Bei der Reihensaat werden 2 – 3 cm tiefe Rillen in das Beet gezogen in die die einzelnen Bohnen im Anstand von 3 – 5 cm einzeln abgelegt werden. Dann werden die Bohnen mit Erde abgedeckt und gut angedrückt.

Bei der Horstsaat werden immer 4-6 Bohnen zusammen in ein 2 – 3 cm tiefes Loch gelegt, abgedeckt und angedrückt.  Die einzelnen Horste haben einen Abstand von 40 cm zueinander.

Der Anbau der rankenden Stangenbohnen erfordert den Bau eines Gerüsts mit Stangen oder Schnüren als Rankhilfe. Damit die Bohnen an diesen nach oben wachsen können, werden jeweils 4 bis 6 Bohnen um sie herum ausgelegt. So finden die Jungpflanzen sofort nach dem Keimen daran Halt

Buschbohnen im Beet

Buschbohnen im Beet

Bohnen brauchen einen gleichmäßig feuchten Boden um gut und gleichmäßig zu keimen. In zu trockenem Boden, stockt die Entwicklung und auch das Risiko eines Befalls mit Bohnenfliegen steigt.  Die Maden der Bohnenfliege bohren sich in die jungen Bohnenkeimlinge und töten sie ab. Das Risiko ist besonders hoch, wenn der Boden frisch mit Mist gedüngt wurde oder im Vorjahr bereits Bohnen auf der Fläche standen, an deren Resten Bohnenfliegen überwintert haben können.

Zum Schutz der Bohnen sollten sie nur alle 3 bis 4 Jahre auf einem Beet angebaut werden. Ein Gemüseschutznetz verhindert, dass Bohnenfliegen die Saatstellen erreichen und ihre Eier an den Samen ablegen können. Außerdem schützt es die Keimlinge für Vögeln und Schnecken, die zu gerne an den jungen Trieben fressen. Bohnenkraut zwischen den Bohnenreihen vertreibt schwarze Bohnenläuse.

Wenn Acker- und Buschbohnen etwa 10 cm hoch sind, werden sie angehäufelt. Dazu wird Erde rund um die Stängel zusammengeschoben. Das stützt die Pflanzen und regt sie dazu an mehr Wurzeln zu bilden. Bei Stangenbohnen ist das nötig, weil sie die Stangen und Schnüre nutzen um sich zu halten.

Die Gartenbohne wird zwar von Insekten besucht, aber die Blüten sind selbstbestäubend und setzen auch Hülsen an, wenn Bestäuber fehlen. Bei Feuerbohnen ist das anders. Sie müssen von Bienen bestäubt werden, damit sie gut tragen. Das klappt am besten bei nicht zu heißer, feuchter Witterung. Starke Hitze und Trockenheit lassen Pollen und Narben austrocknen und die Blüten werden abgeworfen. Problematisch kann es auch sein, wenn sehr viele Hummeln die Blüten besuchen. Weil sie zu groß sind um von vorne in die Blüten zu kriechen, beißen sie Löcher in die Rückseite und saugen den Nektar von dort. Diese Löcher nutzen dann auch die Bienen und die Blüten werden nicht bestäubt. Alternative Nahrungsquellen wie Löwenmäulchen, Sonnnenhut, Löwenzahn, Klee und auch nektarreiche Blumenmischungen locken die Hummeln von den Bohnen fort.

  Anmerkungen
AussaatzeitAckerbohnen ab Februar;
Busch-, Stangen- und Feuerbohnen ab Mitte Mai
Garten- und Feuerbohnen vertragen keinen Frost
KeimtemperaturAckerbohne 5 – 10 °C; die übrigen 15 –22 °C
Keimdauer7 – 14 Tagegleichmäßig feucht halten
AussaattiefeAckerbohnen 5-8 cm; Garten- und Feuerbohnen 2 – 3 cmNach dem Aufläufen anhäufeln
StandortSonnig – halbschattig, gleichmäßig feuchter BodenVorher nicht mit frischem Mist düngen
AbstandAckerbohnen 10 x 40 - 50 cm; Buschbohnen 3 - 5 x 40 cmWeiter Reihenabstand erleichtert das Anhäufeln.
ErntezeitAckerbohnen im Juni – Juli, Gartenbohnen von Juni – Ende September, Feuerbohnen August – Ende SeptemberBrech-, Schnippel und Prinzessbohnen werden früh geerntet, wenn sie noch grün sind. Trockenkochbohnen werden spät geerntet, wenn das Korn ausgereift ist.

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